Geschenke für Ehrenamtliche

Kraftisrieder Bürgermeister kritisiert Ostallgäuer Ehrenamtskarte

Feature Foto Tourismus im Allgäu: Schloss Neuschwanstein

Inhaber der Ehrenamtskarte müssen für viele Ostallgäuer Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel Schloss Neuschwanstein) keine Eintritte berappen. Der Kraftisrieder Bürgermeister fordert nun, dass dieses Angebot künftig auch immer für eine Begleitperson der Begünstigten gelten soll.

Bild: Anton Reichart

Inhaber der Ehrenamtskarte müssen für viele Ostallgäuer Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel Schloss Neuschwanstein) keine Eintritte berappen. Der Kraftisrieder Bürgermeister fordert nun, dass dieses Angebot künftig auch immer für eine Begleitperson der Begünstigten gelten soll.

Bild: Anton Reichart

Kritik am Landkreis wird nun in Kraftisried laut: Bürgermeister Abel bemängelt die Vergabepraxis für die Ostallgäuer Ehrenamtskarte. Was Abel konkret fordert.
14.04.2021 | Stand: 16:48 Uhr

In der jüngsten Gemeinderatsitzung in Kraftisried ist acht verdienten Kraftisriedern die Ehrenamtskarte des Landkreises verliehen worden. Mit ihr erhalten ausgewählte Ostallgäuer Ehrenamtliche freien Eintritt zu Bergbahnen, Museen und Schlössern in der Region. Der Kraftisrieder Bürgermeister Michael Abel übte in der Ratssitzung aber erneut Kritik an der Vergabepraxis des Landkreises für die Ostallgäuer Ehrenamtskarte. Dabei wurde klar, warum die Karten laut Abel eher selten genutzt werden.

"Die Ehefrau bzw. der Ehemann soll auch keine Eintrittsgelder berappen müssen"

Bürgermeister Abel führte aus, woran er sich stört: Will ein Ehrenamtskarten-Inhaber etwa mit Frau und Kindern die Karte für eine Freizeiteinrichtung nutzen, hat er selbst zwar freien Eintritt. Allerdings muss er für den Ehepartner und die Kinder eigene Tickets kaufen. „Die aber sind teurer als eine reguläre Familienkarte“, kritisierte Abel. Überhaupt sei die Ehrenamtskarte oftmals „nutzlos“, da ein Großteil der beschenkten Ehrenamtler offensichtlich in ihrer Freizeit ungern allein unterwegs sei.

Kraftisrieder Bürgermeister fordert zwei Ehrenamtskarten für jeden Beschenkten

Diese Kritik hatte Abel, wie berichtet, schon im November 2020 erstmals geäußert und zugleich angeregt: „Nur vier Karten vergeben, jedem Inhaber aber eine zweite Karte zukommen lassen“ – damit der einen Begleiter seiner Wahl kostenlos zu der jeweiligen Freizeiteinrichtung mitnehmen könne und so die Ehrenamtskarte nutze und von ihr profitiere. Abel findet es auch ungerecht, dass gerade Ehe- oder Lebenspartner, „die großen Anteil an den ehrenamtlichen Leistungen der Ausgezeichneten haben“, Eintrittsgelder berappen müssen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung heißt es vom Landratsamt, dass der Ende 2020 von Abel eingebrachte Vorschlag natürlich für die nächste Auflage der Ostallgäuer Ehrenamtskarte geprüft werde. „Die Planungen für die Ehrenamtskarte 2021 waren zum Zeitpunkt der Anfrage schon so weit fortgeschritten, dass eine Änderung, die alle 45 Gemeinden des Landkreises und eine Vielzahl von Verhandlungen für Leistungen betroffen hätte, nicht mehr realisierbar war“, erklärt Pressesprecher Stefan Leonhart.

Das Landratsamt Ostallgäu steht dem Ansinnen sehr skeptisch gegenüber

Die Kreisbehörde sieht Abels Ansinnen aber skeptisch: „Eine Reduzierung der Ehrenamtskarteninhaber zugunsten der Partner von Ehrenamtskarteninhabern scheint uns nicht geeignet“, schreibt Leonhart. Denn dadurch würde rund 250 Ehrenamtlichen die Chance verwehrt, Anerkennung und Dank durch die Ostallgäuer Karte zu erhalten.

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Zugleich betonen die Verantwortlichen der Kreisbehörde, dass sich die Ehrenamtskarte durchaus auch für Familien lohne: „Wir haben den Fall angenommen, dass eine Familie (zwei Erwachsene, zwei Kinder) einen Ausflug macht und ein Erwachsener die Vergünstigungen der Ehrenamtskarte erhält“, erläutert Leonhart. Lediglich bei zwei der Partnereinrichtungen wäre in dem beschriebenen Fall „das Familienticket im Vergleich günstiger und somit keine Ersparnis durch die Ehrenamtskarte vorhanden“. Bei allen anderen Freizeiteinrichtungen ergebe sich aber eine Ersparnis.

Landratsamt Ostallgäu: "Ehrenamtskarte hat auch für Familien einen großen Mehrwert"

Daher biete die Ostallgäuer Ehrenamtskarte sehr wohl auch für Familienausflüge einen Mehrwert, schreibt Leonhart, zumal immer wieder auch Sonderveranstaltungen wie Forggensee-Schifffahrten oder Kinoabende angeboten würden, zu denen der Landkreis in der Regel auch eine Begleitperson einlade.

Die Ehrenamtskarte erhielten in Kraftisried: (v. l.) Hans-Peter Allgaier (Schützen), Martin Müller (TSV), Sophie Strobel (TSV), Miriam Thanner (Musik), Hans-Jörg Müller (TSV, Feuerwehr) und Michael Thanner (Schützen). Nicht anwesend waren Birgit Allgaier-Zettler (Schützen) und Michael Hartmann (Feuerwehr).
Die Ehrenamtskarte erhielten in Kraftisried: (v. l.) Hans-Peter Allgaier (Schützen), Martin Müller (TSV), Sophie Strobel (TSV), Miriam Thanner (Musik), Hans-Jörg Müller (TSV, Feuerwehr) und Michael Thanner (Schützen). Nicht anwesend waren Birgit Allgaier-Zettler (Schützen) und Michael Hartmann (Feuerwehr).
Bild: Anton Reichart

Die jährliche Verleihung der Karte fand coronabedingt nicht bei der sonst üblichen zentralen Feier im Landratsamt statt. Stattdessen überreichte Abel Karten und Geschenke für die Kraftisrieder Empfänger in der Ratssitzung. . Da Kraftisried erneut ein Kontingent von acht Ehrenamtskarten zur Verfügung stand, benannte die Kommune für das Jahr 2021 acht Personen.