Stargast beim Allgäuer Presseball 2023

Max Mutzke: „Für mich ist Musik wie Kulinarik“

Max Mutzke wurde in einer TV-Castingshow von Stefan Raab entdeckt und berühmt. Für Deutschland nahm er bereits am Eurovision Song Contest teil. Der Musiker lebt nach wie vor in seinem Heimatdorf im Schwarzwald. Immer wieder ist er bei verschiedenen Sendungen im Fernsehen zu sehen.

Max Mutzke wurde in einer TV-Castingshow von Stefan Raab entdeckt und berühmt. Für Deutschland nahm er bereits am Eurovision Song Contest teil. Der Musiker lebt nach wie vor in seinem Heimatdorf im Schwarzwald. Immer wieder ist er bei verschiedenen Sendungen im Fernsehen zu sehen.

Bild: Michael Hochgemuth (Archivbild)

Max Mutzke wurde in einer TV-Castingshow von Stefan Raab entdeckt und berühmt. Für Deutschland nahm er bereits am Eurovision Song Contest teil. Der Musiker lebt nach wie vor in seinem Heimatdorf im Schwarzwald. Immer wieder ist er bei verschiedenen Sendungen im Fernsehen zu sehen.

Bild: Michael Hochgemuth (Archivbild)

Beim Allgäuer Presseball tritt Max Mutzke am 11. Februar in der Bigbox in Kempten auf. Im Interview erklärt er, warum Optimismus gerade jetzt wichtig ist.
22.11.2022 | Stand: 17:26 Uhr

Herr Mutzke, in Ihrem aktuellen Album „Wunschlos süchtig“ thematisieren Sie Glück. Sind Sie ein Optimist?

Max Mutzke: Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, das ist bei mir in der DNA. Ich setze mich auf der Bühne auch mit den positiven Dingen auseinander und versuche das dort auch klar zu machen. Aber ich probiere schon auch immer, mit allen Menschen klar zu kommen. Gerade ist das schwierig in der recht gespaltenen Gesellschaft.

Können Sie sich den Optimismus bei Inflation, Krieg und Klimakrise überhaupt noch behalten?

Mutzke: Ja, unbedingt. Spiele ich den Titel „Wunschlos süchtig“ auf der Bühne, versuche ich den Leuten auch immer klar zu machen: Habt kein schlechtes Gewissen, dass ihr hier seid. Das ist okay, auch wenn gerade andernorts Menschen bombardiert werden. Ihr seid es euch schuldig, es euch schön zu machen. Und das hat nichts mit Intoleranz zu tun. Wenn es nur irgendwie geht, sollte man sich Momente schön machen.

Sie wohnen noch immer in dem Dorf im Schwarzwald, in dem Sie aufgewachsen sind. Was macht für Sie das Landleben aus?

Mutzke: Das erste tolle am Landleben ist: Man muss keine Parkplätze suchen. Das ist vor allem für Vielfahrer wie mich wichtig (lacht). Ich liebe auch, dass es so wenig besiedelt ist. Man hat eine ganz krasse Ruhe in seinen vier Wänden und ist umgeben von Natur. Die ist ja auch bei Euch im Allgäu so schön. Außerdem kenne ich alle Menschen, die bei uns im Dorf wohnen – die meisten beim Namen. Dazu kommt die soziale Verantwortung, die in einem kleinen Dorf noch einmal mehr Bedeutung hat. Landleben hat einfach so viele Qualitäten, aber vor allem hat es mich geprägt.

Hier gibt es alle Infos zum Allgäuer Presseball 2023

Erdet Sie also ihre Heimat, vor allem nach großen Konzerten?

Mutzke: Auf jeden Fall. Zu Hause mache ich keine Musik. Da möchte ich nichts mit Musik zu tun haben müssen. Zu Hause möchte ich andere Qualitäten ausleben, etwa als Familienvater oder Handwerker. Ich bin ehrenamtlich Pistenraupenfahrer. Gestern haben wir beispielsweise Rohre verlegt, im Matsch gearbeitet und noch zusammen ein Bier getrunken, dann habe ich zu Hause mit meinen Kindern gebastelt. Das erdet, das ist für mich der Schwarzwald.

