Ausstellung Obergünzburg

Sonderausstellung und Besuch vom Bischof: Das ist in Obergünzburg zum 200. Jubiläum von Maler Kaspar geplant

Bischof Bertram Meier kommt nach Obergünzburg ins Allgäu und leutet den "Kaspar-Sommer" ein.

Bischof Bertram Meier kommt nach Obergünzburg ins Allgäu und leutet den "Kaspar-Sommer" ein.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Bischof Bertram Meier kommt nach Obergünzburg ins Allgäu und leutet den "Kaspar-Sommer" ein.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Johann Kaspar wird 200. Deshalb findet in Obergünzburg die Ausstellung „Kaspar – Minde. Das göttliche Sehen“ statt. Die unterschiedlichen Künstler im Vergleich.
20.05.2022 | Stand: 09:00 Uhr

Auf den ersten Blick scheinen es nur biografische Gemeinsamkeiten zu sein, die den schwäbischen Nazarener Johannes Kaspar mit Martin Minde, einem Künstler des 20. Jahrhunderts, verbinden. Auf den zweiten Blick steckt jedoch viel mehr dahinter. Das Schaffen der beiden kann als religiöse Kunst verstanden werden. Was dahinter steckt, thematisiert die Ausstellung „Kaspar – Minde. Das Göttliche Sehen“. Sie wird anlässlich des 200. Geburtstags von Johannes Kaspar vom 4. Juni bis 16. Oktober im Historischen Museum Obergünzburg (Ostallgäu) gezeigt. (Lesen Sie dazu auch: Ausflugstipp im Ostallgäu: In Obergünzburg mit Kapitän Nauer in die Welt der Südsee eintauchen)

Kaspar und Minde verbindet nicht nur ihre Heimat Obergünzburg

Martin Minde verbrachte in Obergünzburg Kind- und Jugendjahre, Kaspar war die Allgäuer Marktgemeinde bis auf die Studienjahre ein Leben lang vertrauter Heimatort. Beide Künstler studierten, in unterschiedlichen Jahrhunderten und Lebensphasen, an der Münchner Akademie der Bildenden Künste. Die Doppelausstellung, die ab Pfingsten im Historischen Museum Obergünzburg präsentiert wird, nimmt dies als Ausgangspunkt, weitere Verbindungslinien herauszuarbeiten – denn beide thematisieren in ihrer Kunst die Religion.

Auf Kaspars Bildern geht es um Religion

Bei Kaspar, fest in katholischem Glauben und Kirchenlehre verwurzelt, tritt diese Dimension unverkennbar zutage. Seine ausdrucksstarken, profanen Einzelporträts bilden im Gesamtwerk frühe Ausnahmen. Später stellt er sein Wirken ganz in den Dienst der Kirche und malt ausschließlich religiöse Sujets. Seine Darstellungen biblischer Geschichten oder Heiliger sind in zahlreichen Kirchen Schwabens nach wie vor präsent. Sie sollen die Betrachter zu Sehenden werden lassen, die darin die christliche Botschaft und den wahren Glauben erkennen.

Nicht ganz so offensichtlich tritt Religion auf Mindes Bildern zutage

Wo aber ist die Religion in den Farbbildern Martin Mindes zu sehen? Er versteht Farbe als Grundlage aller Anschauung, das menschliche Sehen als gottgegebenes Potenzial im Sinne des zu Beginn der Schöpfungsgeschichte stehenden Blickes auf das Ganze: „Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und siehe, es war sehr gut.“ Aus diesem Verständnis heraus entwickelte Minde eine Farbformlehre, in der spezifische Phänomene in farbformalen Schemen konkrete Gestalt annehmen. Johann Kaspars in Bilder gefasstem religiösem Empfinden den wissenschaftlich-künstlerischen Ansatz Martin Mindes in einer Doppelausstellung an die Seite zu stellen, mag auf den ersten Blick überraschen. Zweifelsohne werden die in ihrer Bildhaftigkeit verschiedenen Arbeiten jedem Betrachter unterschiedlich zugänglich sein. Zugleich möchte diese Zusammenschau dazu ermuntern, sich auf den jeweils anderen Künstler, und die vielfältigen Varianten des Sehens, einzulassen.

Weitere Informationen zur Ausstellungseröffnung

Ausstellungseröffnung ist Freitag, 3. Juni, um 18 Uhr. Am Sonntag, 24. Juli, findet um 16 Uhr im Rahmen der Ausstellung ein Künstlergespräch mit Martin Minde und dem Kunstwissenschaftler Dr. Wolfgang Ullrich statt. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm unter www.suedseesammlung.de/aktuelles

Bischof eröffnet "Kaspar-Sommer" in Obergünzburg

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Hohen Besuch erwartet die Pfarrgemeinde Sankt Martin am Samstag, 21. Mai: Auf Einladung von Pfarrer Walter Böhmer kommt Bischof Bertram Meier ins Allgäu und feiert mit den Gläubigen um 18.30 Uhr ein Hochamt in der Obergünzburger Pfarrkirche. Mit dabei sind auch einige Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine. Der Kirchenchor musiziert unter Leitung von Margit Bauer die Orchestermesse „Missa S. Fausti“ des Irseer Komponisten Meinrad Spieß. Zu dieser außergewöhnlichen Vorabendmesse sind alle herzlich eingeladen.

Nach dem Gottesdienst haben die Gläubigen bei einem Stehempfang auf dem Kirchplatz die Möglichkeit, mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen. Die Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates bieten belegte Brote und Getränke auf dem Kirchplatz an, um die Gottesdienstbesucher noch ein wenig zum Verweilen einzuladen. Der Markt Obergünzburg steuert den Sekt dazu bei. Bei schlechtem Wetter findet der Stehempfang im Hirschsaal statt.

Das Hochamt mit dem Bischof eröffnet den „Kaspar-Sommer“, mit dem der Markt Obergünzburg in weiteren Veranstaltungen des 200. Geburtstags von Kirchenmaler Johannes Kaspar gedenkt.

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