Kriminalität im Allgäu

Seniorin aus Marktoberdorf schüttelt Betrüger gleich zweimal ab

Gut reagiert hat eine betragte Marktoberdorferin und legte das Telefon gleich wieder auf. So wurde sie am Ende kein Opfer eines betrügerischen Enkeltricks.

Gut reagiert hat eine betragte Marktoberdorferin und legte das Telefon gleich wieder auf. So wurde sie am Ende kein Opfer eines betrügerischen Enkeltricks.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Gut reagiert hat eine betragte Marktoberdorferin und legte das Telefon gleich wieder auf. So wurde sie am Ende kein Opfer eines betrügerischen Enkeltricks.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Frau ruft bei Rentnerin in Marktoberdorf an und gibt sich als deren Nichte aus. Warum der sogenannte Enkeltrick scheiterte und was die Polizei rät.
10.12.2020 | Stand: 14:50 Uhr

Am Dienstagmittag hat eine sehr betagte Frau einen Anruf von einer angeblichen Nichte erhalten. Die Angerufene erkannte allerdings sofort den Betrugsversuch, da sie gar keine Nichte hat. Trotzdem gaben die Betrüger nicht auf.

Etwas später klingelte das Telefon erneut. Jetzt wollte der Anrufer die Dame wegen einer Reise in ein Gespräch verwickeln. Auch hier legte die Rentnerin sofort wieder auf. Gut so, sagt die Polizeiinspektion Marktoberdorf. Denn oft werden Angerufene durch derartige Methoden um viel Geld, manchmal sogar um ihr Hab und Gut gebracht.

Die Polizei warnt eindringlich vor solchen Betrugsmaschen. Es sind "Callcenter-Betrügereien". Dazu gehören der "Enkeltrick", bei dem sich Betrüger als Verwandte ihrer Opfer ausgeben, sowie der "Bedienstetentrick". Auch bei Letzterem sind die Betrugsmaschen vielfältig - und reichen von falschen Teppichreinigern, die ihre Dienste anbieten, über falsche Bankangestellte oder Mitarbeiter von Hardware- und Software-Herstellern bis hin zu falschen Notaren, Gerichtsvollziehern oder Staatsanwälten.

Die Tipps der Polizei:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis. Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.