Marktoberdorf hilft

Müllstadtkinder in Kairo danken Marktoberdorfern

Müllstadtkinder Kairo

Nur das Gemeinschaftshaus, das der Marktoberdorfer Verein Müllstadtkinder mit Unterstzützung zahlreicher Spender in der Müllstadt bei Kairo errichtet hat, ist nach der Flut im vergangnenen Jahr stehengeblieben.

Bild: Günther Claeys

Nur das Gemeinschaftshaus, das der Marktoberdorfer Verein Müllstadtkinder mit Unterstzützung zahlreicher Spender in der Müllstadt bei Kairo errichtet hat, ist nach der Flut im vergangnenen Jahr stehengeblieben.

Bild: Günther Claeys

Brief aus Kairo freut Marktoberdorfer Verein. Warum er trotz Rückschlägen durch eine Flutkatastrophe unbedingt weiter helfen will.
07.01.2021 | Stand: 11:45 Uhr

Eine Welle der Hilfsbereitschaft hat der Verein Müllstadtkinder Kairo im März erfahren. Er hatte zu Spenden aufgerufen, nachdem die Müllstadt von einer Flut regelrecht weggespült worden war. Wie Vorsitzender Günther Claeys sagt, waren fast 50 000 Euro von vielen einzelnen Spendern zusammengekommen. Allein von der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica erreichten den Verein 10 000 Euro. Laut Claeys wurde dank dieser Unterstützung jeder der Familien, die vom Verein Müllstadtkinder betreut werden, geholfen.

Sie alle hatten ihre Bleibe und ihr Hab und Gut verloren. Untergebracht wurden sie vom Staat vorläufig in Wohnungen in einer nahegelegenen Stadt. Gleichzeitig baut die ägyptische Regierung für sie jenseits des Flusses, der die Müllstadt nach starken Regenfällen vernichtet hatte, Wohnblocks. Dorthin werden die Familien voraussichtlich Mitte nächsten Jahres umgesiedelt. Sie können dann auch die Einrichtung mitnehmen, die der Verein Müllstadtkinder ihnen dank der spendengelder für ihre provisorischen Unterkünfte anschaffen konnte. Kühlschrank, Bett, Kocher und Waschmaschine gehörten dazu.

Nur das Gemeinschaftshaus hielt Stand

Die untergegangene Müllstadt ist zuletzt von Baggern dem Erdboden gleich gemacht worden, sagt Claeys. Wie auf einem Adlerhorst stehend hat das Gemeindezentrum, das der Müllstadtverein gebaut hat, die flug überstanden. Es war auf einem erhöhten Punkt gebaut worden. Es steht nur 2,5 Kilometer von der neuen Siedlung entfernt. Was mit dem Gebäude langfristig passiert, ist noch ungewiss. Soweit die Corona-Situation es zurzeit zulässt, wird es mit Kindergarten und Schulungsräumen erst einmal weiter betrieben. Es müsse allerdings statisch weiter gesichert werden, sagt Claeys. Die medizinische Versorgungsstation, die ebenfalls dank Spenden aus Marktoberdorf in einem Container in der Müllstadt aufgebaut worden war, hat Bestand. Sie ist mitsamt dem Container in die Nähe des Neubaus auf die andere Flussseite umgezogen.

Unterstützung nach wie vor notwendig

Der Verein Müllstadtkinder Kairo ist trotz der katastrophenbedingten Rückschläge fest entschlossen, den Müllstadtfamilien weiterhin zu helfen. „Dafür benötigen nach wie vor die Unterstützung aus Marktoberdorf“, sagt Claeys.

Seit 17 Jahren ist der Marktoberdorfer Verein Müllstadtkinder Kairo in Ägypten aktiv. Viele Projekte wurden seither angepackt. Für die Bewohner verbesserte sich dadurch unter anderem die medizinische Versorgung, aber auch im Bereich Bildung und Infrastruktur hat sich einiges bewegt. Die Müllstadtbewohner sollen auch jetzt nicht im Stich gelassen werden. Das wünscht sich der Verein. (sg)

Lesen Sie auch
##alternative##
Katholischer Fraunenbund Marktoberdorf

„Die Merkel geht, ich gehe auch“: Vorsitzende nimmt nach 20 Jahren Abschied