Marktoberdorf

Mit Chansons ab in den sonnigen Süden

stefan Edelmann

Stefan Edelmann mit Band trotzte in der Marktoberdorfer Filmburg der Fußballkonkurrenz. Die Chansons nahmen das Publikum mit auf eine Reise nicht nur nach Frankreich.

Bild: Alfred Michel

Stefan Edelmann mit Band trotzte in der Marktoberdorfer Filmburg der Fußballkonkurrenz. Die Chansons nahmen das Publikum mit auf eine Reise nicht nur nach Frankreich.

Bild: Alfred Michel

Stefan Edelmann entführt nach langer Corona-Zeit in die schönsten Ecken der Erde. Wie das Publikum in der Marktoberdorfer Filmburg in die Welt der Chansons eintauchte.
17.07.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Nach gefühlt unendlich langer Corona-Zeit entführt Stefan Edelmann mit Band nach Paris – mit einer Chanson-Rundreise über den Fujiyama und Syrakus zurück an die Seine. Der Konzertabend des Marktoberdorfer Französischpädagogen beginnt in der nostalgischen Marktoberdorfer Filmburg. Das Programm „Chansons d´amour…et d´automne“ verschreckte die Zuhörer nicht. Auch solche mit wenig Französischkenntnissen konnten sich gut in die Texte von Liebe und melancholisch angehauchtem Herbst hineinfühlen.

„Fußball gibt es immer wieder, aber Edelmann nicht“, kommentierte Filmburg-Chefin Monika Schubert den Auftrittstag, der mit dem EM-Endspiel der Kicker zusammenfiel. Edelmann bedankte sich so artig wie gleichzeitig doppeldeutig bei Nationaltrainer Jogi Löw, „dass er auf die Kultur in Marktoberdorf Rücksicht genommen“ habe. Die vier Mitspieler des Chansons-Abends spielten überwiegend mehrere Instrumente. So griffen Regina Bergmann zu Querflöte und Geige, Jürgen Junggeburth zum Kontrabass und Percussion, Florian Mayer zu Klarinette und Saxofon und Robert Schilhansl zur Gitarre.

Edelmann als launiger Conferencier

Bandleader Edelmann begleitete mit Gitarre seine Lieder und gab den launigen Conférencier, der nicht-frankofone Zuhörer mit humorvollen allemand-sprachigen Erläuterungen auf die musikalische Reise mitnahm.

Von Paris aus startete die Band in den idyllischen Süden. Schön anzuhören und zu sehen: der Wettstreit zwischen der Querflöte und dem Saxofon, das auch mit etwas weniger Forte stark geglänzt hätte. Dann aber wieder schnell zurück „Sous le Ciel de Paris“, und unter dem Hauptstadt-Himmel der Realität entfliehen. Melancholie?

Von den existenziellen Fragen des Lebens

Ein bisschen musste erlaubt sein, schließlich sang Edelmann von existenziellen Fragen des Lebens. So war auch und nicht zuletzt zu erfahren, was passiert, wenn früh um 5 die Stadt erwacht: „Paris s´eveille“. Zur Abwechslung schnell in die große weite Welt, nach Japan zum Fujiyama und über das sizilianische Syrakus zurück an die Seine-Metropole und unter die Paravents, auf die melancholisch der Regen prasselt. Soviel Schwerblut muss sein dürfen. Da passt auch das Lied über vergangene Lieben, gemeint ist laut Edelmann tatsächlich die Mehrzahl, woran immer man auch denken mag. Zum Abschluss entließ die Band mit „la mer“ von Charles Trenet das angenehm entrückte Publikum in den Marktoberdorfer Sommerabend.

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Wer allerdings nicht genug bekommen hatte, der konnte sich die CD mit Edelmann-Chansons besorgen. Einen ersten Überblick kann man sich auch im Internet verschaffen. Wer das Original möchte: Die CD ist im Café Muckefuck und in der Buchhandlung Eselsohr in Marktoberdorf erhältlich.