Inklusion in Marktoberdorf

Pizza Inklusione und vieles mehr bei der Aktionswoche

Hand in Hand geht vieles besser.

Hand in Hand geht vieles besser.

Bild: Marcus Merk

Hand in Hand geht vieles besser.

Bild: Marcus Merk

Der Kreisjugendring Ostallgäu und die Offene Behindertenarbeit haben eine Aktionswoche zum Thema Inklusion auf die Beine gestellt. Was das bunte Programm bietet.
03.06.2021 | Stand: 12:09 Uhr

Den Inklusionsgedanken in die Köpfe der Menschen bringen. Das ist das Ziel der diesjährigen Aktionswoche „Inklusive dir“– ein Inklusions-Projekt des Kreisjugendrings Ostallgäu (KJR) und der Offenen Behindertenarbeit Kaufbeuren Ostallgäu (OBA). Der bunte Ostallgäuer Aktionstag mit vielen verschiedenen Aktions-, Info- und Essensständen, der normalerweise alle zwei Jahre in Marktoberdorf stattfindet, ist heuer pandemiebedingt nicht möglich. Stattdessen veranstaltet der Kreisjugendring vom 21. bis zum 26. Juni gleich eine ganze Aktionswoche mit einem Programm für alle: „Online- und Offline-Angebote, Vorträge und gemütlichen Treffen“, wie es in der Vorschau des KJR heißt.

„Es ist wirklich für alle, die Interesse haben, etwas dabei“, sagt Anna Heiland vom Kreisjugendring, die auch dem Organisationsteam der Aktionswoche angehört. In Zusammenarbeit mit 40 Vereinen aus dem Ostallgäu und Kaufbeuren entstand das umfangreiche Programm. Bei den über 40 Angeboten geht es vor allem um Spaß, Gemeinsamkeit, Vielfältigkeit, Barrierefreiheit und Inklusion.

Niemanden ausschließen

„Wir wollen zeigen, dass es eben nicht normal ist, Menschen mit Behinderung auszuschließen“, sagt Anna Heiland. „Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast“, heißt es auf der Internetseite der Aktionswoche.

„Inklusive dir“ ist seit vergangenem Sommer in Planung. Bereits zu diesem Zeitpunkt war dem Organisationsteam klar, dass es heuer keine Großveranstaltung geben wird. So plante der Kreisjugendring ein Programm mit Workshops in Kleingruppen mit Anmeldung.

Die Organisatoren haben selbst wenig Einfluss auf das Programm genommen: „Die Vereine, mit denen wir zusammenarbeiten, haben selbst entschieden, was sie anbieten wollen“, sagt Heiland. Von einem Kurs, wie man leckere, alkoholfreie Cocktails mixt bis zu Wanderungen, kreativen Workshops, Konzerten und Online-Vorträgen sei alles dabei.

Lesen Sie auch
##alternative##
Bunte Aktionswoche

Inklusive dir: Bei der Aktionswoche im Ostallgäu geht es um Jugendliche und Menschen mit Behinderung

Eine besonders tolle Aktion ist laut Anna Heiland „Walk to talk - #tandem #inklusiv“. Dabei geht ein Tandem aus zwei Jugendlichen und zwei Menschen mit Behinderung gemeinsam spazieren und tauscht sich dabei aus. Die Teilnehmer erhalten dafür einen Gesprächsleitfaden. „Die Aktion findet die gesamte Woche statt und ist nicht ortsgebunden“, sagt Heiland.

Walk to talk

Ein weiteres Beispiel sei die Aktion mit dem lustigen Namen „Pizza Inklusione und chillen inklusive“ vom Marktoberdorfer Jugendtreff Pion. Dabei können Kinder ab elf Jahren und Menschen mit Behinderung gemeinsam Pizza backen und anschließend Spiele spielen, basteln und chillen. Auch eine Alternative – falls die Corona-Situation ein Treffen nicht zulässt – ist geplant: Pizza zum Mitnehmen und kleine Überraschungstüten.

Fast alle Vereine haben sich laut Heiland ein digitales Angebot überlegt, falls die Veranstaltungen nicht wie geplant klappen sollten. „Die Veranstalter haben sich wirklich viel Mühe gegeben, denn das ist die doppelte Arbeit.“

Insgesamt seien vor allem „Offline-Angebote“ im Programm. „Online-Veranstaltungen können einfach keine persönliche Begegnung ersetzen.“ Zwar seien die virtuellen Treffen eine Möglichkeit, Kontakt zu den Jugendlichen zu halten, doch sobald persönliche Kontakte möglich seien, bevorzuge sie diese, sagt Heiland. Und bei der aktuellen Infektionslage sei außerschulische Bildung – dazu zählen die Veranstaltungen der Aktionswoche – ja wieder erlaubt.

Bei einigen Kursen gibt es coronabedingt eine begrenzte Teilnehmerzahl, und alle Interessierten müssen sich anmelden. Andere Angebote – zum Beispiel Videos oder Podcasts zum Thema Inklusion – seien online jederzeit abrufbar und frei zugänglich. Anmeldung zu den Kursen, Workshops, Konzerten und Vorträgen ist seit dem 19. Mai möglich, und es sind noch genügend Plätze dafür frei.