Prozess wegen 400 Gramm Marihuana

Junger Ostallgäuer fährt zum Drogen kaufen nach Köln

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Wegen Erwerbs und Handel mit Betäubungsmitteln musste sich ein 28-jähriger Ostallgäuer vor Gericht verantworten.

Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Wegen Erwerbs und Handel mit Betäubungsmitteln musste sich ein 28-jähriger Ostallgäuer vor Gericht verantworten.

Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

28-Jähriger will Marihuana im Ostallgäu verkaufen. Doch das Rauschmittel ist nur von minderwertiger Qualität. Welchen Einfluss das auf die Strafe hat.
06.05.2021 | Stand: 16:20 Uhr

Wegen des Erwerbs und Handels mit Betäubungsmitteln musste sich ein 28-jähriger Ostallgäuer vor dem Kaufbeurer Schöffengericht verantworten. Der gelernte Werkzeugmechaniker soll laut Anklageschrift im Juni und November vor zwei Jahren in Begleitung nach Köln gefahren sein, um dort jeweils mindestens 400 Gramm Marihuana zu beschaffen. Dabei seien etwa 50 Gramm für den Eigenkonsum bestimmt gewesen, die restliche Menge zum Weiterverkauf erworben worden, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Der Wirkstoffgehalt wurde mit fünf Prozent THC als eher gering und das Produkt dadurch als minderwertig eingestuft.

Gespräch mit Gericht und Staatsanwaltschaft

Der Verteidiger hatte bereits zu Beginn der Verhandlung um ein Rechtsgespräch mit Gericht und Staatsanwaltschaft gebeten, worauf eine Erörterung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Hierbei einigten sich die Parteien im Falle eines „qualifizierten und konkreten Geständnisses“ durch den Angeklagten auf eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen einem Jahr und neun Monaten und zwei Jahren. Diese könne auch zur Bewährung ausgesetzt werden. Geeinigt hatten sich die Parteien zudem auf eine Geldauflage von zwei bis drei Monatsgehältern sowie die Unterstellung unter die Bewährungshilfe.

Angeklagter legt Geständnis ab

Anschließend ließ der Angeklagte die Taten durch seinen Verteidiger vollumfänglich einräumen. Ein inzwischen verurteilter Mittäter, der als Zeuge anwesend war, bestätigte den Sachverhalt.

Zu seiner Vorgeschichte des Angeklagten hieß es vor Gericht, dass dieser seit Ende 2019 arbeitslos war. Seit Mai hat er wieder einen Arbeitsvertrag. Außerdem gab der Mann an, seinen Marihuana-Konsum seit einem Monat beendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wertete diese Sachverhalte und das Geständnis während des Abschlussplädoyers positiv und sah eine positive Sozialprognose als gegeben. Sie forderte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren in Kombination mit einer Geldauflage in Höhe von 3000 Euro in monatlichen Raten. Die Betreuung durch einen Bewährungshelfer sei auch deshalb wichtig, weil der Konsum immer noch „ein bisschen im Raum steht“.

Der Verteidiger schloss sich der Einschätzung des Staatsanwaltes an und beantragte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Das Gericht verurteilte ihn letztlich zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung und begründete dies mit dem Vorliegen eines minderschweren Falls, da der Angeklagte nicht vorbestraft sei und es sich um eine weiche Droge handle, die darüber hinaus in einer schlechten Qualität gekauft wurde.

Positive Prognose

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Das Gericht ging außerdem davon aus, dass der Verurteilte künftig keine Straftaten mehr begehen werde. Die Bewährungszeit wurde auf drei, eine Begleitung durch eine Bewährungshilfe auf zwei Jahre festgesetzt. Außerdem muss der Angeklagte eine Geldbuße in Höhe von 3000 Euro in monatlichen Raten zu je 150 Euro bezahlen.