Corona

Marktoberdorferin näht über 500 Mund- und Nasenschutz-Masken für den guten Zweck

Ulrike Heidenthal-Laddach aus Marktoberdorf hat schon über 500 Masken genäht.

Ulrike Heidenthal-Laddach aus Marktoberdorf hat schon über 500 Masken genäht.

Bild: Stefanie Gronostay

Ulrike Heidenthal-Laddach aus Marktoberdorf hat schon über 500 Masken genäht.

Bild: Stefanie Gronostay

Ulrike Heidenthal-Laddach hängte selbstgenähte Masken an ihren Zaun. Viele, die eine Maske vom Zaun nahmen, ließen ihr eine Spende da. 800 Euro kamen zusammen.
17.05.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Mit so einem Erfolg hatte die Marktoberdorferin Ulrike Heidenthal-Laddach nicht gerechnet. Als die 60-Jährige Anfang April begann, Masken zu nähen, hängte sie probeweise drei Stück davon an ihren Gartenzaun – kostenlos zum Mitnehmen. War eine Maske weg, hängte sie eine neue hin. Über 500 Stück brachte sie so unter die Leute. Manch einer ließ eine freiwillige Spende da. „800 Euro sind zusammengekommen“, freut sich Heidenthal-Laddach, die das Geld nun an Hilfsorganisationen spendet.

Mit dem Nähen kam sie gar nicht mehr nach

„Die Nachfrage war riesig. Ich bin mit dem Nähen gar nicht mehr nachgekommen“, sagt Heidenthal-Laddach. Insbesondere in der Woche, als die Maskenpflicht bekannt wurde, sind viele weggegangen. „Ich saß den ganzen Tag an der Nähmaschine“, sagt die 60-Jährige. „Ohne die Hilfe meines Mannes hätte ich das nicht geschafft.“ Bis zum Abend schnitt die Marktoberdorferin noch Masken zu, die sie aus alten Stoffresten fertigt. Heidenthal-Laddach bekam dabei auch Unterstützung von anderen. „Als die Gummizüge knapp wurden, haben mir viele welche vorbeigebracht“, sagt sie. Auch Stoffreste wurden der 60-Jährigen gespendet.

„Ich habe durchweg positive Resonanz bekommen“, sagt die Marktoberdorferin. Doch nicht nur das. An Ostern fand Heidenthal-Laddach einen Osterhasen vor ihrer Tür, eine Frau brachte ihr Blumen vorbei und ein Herr warf eine CD in ihren Briefkasten. „Das hat mich sehr gefreut.“

Geld für die Kartei der Not und die Tafel

Viele Marktoberdorfer versorgten sich mit Masken von ihrem Gartenzaun in der Meichelbeckstraße. „Eine Frau hat die Masken sogar als Spende ins Ausland geschickt“, sagt die Näherin. Profit aus den Masken möchte Heidenthal-Loddach nicht schlagen. „Ich habe bereits 550 Euro an die Kartei der Not, die Müllstadtkinder in Kairo, die Tafel Marktoberdorf und an Ärzte ohne Grenzen gespendet.“ Der Rest werde ebenfalls für wohltätige Zwecke eingesetzt.

Mittlerweile ist die Nachfrage nach dem selbst genähten Mund- und Nasenschutz geringer geworden. „Ich mache trotzdem weiter“, sagt Heidenthal-Laddach, an deren Gartenzaun nach wie vor immer drei Masken hängen.

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