Familie

Wenn Kinder Stacheln kriegen, hilft die Erziehungsberatung in Marktoberdorf

Die Pubertät ist keine leichte Zeit. Die KJF-Erziehungsberaterin gibt Eltern von Teenagern Tipps.

Die Pubertät ist keine leichte Zeit. Die KJF-Erziehungsberaterin gibt Eltern von Teenagern Tipps.

Bild: KJF/Carolin Jacklin

Die Pubertät ist keine leichte Zeit. Die KJF-Erziehungsberaterin gibt Eltern von Teenagern Tipps.

Bild: KJF/Carolin Jacklin

Viele Eltern tun sich schwer mit pubertierenden Jugendlichen. Wie ein gutes Miteinander dennoch klappt.
03.09.2020 | Stand: 12:15 Uhr

Kommen Kinder in die Pubertät, beginnt für Eltern eine herausfordernde Zeit. Nicht selten kommt es zu heftigen Konflikten und lautstarken Gefühlsausbrüchen. Gerade während der Sommerferien, wenn Familien mehr Zeit miteinander verbringen, drohen Konflikte. Doch es gibt Grundsätze, die helfen können, sagt Elisabeth Frank-Keller, Erziehungsberaterin bei der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Marktoberdorf.

Konflikte während der Pubertät sind als Teil des Erwachsenwerdens normal. „Das Selbstbild der Jugendlichen unterliegt in dieser Zeit großen Schwankungen.“ Bereits kleine Erschütterungen reichen, um die Selbstsicherheit zu erschüttern. „Wird das Selbstwertgefühl gefährdet – beispielsweise durch eine Frage, die als Kritik aufgefasst wird – fühlen sich Jugendliche in ihrem Selbstwert bedroht.“ Es sei, als hätten sich die Jugendlichen Stacheln zugelegt, um sich zu schützen und abzugrenzen. „Und genau wie mit einem Kaktus sollten Eltern achtsam mit ihren Kindern umgehen“, erklärt Frank-Keller. Sie sollten verstehen, dass das Gehirn ihres Kindes einerseits in einem Umbauprozess ist und dass andererseits die/der Jugendliche die nächsten Schritte unternimmt, ein selbstständig Handelnder zu werden. Nicht alles gelingt gleich. Das kann schon mal zornig machen. „Wie ein noch so stacheliger Kaktus eine Blüte entwickelt, so haben auch pubertierende Jugendliche Stärken und Fähigkeiten“, sagt die Erziehungsberaterin und empfiehlt Eltern: „Erfreuen Sie sich an den Blüten Ihres Kaktus!“ Abgrenzung und Rückzug ist bis zu einem gewissen Maß in Ordnung. Jungs ziehen sich oft stärker zurück, während Mädchen eher die Konfrontation suchen. Eltern sollten sich bewusst werden, dass sie vom Erzieher zunehmend zum Ansprechpartner werden.

  • Signalisieren Sie stets Interesse an Ihrem Kind. Machen Sie deutlich, dass Ihnen seine Meinung wichtig ist und Sie diese respektieren, auch wenn Sie sie nicht teilen.
  • Schaffen Sie gutes Gesprächsklima. Sagen Sie nicht „Du sollst…“ oder „Du musst…“, sondern „ich finde, dass…“ oder „ich würde mir wünschen, dass…“.
  • Nehmen Sie Angriffe nicht persönlich. Wenn Sie die Beherrschung zu verlieren drohen, brechen Sie einen Streit lieber ab, als sich auf einen verletzenden Stil einzulassen.
  • Respektieren Sie die Ansichten und Probleme der Jugendlichen. Überheblichkeit oder Ironie ist der sicherste Weg, um Kinder resignieren und verstummen zu lassen.
  • Signalisieren Sie ihrem Kind: „Ich halte dich für einen wertvollen und liebenswerten Menschen, auch wenn ich einzelne deiner Verhaltensweisen kritisiere.“