Marktrat

Waldkindergarten nur privat? Die Gemeinde Unterthingau ist unschlüssig

Prinzipiell spricht sich der Marktrat Unterthingau für einen Waldkindergarten aus. Dieser soll aber in privater laufen, anstatt von der Gemeinde verwaltet zu werden.

Prinzipiell spricht sich der Marktrat Unterthingau für einen Waldkindergarten aus. Dieser soll aber in privater laufen, anstatt von der Gemeinde verwaltet zu werden.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbolbild)

Prinzipiell spricht sich der Marktrat Unterthingau für einen Waldkindergarten aus. Dieser soll aber in privater laufen, anstatt von der Gemeinde verwaltet zu werden.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbolbild)

Grundsätzlich stimmt das Gremium Unterthingau für einen Waldkindergarten. Doch es sieht darin auch eine Konkurrenz. Wie die Diskussion aussieht.
21.05.2022 | Stand: 18:15 Uhr

Einen Waldkindergarten in gemeindlicher Trägerschaft wird es in Unterthingau (Ostallgäu) aktuell nicht geben. Der Marktrat steht dem Konzept zwar grundsätzlich positiv gegenüber, sieht darin derzeit allerdings auch eine Konkurrenz zu den bestehenden Einrichtungen, in die in den letzten Jahren rund 1,5 Millionen Euro investiert wurden. (Lesen Sie dazu auch: Die Forderung der Verdi Gewerkschaft beim Warnstreik in Marktoberdorf: Mehr Wertschätzung, mehr Personal)

"Wir können diesem Projekt derzeit nicht zustimmen"

Laut Kindergartenleiterin Susan Reiter-Röderer wird der Bedarf an KiGa-Plätzen nach Hochrechnungen auch nicht zunehmen, die Nachfrage an Krippenplätzen steigt dagegen. Ein zusätzlicher Waldkindergarten hätte allerdings auch keine Auflösung einer Gruppe zur Folge. Kindergartenbeirat Andreas Wirtz sagte: „Wir können diesem Projekt derzeit nicht zustimmen“, sieht aber die Möglichkeit, eine Elterninitiative oder einen privaten Träger zu unterstützen.

Bürgermeister Bernhard Dolp wertet dies als Signal an Erzieherin und Initiatorin Marina Filger, weitere Schritte dahingehend einzuleiten. Filger bekräftigte ihr Engagement: „Ich komme wieder, darauf können sie sich verlassen“.

Die Finanzen des Marktes Unterthingau sehen gut aus

Zugestimmt hat der Marktrat der Haushaltssatzung 2022 mit einem Verwaltungshaushalt von 6,127 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 2,815 Millionen Euro. Dabei lag das Ergebnis der Gewerbesteuer 2021 über den Erwartungen, wie Stephanie Holzmann von der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft erklärte. Insgesamt entwickelten sich die gesamten Steuereinnahmen des Marktes Unterthingau trotz der Pandemie konstant.

Einige Bauprojekte sind geplant

Der Finanzplan und das Investitionsprogramm haben das Bauprojekt rund um das Schloss mit dem Abriss des Anbaues und des Waaghauses und der Errichtung eines Mehrzweckgebäudes mit der Neugestaltung der Außenanlagen mit zusätzlichen Parkplätzen zum Inhalt. Die dafür eingeplanten Ausgaben belaufen sich auf insgesamt 3,1 Millionen Euro. Aktuell ist mit einer Förderung von gut einer Millionen Euro zu rechnen. Der Antrag hierfür wurde dieser Tage an das Amt für ländliche Entwicklung eingereicht, nachdem der Landkreis die Baugenehmigung erteilte.

Lesen Sie auch
##alternative##
Positive Förderbescheide

Jetzt kann der Umbau des Unterthingauer Schlosses Fahrt aufnehmen

Dolp dankte dabei den vielen Stellen, die „fast Tag und Nacht gearbeitet haben“, um die Fristen einzuhalten. Noch 2022 sollen die ersten Arbeiten daran erfolgen, die Gesamtkosten verteilen sich auf die Folgejahre 2023 und 2024.

Es wird keine Hilfe von außen benötigt

Der Finanzplan weist aus: „ In den nächsten Jahren ist es aufgrund der guten Rücklagesituation nicht notwendig, Fremdmittel aufzunehmen. Die Verschuldung des Marktes kann weiterhin über die hohen ordentlichen Tilgungen gesenkt werden und erreicht Ende des Finanzplanungszeitraumes 2025 einen neuen Tiefstand“.

Lesen Sie auch: So sehr stellen Flüchtlingskinder aus der Ukraine die Stadt Marktoberdorf vor Herausforderungen