Behandlung im Ostallgäu

Sie helfen, wenn das Atmen schwer fällt

Zusammen wollen die Thoraxspezialisten aus Kaufbeuren und Memmingen Patienten in der Region bestmöglich versorgen (von links): Oberarzt Christoph Berghammer, Oberarzt Dr. Benedikt Haager, Chefarzt Professor Dr. Stefan Maier und Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten Gutt.

Zusammen wollen die Thoraxspezialisten aus Kaufbeuren und Memmingen Patienten in der Region bestmöglich versorgen (von links): Oberarzt Christoph Berghammer, Oberarzt Dr. Benedikt Haager, Chefarzt Professor Dr. Stefan Maier und Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten Gutt.

Bild: Lungenzentrum Allgäu

Zusammen wollen die Thoraxspezialisten aus Kaufbeuren und Memmingen Patienten in der Region bestmöglich versorgen (von links): Oberarzt Christoph Berghammer, Oberarzt Dr. Benedikt Haager, Chefarzt Professor Dr. Stefan Maier und Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten Gutt.

Bild: Lungenzentrum Allgäu

Die Kliniken in Kaufbeuren und Memmingen wollen Menschen mit Lungenkrankheiten gemeinsam optimal versorgen. Wie die standortübergreifende Zusammenarbeit hilft.
08.02.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Menschliches Leben ist ohne Sauerstoff nicht möglich. Um den Körper optimal versorgen zu können, muss die Lunge intakt und gesund sein. Eine eingeschränkte Atmung schränkt den Aktionsradius ein und nimmt den Betroffenen die Lebensfreude. Häufig wird dann eine operative Behandlung notwendig, die ein hoch qualifiziertes und spezialisiertes Netzwerk verschiedener Fachdisziplinen erfordert. Um Patienten mit Lungenleiden standortübergreifend optimal versorgen zu können, haben sich Spezialisten am Klinikum Kaufbeuren und am Klinikum Memmingen zum „Lungenzentrum Allgäu“ zusammengeschlossen.

Eine der häufigsten Tumorerkrankungen ist noch immer der Lungenkrebs. Wird er frühzeitig erkannt, ist er meist gut behandelbar. Und auch bei fortgeschrittenen Tumorstadien können mit Hilfe multimodaler, individuell an den Patienten angepasster Therapiekonzepte gute Ergebnisse erzielt werden.

600 Lungenkrebsfälle im Jahr

Die Kliniken Kaufbeuren und Memmingen versorgen regional und überregional ein Gebiet, das bis zu einer Million Einwohner umfasst. Innerhalb des Einzugsgebietes treten anhand der durchschnittlichen Inzidenzwerte pro Jahr etwa 600 Fälle von Lungenkrebs auf. Mindestens weitere 600 brauchen ähnliche chirurgische Therapien – beispielsweise bei Metastasen oder bei gutartigen Erkrankungen der Lunge, der Atemwege und des Brustkorbs. Sowohl in Kaufbeuren als auch in Memmingen gibt es spezialisierte Fachärzte für Thoraxchirurgie – die Chefärzte der Allgemein-, Viszeral, Thorax- und Gefäßchirurgie Prof. Dr. Stefan Maier vom Klinikum Kaufbeuren und Prof. Dr. Dr. h.c. Carsten Gutt vom Klinikum Memmingen haben in den vergangenen Jahren die Kompetenz im Bereich der Thoraxchirurgie konsequent ausgebaut. Im Sommer 2020 führten sie erste Gespräche über eine Kooperation als Lungenzentrum. „Die Kliniken Kaufbeuren und Memmingen hatten traditionell schon immer einen sehr guten Kontakt und wir tauschen uns an sich regelmäßig auf Chefarztebene aus“, erklärt Maier. „Wir profitieren alle davon, wenn wir uns im gesamten Spektrum der Lungenheilkunde klinikübergreifend austauschen und uns gegenseitig stärken“, so Professor Gutt.

Die gemeinsamen Lungenkonferenzen, sogenannte „Lungenboards“, finden bereits seit Ende 2020 immer montags per Video statt. Dort kann jeder Hausarzt, jede Klinik, grundsätzlich auch jeder Patient seine Fälle vorstellen. „Das läuft sehr gut. Wir haben jeweils alle Nachbardisziplinen dabei – Strahlentherapie, Pathologie, Pulmologie, Onkologie sowie Radiologie – und unterstützen uns in den Themen gegenseitig“, beschreiben die Chefärzte die Praxis. Je nach Fall könne es vorkommen, dass ein Operateur von einem zum anderen Standort fährt oder Eingriffe gemeinsam durchgeführt werden. (Lesen Sie auch: Diplom-Sportlehrer im Interview: Warum Bewegung ein "hochwirksames" Medikament im Alter ist)

Die beiden Vorstände Ute Sperling von den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren und Maximilian Mai vom Klinikum Memmingen loben die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Beide Standorte hätten sowohl den Sitz als auch die Verantwortung und jeweils breite Expertise. „Durch das gemeinsame Lungenzentrum ergänzen wir das medizinische Know-how beider Kliniken sowohl in der Breite als auch in der Tiefe“, erklärt Sperling. Davon profitierten die Patienten und auch die niedergelassenen Ärzte. Man wolle mit der Kooperation eine Basis für die weitreichende strukturelle Vernetzung in der Lungenmedizin schaffen, die den Patienten eine gleichbleibend hohe Qualität an beiden Standorten bietet.

Spezielle Lungensprechstunden

Das Lungenzentrum Allgäu pflegt eine konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitseinrichtungen und niedergelassenen Fach- und Allgemeinärzten. Die Oberärzte der Thoraxchirurgie Dr. Benedikt Haager vom Klinikum Memmingen und Christoph Berghammer vom Klinikum Kaufbeuren empfehlen Hausärzten und Patienten: „Generell sollte bei Lungenproblemen ein Facharzt oder ein Lungenzentrum kontaktiert werden. Bei uns können sich die Patienten an beiden Standorten vorstellen.“ Dazu werden jeweils spezielle Lungensprechstunden angeboten. Mit einheitlichen Qualitätsstandards und Methoden sei sichergestellt, dass Patienten in beiden Häusern professionell und bestmöglich behandelt werden – ohne allzu weite Wege auf sich zu nehmen.

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