Ruderatshofen

Nein zu Bauantrag: Fehlender Wasseranschluss gibt Ausschlag

Wie sollte das Trinkwasser in den Neubau gelangen? Das war die Frage, als der Gemeinderat Ruderatshofen über den Bauantrag eines Landwirts für einen Neubau beriet. Am Ende der Abstimmung stand ein Patt. Das war gleichbedeutend mit der Ablehunung des Vorhabens.

Wie sollte das Trinkwasser in den Neubau gelangen? Das war die Frage, als der Gemeinderat Ruderatshofen über den Bauantrag eines Landwirts für einen Neubau beriet. Am Ende der Abstimmung stand ein Patt. Das war gleichbedeutend mit der Ablehunung des Vorhabens.

Bild: Alexander Kaya

Wie sollte das Trinkwasser in den Neubau gelangen? Das war die Frage, als der Gemeinderat Ruderatshofen über den Bauantrag eines Landwirts für einen Neubau beriet. Am Ende der Abstimmung stand ein Patt. Das war gleichbedeutend mit der Ablehunung des Vorhabens.

Bild: Alexander Kaya

Bauantrag eines Landwirts abgelehnt. Patt im Gremium bedeutet das Aus für das Vorhaben in Immenhofen.
29.03.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Zunächst erschien der Bauantrag auf Erstellung einer Betriebsleiterwohnung mit Doppelgarage ein übliches Vorhaben, das wegen landwirtschaftlicher Nutzung privilegiert ist. Warum der Gemeinderat nicht so problemlos zustimmen konnte, stellte sich erst im Laufe der Beratung heraus.

Auf dem Anwesen des Antragstellers im Ortsteil Immenhofen befindet sich eine Biogasanlage. Südlich der beiden Lagerhallen soll nun ein Betriebsleiterhaus samt Garagen entstehen. Schon vor einem Jahr, so erinnerten sich Ratsmitglieder, sei der erste Bauantrag eingegangen. Und noch immer sei die Wasserversorgung nicht geklärt. Zwar wurde laut Bürgermeister Johann Stich der Wasseranschluss an die kommunale Trinkwasserleitung gewünscht. Da aber die Wasserleitung in etlicher Entfernung zum Hof endet, müsste die Leitung entweder über einen öffentlichen Weg oder auch quer über Felder verlängert werden. Dafür aber hat der Antragsteller keine Lösung vorgeschlagen.

Schon der dritte Antrag

Nicht nur bei diesem dritten Antrag, auch bereits erstmals vor einem Jahr sei die Wasserversorgung nicht geklärt worden, war aus dem Rat zu hören. Aber in dieser Sitzung musste eine Entscheidung gefällt werden. Denn eine Vertagung hätte laut Gemeindechef bedeutet, dass dieses Stillschweigen dem Bauwerber ungehindertes Bauen ermöglicht hätte. Das aber wäre der Wassersituation nicht gerecht geworden. Denn einerseits sind für eine Verlängerung der Leitung grundrechtliche Fragen zu lösen. Andererseits taucht die Frage auf: Wer ist verantwortlich, wenn die kommunale Leitung defekt wird? Zudem müsste, da es sich um eine Endleitung handeln würde, geklärt werden, dass die Leitung regelmäßig durch technische Maßnahmen gespült werde, um Legionellen oder andere Belastungen zu vermeiden.

Verschiedene Lösungen durchdacht

Nun betreibt der Antragsteller zwar einen Wasserbrunnen für Brauchwasser, der sei aber nicht als Trinkwasser geeignet, sagt das Landratsamt Ostallgäu. An anderer Stelle auf dem Grundstück des Antragstellers hingegen wäre laut der Behörde ein Trinkwasserbrunnen durchaus erlaubnisfähig. Er müsste neu im Oberstrombereich gebohrt werden. Da aber der Antrag lautete, an das kommunale Wassernetz anzuschließen, skizzierte der Gemeindechef die Alternativen für die Kommune: Der Rat könnte beschließen, dass der Neubau über ein bisher mit Endleitung versorgtes Anwesen an die gemeindliche Trinkwasserleitung angeschlossen wird. Oder der Bauwerber sorgt selbst für einen Anschluss an dieses bisherige Endleitungs-Anwesen über selbst erstellte Leitungen. Oder er bohrt einen eigenen, neuen Brunnen. Ratsmitglied Franz Popp schlug vor, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen mit der Auflage, dass der Antragsteller selbst für eine fachgerechte Versorgung auf eigene Kosten sorgen müsse. Die Abstimmung ergab 6 zu 6 Stimmen. Mit diesem Patt war der Antrag abgelehnt. Daher musste nun ein zweiter Beschluss gefasst werden, ob der vom Bauwerber beantragte Plan befürwortet oder abgelehnt wird. Die Entscheidung fiel eindeutig aus, der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.