Situation in den Pflegeheimen

So viele Bewohner in den Marktoberdorfer Heimen sind bereits gegen Corona geimpft

Wie steht es mit den Impfungen in den Altenheimen in Marktoberdorf und Umgebung, gibt es genügend Schutzausrüstung und wie geht es den Mitarbeitern? Die AZ hat nachgefragt, wie die Situation in den Heimen ist.

Wie steht es mit den Impfungen in den Altenheimen in Marktoberdorf und Umgebung, gibt es genügend Schutzausrüstung und wie geht es den Mitarbeitern? Die AZ hat nachgefragt, wie die Situation in den Heimen ist.

Bild: Jonas Güttler, dpa (Symbolfoto)

Wie steht es mit den Impfungen in den Altenheimen in Marktoberdorf und Umgebung, gibt es genügend Schutzausrüstung und wie geht es den Mitarbeitern? Die AZ hat nachgefragt, wie die Situation in den Heimen ist.

Bild: Jonas Güttler, dpa (Symbolfoto)

Impfen ist für Bewohner und Personal in den Seniorenheimen freiwillig. Wie hoch die Impfquote ist und was die Häuser vor große Herausforderungen stellt.
04.02.2021 | Stand: 07:08 Uhr

In den vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) im Ostallgäu betriebenen Seniorenheimen sind mittlerweile alle Bewohner mindestens einmal gegen Corona geimpft worden. Und auch die zweite Impfung ist vielfach bereits durchgeführt worden. Ebenso sieht es im landkreiseigenen Seniorenwohnheim in Obergünzburg aus. Gleichwohl gelten die Heime in der Pandemie als besonders gefährdet. Wir haben nachgefragt, wie sich die Situation in den beiden BRK-Häusern in Marktoberdorf und dem Landkreis-Haus in Obergünzburg darstellt.

Sind neben den Bewohnern auch die Mitarbeiter in den Seniorenheimen gegen Corona geimpft?

Für die Mitarbeiter in den Heimen ist es keine Pflicht, sich impfen zu lassen, sagt Thomas Hofman, Kreisgeschäftsführer des BRK. Doch haben laut Hofmann viele Mitarbeiter in den Ostallgäuer Heimen das Angebot angenommen. „Die Impfquote ist deutlich höher als die Quote der Ablehnung.“

Gibt es für das Pflegepersonal genügend FFP2-Masken und weitere Schutzausrüstung?

„Wir haben ausreichend Schutzausrüstung und die Nachbestellungen sind aktuell kein Problem“, sagt Stefan Leonhart vom Landratsamt Ostallgäu. Auch BRK-Verantwortlicher Hofmann sagt: „Wir sind in den Heimen ausreichend versorgt. Und es sind keine Engpässe erkennbar.“

Neues Personal, um die schwierige Situation zu schaffen

Wie ist die Situation bei den Corona-Tests? Kann ein Heim die vorgeschriebenen Tests im normalen Arbeitsablauf bewältigen oder benötigen die Mitarbeiter eigentlich Unterstützung?

Mit den bisherigen zwei Tests pro Woche sei man gut klar gekommen, sagt Stefan Leonhart. Die neue Anordnung, dreimal pro Woche zu testen, stelle die Einrichtungen jedoch vor zeitliche und personelle Herausforderungen. „Wir wollen uns daher mit zusätzlichem Personal verstärken“, sagt Leonhart. Die Corona-Tests nennt Thomas Hofmann ein „kompliziertes Thema“, das schwierig zu organisieren sei. In den Marktoberdorfer Heimen (Gulielminetti und Clemens-Kessler) sei es derzeit so geregelt, dass speziell geschultes Personal die Mitarbeiter dreimal pro Woche vor Schichtbeginn teste. Dies sei mit eigenem Personal auf Dauer schwierig zu bewältigen. „Wenn wir in eine Situation geraten, in der wir das nicht mehr schaffen, müssen wir zusätzliche Mitarbeiter einstellen.“

Sind Seniorenheime gut genug geschützt? Welche Verbesserungen am Schutzkonzept wären wünschenswert?

In den Seniorenheimen leben Menschen, die aufgrund ihres Alters und eventueller Vorerkrankungen ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung tragen. Beim Schutz der Bewohner müsse man daher immer abwägen zwischen der Sicherheit und dem Freiheitsrecht, sagt Thomas Hofmann. Die Frage laute: Was ist möglich, wenn die Häuser nicht komplett abgesperrt werden? „Das ist ein Spannungsfeld, für das es keine absolute Lösung gibt“, sagt Hofmann. Solange es keinen absoluten Schutz gebe, sei es wichtig, die Zahl der Kontakte einzuschränken. Hofmann hofft daher auf die Zeit, wenn bayernweit Impfungen stattgefunden haben. Mit einem besseren Grundschutz könne dann wieder mehr normales Leben in die Einrichtungen einziehen. Das Senioren- und Pflegeheim Obergünzburg habe seit Beginn der Pandemie umfassende Schutzkonzepte erarbeitet, die ständig evaluiert und angepasst wurden, sagt Stefan Leonhart. Beispielsweise werden dort bereits seit Mitte Oktober FFP2-Masken getragen. „Wir sind mit diesen Konzepten bisher sehr gut gefahren“, sagt Leonhart.

Pfegekräfte an der Belastungsgrenze

Wie belastet sind die Pflegekräfte in der derzeitigen Situation?

Seit vergangenen März sind die Mitarbeiter jeden Tag mit der Corona-Situation konfrontiert, sagt Hofmann „Das ist eine hohe Belastung für die Mitarbeiter. Und diese Belastung merkt man mit der Zeit, das Ganze ist kräftezehrend.“ Er habe einen „großen Respekt“ davor, wie sich die Pflegekräfte der Herausforderung stellten. „Sie leisten einen großen Beitrag, dass wir durch diese Krise kommen.“ Nach einem Jahr Pandemie könne man sagen, dass bei machen Pflegekräften die Belastungsgrenze erreicht oder bereits überschritten sei, sagt Stefan Leonhart. „Eine große Hilfe ist derZusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in der Einrichtung.“

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