Tipps bei Wespenstichen

"Jede Sekunde kann entscheiden" - So reagieren Sie richtig, wenn nach dem Wespenstich Lebensgefahr droht

Für Allergiker kann ein Wespenstich schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.

Für Allergiker kann ein Wespenstich schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolfoto)

Für Allergiker kann ein Wespenstich schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolfoto)

Allergien auf Insektenstiche können schnell lebensbedrohlich werden. Experten des Roten Kreuz im Allgäu sagen, was im Notfall zu tun ist.
16.07.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Insektenstiche können laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) für Allergiker schwere Folgen haben, bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Allergische Reaktionen zeigten sich da in der Regel nach Sekunden oder wenigen Minuten. „Leichte Schwellungen, Rötungen und Juckreiz oder Schmerzen sind normal. Wenn Stiche allerdings sehr stark und länger als 24 Stunden anschwellen oder Schwellungen im Nasen-Rachenraum auftreten, sollten die Alarmglocken schrillen“, sagt BRK-Mann Peter Fraas.

Er rät, dann schnell einen Allergietest beim Haus- oder Hautarzt zu machen. „Anders als zum Beispiel bei einer Pollenallergie sind allergische Reaktionen auf Insektenstiche unberechenbar. Manchmal bleibt es bei einer Schwellung, aber die Beschwerden können auch plötzlich bis hin zu einem anaphylaktischen Schock führen“, warnt er.

So reagieren Sie nach eine Wespenstich richtig

Als mögliche Hinweise auf den Beginn einer so schweren Reaktion nennt Fraas plötzliche Kopfschmerzen, Juckreiz und Brennen an den Handinnenflächen, Fußsohlen oder im Genitalbereich, metallischer Geschmack im Mund, Angstgefühle und Verwirrtheit. Deutliche Zeichen eines allergischen oder anaphylaktischen Schocks seien plötzlicher Juckreiz oder Brennen im Rachenraum und an der Zunge, Schwellungen an Hals und Gesicht, Rötung der Haut oder Schleimhaut sowie Fließschnupfen, Heiserkeit und starke Atembeschwerden. Dazu kämen oft Hitzewallungen, Schwäche, Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall. (Lesen Sie auch: Nervig aber nützlich? Was die Wespen wirklich für die Natur bedeuten)

Beim ersten Verdacht müsse der Rettungsdienst alarmiert werden, sagt Fraas. Er rät zu folgenden Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Notruf 112 verständigen.
  • falls vorhanden, Notfallset anwenden.
  • bei Bienenstichen: den Stachel, der in der Haut steckt, mit dem Fingernagel wegschnippen – aber die Stachelblase nicht quetschen.
  • bei Atmungsproblemen: sitzende Haltung.
  • enge Kleidungsstücke (vor allem am Hals) lockern oder entfernen.
  • bei Schocksymptomen (kalter Schweiß, Blässe, Schwindel): auf den Rücken legen, Beine hochlagern (bei gleichzeitiger Atemnot: stattdessen sitzen).
  • bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage.
  • ständig Atmung und Herzschlag kontrollieren.
  • fehlen Atmung und Herzschlag: Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen (Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung im Wechsel 30 zu 2).

Es sei wichtig, über die eigene Allergie und Allergieauslöser Bescheid zu wissen, betont der Rettungsdienstleiter. „Wer ein Notfall-Set hat, sollte das in der warmen Jahreszeit immer mitführen.“ Und es sei wichtig, sich und Angehörige in Ruhe mit der Handhabung der Adrenal-Fertigspritze vertraut zu machen. Fraas: „Im akuten Notfall kann jede Sekunde über Leben und Tod entscheiden.“ (Lesen Sie auch: Experte: „Hornissen sind tolerante und friedfertige Tiere!“)

Lebensgefahr nach Wespenstich: Ein Stich im Mund ist immer gefährlich

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Bei einem Wespen- oder Bienenstich im Mund ist die Situation laut Rotem Kreuz auch ohne Allergie lebensbedrohlich. „Als Reaktion auf das Insektengift können Schleimhäute und Zunge in Sekundenschnelle anschwellen. Die Atemwege können sich in kürzester Zeit verengen oder ganz verschließen – der Betroffene droht zu ersticken“, warnt Fraas. Daher solle man sofort den Rettungsdienst (Nummer 112) rufen und den Hals des Betroffenen schnell von außen und innen kühlen: Kalte Umschläge, Kühlelemente und das Lutschen von Eiswürfeln oder Speiseeis könnten die Schwellung hemmen. (Lesen Sie auch: Bremsenstiche: Deswegen tun sie so weh - das hilft dagegen)

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