Das ist schon ein heftiger Kontrast. Man erlebt Sie sonst ja auch bei TV-Shows mit Millionenpublikum. Reizt Sie der Unterschied?

Mutzke: Das ist mein Leben. Das ist die Bodenständigkeit, die mir auch oft nachgesagt wird. Mein soziales Umfeld, in dem ich ja auch geboren bin, gibt mir gar nicht die Möglichkeit abzuheben. Ich habe sechs Geschwister, mein Vater ist ein bekannter Gynäkologe in der Gegend. Er kannte also meine Freunde über Ultraschall schon vor mir.

Sie waren bei großen TV-Shows wie „The Masked Singer“ dabei, spielen aber trotzdem auf weniger großen Bühnen oder jetzt beim Presseball der Allgäuer Zeitung. Mögen Sie diesen Mix?

Mutzke: Für mich ist Musik wie Kulinarik. Ich möchte mich gar nicht nur auf eine Sache konzentrieren und immer Spaghetti essen. Diese Vielfalt in der Musik liebe ich, vor allem auch die verschiedenen Besetzungen der Bands. Man muss aber dazu sagen: Wenn wir heute von Konzerten mit 400 Leuten sprechen, dann ist das sehr viel. 50 Prozent ist das neue Ausverkauft. Und die braucht man auch, um überhaupt die Kosten zu decken.

Woran liegt das?

Mutzke: Oft werden defizitäre Konzerte gespielt. Das geht nur, weil diese vom Staat und Behörden subventioniert werden. Ohne das könnten nur noch die ganz großen Top of the Pop spielen, also Helene Fischer oder Herbert Grönemeyer. Denn für die sind Menschen bereit, etwa 150 Euro auszugeben. In den nächsten Jahren werden wir einen immensen Mangel an kultureller Vielfalt erleben, weil gerade Newcomerinnen überhaupt keine Plattform mehr kriegen und so Geld verdienen. Künstler und Künstlerinnen, die noch vor der Pandemie grade so über die Runden gekommen sind, verdienen jetzt teilweise nichts mehr. Die werden dann wohl auch nicht mehr zurückkommen in die Musik.

Ihre aktuellen Songs sind erstmals komplett deutsch und gleichzeitig politischer. Geht das für Sie nur auf Deutsch?

Mutzke: Anders macht es für mich keinen Sinn. Ich spreche ja auch meist über politische Dinge, die mich in Deutschland betreffen. Zudem finde ich, dass jeder Künstler ein Steckenpferd haben sollte, das sich irgendwie mit einem Thema der Gesellschaft auseinandersetzt.

Was ist Ihr Thema?

Mutzke: In meinem Fall ist ein großes Thema, dass meine Mutter Alkoholikerin war und daran gestorben ist. Aber auch Verlust, beispielsweise im Song „Wenn ich mal nicht mehr da bin“, ist Thema. Aber generell nehme ich es Künstlerinnen und Künstlern persönlich übel, wenn sie sich sozial nicht engagieren oder ihre Plattform auf der Bühne nicht nutzen, um kritisch zu sein. Manche sind aalglatt, die wollen nicht polarisieren. Aber wenn Leute Eintritt zahlen, geben sie auch irgendwie ihr Verständnis dafür ab, dass ich mich politisch äußere. Das nutze ich dann schon.

Was können wir in den nächsten Jahren noch von Ihnen erwarten?

Mutzke: Wir arbeiten weiter an meiner Sendung Lebenslieder. Dafür haben wir 2021 auch einen Preis bekommen. Gleichzeitig habe ich grade ein Kinderbuch geschrieben, das wird nächstes Jahr erscheinen. Und dann schreibe ich natürlich weiter Songs und bin generell noch viel live unterwegs.

Tickets finden Sie unter der Website www.allgaeuer-presseball.de oder bei der Allgäuer Zeitung in Kempten, der Memminger Zeitung und den Heimatzeitungen, unter der Tickethotline 0831 - 206 5555 und bei allen bekannten CTS-Vorverkaufsstellen.