Pfarrkirche in Obergünzburg

Krippenhüter und Knirps räumen gemeinsam auf

Mit Eifer unterstützt der neunjährige Jason den ehemaligen Kirchenpfleger Hermann Knauer.

Mit Eifer unterstützt der neunjährige Jason den ehemaligen Kirchenpfleger Hermann Knauer.

Bild: Margit Bauer

Mit Eifer unterstützt der neunjährige Jason den ehemaligen Kirchenpfleger Hermann Knauer.

Bild: Margit Bauer

Die Krippe der Pfarrkirche in Obergünzburg verschwindet bis nächstes Jahr im Schrank. Kirchenpfleger Hermann Knauer hat dabei einen eifrigen, kleinen Helfer.
Mit Eifer unterstützt der neunjährige Jason den ehemaligen Kirchenpfleger Hermann Knauer.
Von Margit Bauer
06.02.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Obergünzburg Mit dem Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar ist die Weihnachtszeit zu Ende gegangen. Deshalb wurden auch die Christbäume aus der Kirche geschafft und die Krippe wieder abgebaut. Seit vielen Jahrzehnten kümmert sich der ehemalige Kirchenpfleger Hermann Knauer in Kirche Sankt Martin in Obergünzburg darum, dass die Krippenfiguren nach ihrem Einsatz wieder gut verstaut werden.

Knauer hat selbst als neunjähriger zum ersten Mal mitgeholfen

Immer wieder findet Knauer Helfer beim Her- und Wegräumen der Figuren, meist Erwachsene. In diesem Jahr hatte der Krippenhüter einen besonderen Helfer zur Seite: den neunjährigen Jason, der in diesem Jahr zur Erstkommunion gehen wird und vielleicht sogar zu den Ministranten stoßen möchte. Knauer erinnert sich noch gut daran, wie er selbst 1948 als neunjähriger Knirps zum ersten Mal bei der Einrichtung der Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche St. Martin mithelfen durfte. Mit Vorsicht und geradezu Hochachtung behandelte er die geschnitzten Figuren, achtete darauf, dass ja kein Finger abbrach oder eine Farbbeschädigung entstand.

Der Neunjährige hat großes Interesse an der Krippe

Auch Jason hat schon in der Weihnachtszeit das Geschehen in der Krippe mit großem Interesse mitverfolgt: Wie die Hirten um die leere Krippe lagerten. Dann kamen Maria und Josef, schließlich das neugeborene Jesuskind dazu. Später versammelten sich die Heiligen Drei Könige, um ihre Gaben zu bringen. Auch die Steinigung des Heiligen Stephanus wird in der Obergünzburger Krippe angedeutet.

Und nun darf Jason mithelfen beim Aufräumen. Mit „Onkel Hermann“ trägt er Heilige Familie, Verkündigungsengel, Hirten und Könige, Ochs und Esel und etwa 40 Schafe in den Turm, wo alles im großen Schrank verstaut wird.

Obergünzburger Krippe galt lange als verschollen

Eine orientalische Krippeneinrichtung zierte laut Knauer von 1750 bis in die 1960er Jahre die Obergünzburger Kirche in der Weihnachtszeit. Nach der Renovierung des Kirchturmdaches 1964 galt sie als verschollen und wurde erst 2018 im Museumsdepot wieder entdeckt. Museumsleiterin Dr. Martina Kleinert hat die Figuren dieses historischen Ensembles zwischenzeitlich inventarisiert und plant Nachforschungen zu deren Ursprung und Geschichte zu betreiben. Diese Krippe aus dem 18. Jahrhundert könnte dann im Zuge der Neukonzipierung des Heimatmuseums in ihrer Gesamtheit der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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