Schutz der Natur festgeschrieben

Marktoberdorfer Stadtwald wird fit gemacht für den Klimawandel

Auch in Marktoberdorf sind die Folgen dies Klimawandels sichtbar. Deshalb baut ihn die Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf im Auftrag der Stadt um.

Auch in Marktoberdorf sind die Folgen dies Klimawandels sichtbar. Deshalb baut ihn die Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf im Auftrag der Stadt um.

Bild: Bernd Weissbrod, dpa (Symbolfoto)

Auch in Marktoberdorf sind die Folgen dies Klimawandels sichtbar. Deshalb baut ihn die Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf im Auftrag der Stadt um.

Bild: Bernd Weissbrod, dpa (Symbolfoto)

250 Hektar groß ist der Waldbesitz der Stadt Marktoberdorf. Doch der Klimawandel setzt ihm zu. Mit welchen Maßnahmen er künftigen Genarationen erhalten wird.
09.02.2021 | Stand: 14:18 Uhr

Für den Stadtwald von Marktoberdorf gibt es einen neuen Bewirtschaftungsplan. Darin ist festgelegt, dass die 250 Hektar große Fläche auch in den nächsten 20 Jahren nachhaltig bewirtschaftet wird. Das bedeutet, dass nur so viel Holz im Wald entnommen werden darf, wie gleichzeitig wieder nach-wächst. Gleichzeitig sollen die Baumarten den Folgen des Klimawandels angepasst werden. Den neuen Forstwirtschaftsplan überreichte Forstdirektor Stephan Kleiner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren an Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell überreicht.

Schutz für den Wald, Erholung für Marktoberdorfer

„Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung können unsere Wälder die wichtigen Schutz- und Erholungsfunktionen für unsere Bevölkerung sichern sowie den natürlichen Rohstoff Holz zur Verfügung stellen“, sagte Hell. Eine besondere Herausforderung wird laut Forstdirektor Kleiner der Waldumbau zu einem klimastabilen Wald: „In Zukunft werden viel weniger Fichten in den Marktoberdorfer Wäldern wachsen. Dafür werden andere Baumarten wie Tanne, Lärche, Buche und Bergahorn deutlich zunehmen.“ Denn diese Baumarten sind vor allem durch ihre Wurzelsysteme, die sich tiefer im Boden verankern, besser für den Klimawandel gerüstet.

In den Marktoberdorfer Wäldern soll der Anteil an Laubholz in den nächsten 20 Jahren auf 30 Prozent verdoppelt werden, während der Anteil an Nadelholz von 84 auf 70 Prozent sinken wird. Der Anteil der Tanne soll von 2,5 auf sieben Prozent gesteigert werden. Hierfür müssen aber aus Sicht von Moritz Janzen, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf und mit der Bewirtschaftung des Stadtwaldes beauftragt, die jagdlichen Rahmenbedingungen passen und die Rehwildbestände angepasst werden. Ansonsten seien teure Schutzmaßnahmen wie Zaunbau oder Einzelschutz erforderlich.

Plan für die nächsten 20 Jahre

Gemäß dem Bayerischen Waldgesetz müssen für größere Kommunalwälder verbindliche Bewirtschaftungspläne mit einer Laufzeit von 20 Jahren erstellt werden. In der sogenannten Forsteinrichtung wird festgelegt, wie viel Holz jährlich eingeschlagen werden darf, ohne dass der jährliche Zuwachs überschritten wird. In den vergangenen Jahren war der Einschlag allerdings beeinflusst durch Schadereignisse wie Sturm- und Schneebruchschäden sowie dem Borkenkäfer. Genau festgelegt wird im Bewirtschaftungsplan auch die Pflanzung von standortangepassten Baumarten. Pflegemaßnahmen von jüngeren Waldbereichen sind geplant, um Mischbaumartenanteile zu sichern sowie die Qualitätsentwicklung der Bäume zu fördern.

Der Stadtwald teilt sich in 45 Einzeldistrikte auf. Diese befinden sich überwiegend auf sehr wüchsigen Waldstandorten der Grundmoräne. Gut die Hälfte der Wälder haben eine besondere Bedeutung für das Landschaftsbild sowie die Erholung – Beispiel Buchel – und genießen einen besonderen Schutz. Der Marktoberdorfer Stadtwald umfasst auch über 60 Hektar wertvolle Naturschutzflächen. Auf diesen wird ein besonderes Augenmerk gelegt und Eingriffe, falls notwendig, nur sehr sorgsam ausgeführt, um den Naturschutzzweck zu fördern, heißt es in der Vereinbarung.

Totholz ist ein wertvoller Lebensraum

Im Rahmen der Bewirtschaftung werden Bäume mit Höhlen als wichtiger Lebensraum für Specht, Hohltaube und Waldkauz geschützt und erhalten. Da totes Holz für viele Pilz- und Insektenarten von großer Bedeutung ist, wird stehendes und liegendes Totholz für den Biotop- und den Artenschutz an Ort und Stelle belassen.