Diamantene Hochzeit in Marktoberdorf

Marktoberdorfer Paar feiert diamantene Hochzeit: Auf dem Arbeitsweg die große Liebe gefunden

Die früher in Cuxhaven lebenden Diamant-Hochzeiter Brigitte und Helmut Schütt sind im Allgäu angekommen und fühlen sich wohl in Marktoberdorf.

Die früher in Cuxhaven lebenden Diamant-Hochzeiter Brigitte und Helmut Schütt sind im Allgäu angekommen und fühlen sich wohl in Marktoberdorf.

Bild: Anton Reichart

Die früher in Cuxhaven lebenden Diamant-Hochzeiter Brigitte und Helmut Schütt sind im Allgäu angekommen und fühlen sich wohl in Marktoberdorf.

Bild: Anton Reichart

Brigitte und Helmut Schütt feiern in Marktoberdorf ihre diamantene Hochzeit. Wie die beiden zueinander gefunden haben.
29.04.2021 | Stand: 07:03 Uhr

Von wegen „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“. Brigitte und Helmut Schütt haben vor vier Jahren im Alter von rund 80 Jahren ihren norddeutschen Wohnsitz im Kreis Cuxhaven verlassen und sich in Marktoberdorfs Zentrum niedergelassen. Am Donnerstag feiern sie nun Diamantene Hochzeit.

Vor Weihnachten 1945 nach Norddeutschland fliehen

Bereits vor ihrer Hochzeit am 29. April des Jahres 1961 haben ihre Wege erst aus unterschiedlichen Richtungen zusammenfinden müssen. Die 1934 geborene Brigitte stammt aus Ostwehr im Kreis Hohensalza, nahe der polnischen Grenze. Mal gehörte das Gebiet zu Deutschland, mal zu Polen. Daher musste sie zwei Tage vor Weihnachten 1945 nach Norddeutschland fliehen. Nachdem sie aus der Volksschule kam, wollte sie richtig nähen lernen. Mangels einer Lehrstelle ging sie in die Damenkonfektion. Parallel dazu besuchte sie ein Jahr lang einen Nähkurs. Nun war sie in der Damenmantel-Konfektion gelandet – im Sommer Wintermäntel schneidern, und im Winter Sommermäntel. Und das im Akkord: „Akkord ist Mord“, erzählt sie heute darüber milde. (Lesen Sie auch: Seit 70 Jahren verheiratet: Dieses Paar kennt sich seit dem Kindergarten)

Sich gegenseitig die Ehe versprochen

Helmut Schütt stammt aus dem Ort Basbeck, heute ein Teil der Stadt Hemmoor im Kreis Cuxhaven, unweit der Elbe nordwestlich von Hamburg. Er machte 1950 eine Verwaltungslehre, wechselte später zur AOK, bildete sich dort weiter und wurde beamteter Verwaltungs-Oberinspektor. Im Jahr 1956 lernten sich die Schütts kennen, sie hatten beide den gemeinsamen Weg mit dem Zug zur Arbeit. Er hat sich einfach ihre Tasche geschnappt und sie getragen. Im Mai 1959 haben sie sich die Ehe versprochen, im August dann Verlobung gefeiert. Nun hieß es warten, bis eine gemeinsame Wohnung gefunden wurde. 1961 war es dann soweit und sie heirateten am 29. April in der evangelischen Michaelis-Kirche in Basbeck. (Lesen Sie auch: 60 Jahre verheiratet: Die Strecks verraten ihr Glücksgeheimnis)

Marktoberdorfer Paar ist in der evangelischen Kirche aktiv

In der Folge kamen 1963 Tochter Sabine und 1966 Tochter Irene Leggewie zur Welt. Sie wohnt in Kraftisried. Da sie ihre Eltern in ihrer Nähe haben wollte, gaben die beiden ihr 1973 im Cuxhavener Land gebautes Haus und die 200 Quadratmeter Wohnfläche auf und wohnen nun in der Meichelbeckstraße in Marktoberdorf. „In zentraler Lage, und haben alles Lebensnotwendige in der Nähe“, loben sie die Vorzüge.

Beide nutzen sie die Angebote der evangelischen Johanneskirche, früher – so zählt Helmut seine vielen Ämter auf – war er aktiv in seiner Heimat-Kirchengemeinde und im Kreistag sowie beim Spielmannszug. Die beiden geistig wie körperlich äußerst rüstigen Diamant-Hochzeiter haben neben ihren beiden Töchtern sieben Enkel und zwei Urenkel. Per Skype wird man sich in der Verwandtschaft am Sonntag wiedersehen und hören. Denn noch 1990 hat Helmut gelernt, mit einem Computer umzugehen. Wie sagte er doch schmunzelnd – und seine Frau pflichtete ihm bei – zum positiven Lebensmotto: „Von wegen – einen alten Baum verpflanzt man nicht!“

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