Projekt

Wie im Kino: Zwei Banden verhindern bei Marktoberdorf einen Banküberfall

Film Dorf

Viele Sulzschneider Kinder haben im Film „S’ Dorf“ mitgespielt. Nun feierte die Komödie Premiere. Die Idee für dieses Projekt hatte Stefan Grassmann (Zweiter von links).

Bild: Lena Adlhoch

Viele Sulzschneider Kinder haben im Film „S’ Dorf“ mitgespielt. Nun feierte die Komödie Premiere. Die Idee für dieses Projekt hatte Stefan Grassmann (Zweiter von links).

Bild: Lena Adlhoch

Kinder aus Sulzschneid drehen einen turbulenten Film. Anlass ist das Dorfjubiläum. Welches Konzept hinter dem Werk steht und wie die Premiere verlief.
18.08.2021 | Stand: 04:00 Uhr

Was tun, wenn man ein Haus geerbt hat, die Bank einem aber kein Geld gibt, um es zu unterhalten? Sie überfallen? Das dachten sich zumindest zwei schräge Vögel und hatten dabei nicht mit den Sulzschneider Kindern gerechnet. Die gehören eigentlich zwei Banden an, die sich in dem beschaulichen Dorf bekämpfen. Das klingt ganz schön turbulent. Das ist auch ganz schön turbulent, wie die Premierengäste des Films „S’ Dorf“ im Vereinsheim in Sulzschneid erleben konnten.

Eigentlich sollte der Film längst zu den Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen des Marktoberdorfer Stadtteils gezeigt worden sein. Doch die Corona-Pandemie kam dazwischen. Das Fest wurde verschoben und damit auch die Premiere. Die erfolgte nun im kleinen Kreis. Dorffest hin oder her.

Auch die Martinsschule in Marktoberdorf ist ein Drehort

Das Publikum war ziemlich aufgeregt und die Kinder wurden immer nervöser in der zum Kino umfunktionierten Turnhalle. 47 schauspielende Akteure, davon 14 Kinder, waren an dem Projekt „S’ Dorf – der Film” beteiligt. Denn zum Jubiläum wollte Initiator Stefan Grassmann, selbst Schauspieler, auch den Mädchen und Buben etwas Besonderes, etwas Verbindendes bieten. Aus der Idee entstand eine Aktion, die so ungewöhnlich war wie die Drehorte: Sparkassenfiliale Westendorf, Bahnhof Lengenwang, Grundschule St. Martin in Marktoberdorf und weitere 20 Kulissen in Sulzschneid.

Angefangen hat das Projekt 2019. Viele der beteiligten Kinder spielen seit ein paar Jahren immer wieder Theater im Dorf. „Doch diesmal sollte es keine Hauptrollen geben, sondern die Auftritte sollten möglichst gleich verteilt sein. So hat sich auch das Drehbuch entwickelt“, sagt Grassmann.

60 Minuten gelacht

Das Konzept ist aufgegangen. Viele lustige Szenen tragen den Film. Beim Drehen wurden die Texte so verändert, dass sie den Schauspielern in den „Mund“ passten. Dadurch gab es immer wieder Platz für spontane Ideen, was dem Film anzumerken ist. „Die Beteiligten wirken alle sehr präsent und man spürt ihre Freude.“ Bei den Schnipseln am Ende des 60-minütigen Films sehen sie Zuschauer, wie viel gelacht und gealbert wurde.

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Grassmann war die entspannte Atmosphäre am Set immer sehr wichtig, wie er erzählt. Obwohl das mit den Kindern nicht immer so gelang. „Nur dadurch behielten die Kinder ihre Motivation über die Spanne von zwei Jahren, die die Dreharbeiten dauerten.“ Er hebt dabei die große Bereitschaft zum Mitmachen hervor. Es wurden viele Sulzschneider gefragt, die dann auch spontan kleine und größere Rollen übernahmen. „Plötzlich sah man Talente, die man denjenigen vorher nicht zugeschrieben hat.“

Weitere Aufführungen in Marktoberdorf

Die Filmmusik komponierte Manfred Selb. Er entwickelte groovige Technostücke, witzige Untermalungen und mehrstimmige Sätze. Immer wieder kombinierte er das mit handgemachter Volksmusik.

Die Kinobesucher kamen auf ihre Kosten. Es gab es großen Applaus für alle Beteiligten. Sie amüsierten sich über den verrückten Banküberfall oder den Tanz mit einem Staubsauger. Und auch eine Frage kam auf: „Wie baut man eine wassergefüllte Luftballon-Zerstörungsmaschine?“ Der Film wurde ebenso an der Martinsschule gezeigt, die einige der Kinder besuchen. Auch da, sagt Grassmann: „Ein voller Erfolg.“

Im Herbst soll der Film wieder in Sulzschneid zu sehen. Als Termine sind der 5., 6. und 7. November geplant.

Die Vorschau zum Film ist zu sehen auf www.kleintiroler.de