Exkursion

Obergünzburg: faszinierende Vergangenheit, aufstrebende Gegenwart

Allein schon der Stein des Gutbroddenkmals und wie er hier herkam, ist eine spannende historische Geschichte. Die Gäste des Spaziergangs waren davon begeistert.

Allein schon der Stein des Gutbroddenkmals und wie er hier herkam, ist eine spannende historische Geschichte. Die Gäste des Spaziergangs waren davon begeistert.

Bild: Hermann Knauer

Allein schon der Stein des Gutbroddenkmals und wie er hier herkam, ist eine spannende historische Geschichte. Die Gäste des Spaziergangs waren davon begeistert.

Bild: Hermann Knauer

Spannende Spaziergänge zu Denkmälern mit dem Obergünzburger Arbeitskreis Heimatkunde wecken viel Interesse. Wie das Kinder-Ferienprogramm Erwachsene erreichte.

Allein schon der Stein des Gutbroddenkmals und wie er hier herkam, ist eine spannende historische Geschichte. Die Gäste des Spaziergangs waren davon begeistert.
Von Hermann Knauer
17.09.2020 | Stand: 07:40 Uhr

Das Sommerprogramm des Arbeitskreises Heimatkunde (AKH) Obergünzburg hat großes Interesse bei den Kindern und Erwachsenen gefunden. Das gemeindliche Angebot der Günztaler Ferienfreizeit war eigentlich nur für Kinder und Schüler vorgesehen. Doch als die acht- bis 16-jährigen Schüler anschließend in ihren Familien von dem Gesehenen und Gehörten erzählten, weckte dies auch bei den Erwachsenen das Interesse an ihrem Heimatort Obergünzburg und seiner Umgebung, sodass der AKH mit Hermann Knauer sein Angebot der historischen Spaziergänge erweiterte.

Von den vier verschiedenen Spaziergängen führte der erste vom Stationenweg, zur Lourdesgrotte, über den Friedhof mit geschichtsträchtigen Römerfunden und Denkmälern zur Bergkirche und endete am Gutbrod-Denkmal über der Berggasse. Während der spannenden Erzählungen wurde der ehemalige Kirchenpfleger von den Gästen aufgefordert, doch die beeindruckende Dia-Show über die Sanierung der Bergkirche 1974 und 1980/81 wieder einmal zu zeigen. Knauer sagte zu, in den Wintermonaten das Geschehene, an dem 170 Obergünzburger Bürger ehrenamtlich mitgearbeitet haben, anlässlich des 40. Jahrestages der Wiedereröffnung des Gotteshauses der Öffentlichkeit zu zeigen, sofern es die Coronakrise zulässt.

Beeindruckende Dimensionen

Der zweite Spaziergang führte zu den Hochwasserfreilegungen Hagenmoos/Reitplatz, zur Tobelbach/ Günzeinmündung und zum 9,80 Meter hohen Hochwasserdamm im Eschenloh. Beeindruckend waren die Dimensionen der Ableitungsrohre, die nahe der Kläranlage mit über 2,40 Meter Durchmesser eine Überschwemmung des Marktes seit Beginn des 21. Jahrhunderts verhindern.

Der dritte, anstrengendste Spaziergang führte über die einhundert Stufen hinauf auf den Kirchturm. Bis zur Alpenkette im Süden und Liebenthann im Norden reichte der Blick bei sonnigem Wetter, wobei das Staunen über die Größe des Marktfleckens vom Schrecken des lauten Stundenschlags an der Marienglocke abgelöst wurde.

Schöne Schindelholzfassade

Letztendlich erzählte Knauer beim abschließenden Spaziergang im Ortszentrum von den Jahrhunderte alten Gebäuden des Heimatmuseums mit Pfarrstadel, dem Pflegerschloss mit Gasthof Hirsch, Verkündhaus mit Marktbrunnen und Mohrenbüble, dem ehemaligen Heiligenspeicher (heute Jugendtreff), dem Mangoldhaus, der ehemaligen Bubenschule und dem jüngsten der historischen Gebäude, dem ehemaligen Postamt mit seiner faszinierenden Schindelholzfassade.

Anfragen über weitere Spaziergänge mit größeren Gruppen muss der AKH wegen der Coronakrise indes erst einmal zurückstellen.