Die Saison war hart

"Allgäu-Power" aus Zell bei der WM ausgepowert

Die deutschen Männer belegten bei der Weltmeisterschaft in der 640-Kilogramm-Klasse den sechsten Platz. Vorne rechts sind die Zeller Raphael Kunz und Thomas Wegmann zu sehen sowie hinten links Martin Wegmann und Markus Frieß.

Die deutschen Männer belegten bei der Weltmeisterschaft in der 640-Kilogramm-Klasse den sechsten Platz. Vorne rechts sind die Zeller Raphael Kunz und Thomas Wegmann zu sehen sowie hinten links Martin Wegmann und Markus Frieß.

Bild: Allgäu-Power Zell

Die deutschen Männer belegten bei der Weltmeisterschaft in der 640-Kilogramm-Klasse den sechsten Platz. Vorne rechts sind die Zeller Raphael Kunz und Thomas Wegmann zu sehen sowie hinten links Martin Wegmann und Markus Frieß.

Bild: Allgäu-Power Zell

Für die Tauzieher läuft es bei der Weltmeisterschaft nicht ganz so gut wie zuletzt. Wie sie beim letzten großen Wettkampf des Jahres abgeschnitten haben.
22.09.2022 | Stand: 16:21 Uhr

Einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze: Das ist die Bilanz der deutschen Tauzieher bei der Weltmeisterschaft (WM) im niederländischen Holten. Die meisten Erfolge wurden aber ohne Beteiligung der Athleten von „Allgäu-Power“ aus Zell gefeiert.

Für den Tauziehklub aus dem Unterallgäu lief es beim letzten großen Wettkampf des Jahres diesmal nicht ganz so gut wie zuvor. Die Athleten aus dem Bad Grönenbacher Ortsteil waren nach der bislang härtesten Saison, die sie je erlebt hatten – diesmal auch ohne ihren Antreiber, Abteilungsleiter Andreas Reisacher – nun wohl doch etwas ausgepowert. Lediglich Martin Wegmann erkämpfte sich mit der englischen Mannschaft „Lincoln“ in der 640-Kilogramm-Klasse eine Silbermedaille.

Die Zeller Tauzieher wollten bei der WM nochmals alles geben

Dabei wollten die Zeller Sportler zum Saisonabschluss noch mal alles geben: Mit Pulli und Mütze schwitzten sich die Athleten Raphael Kunz, Martin und Thomas Wegmann sowie Markus und Julia Frieß bereits während der langen Autofahrt schon mal die ersten Kilos an Gewicht weg. Acht Stunden Fahrt mit etlichen Staus auf der Autobahn, in der die Temperatur im Auto kräftig erhöht wurde, waren dabei „äußerst hilfreich“.

In Holten wurden die deutschen Athleten in einem Ferienpark mit kleinen Vierer- und Sechser-Pavillons in der Nähe des Turnierplatzes untergebracht. In jeder Hütte gab es eine Sauna, in der die Athleten am Abend der Ankunft weitere Kilos abschwitzen konnten. Am folgenden Vormittag war nämlich das Mannschaftswiegen angesagt. Erst danach durften die Athleten und Athletinnen wieder nach Herzenslust essen, trinken und erstmals auch den Wettkampfplatz besichtigen.

Die Wettkämpfe der Tauzieher beginnen mit der „Club Open“

Die Wettkämpfe begannen mit der „Club Open“, der Weltmeisterschaft der Vereine. Dort traten die Zeller Athleten Thomas Wegmann, Raphael Kunz und Julia Frieß vormittags in der Mix-Kategorie (jeweils vier Männer und vier Frauen) in der 580-Kilogramm-Klasse unter dem Namen „Dreamteam Siegelau“ an.

Die Konkurrenz war stark, und somit reichte es „nur“ zum fünften Platz. Nachmittags startete Julia Frieß mit drei weiteren deutschen Athletinnen und vier Athletinnen einer belgischen Mannschaft unter dem Namen „Allgäu-Power Zell“ in der Klasse „Women 500 Kilo“. Auch hier wurde das Halbfinale verpasst. Es blieb beim sechsten Platz.

Am folgenden Tag kämpfte Martin Wegmann vormittags mit der holländischen Mannschaft „Eibergen“ in der 720-Kilo-Kategorie, die nach der Vorrunde nicht weiterkam. Nachmittags zog Wegmann mit der englischen Mannschaft „Lincoln“ in der 640-Kilo-Klasse und holte Silber.

Mehrere Tauzieher aus Zell erreichen das Halbfinale

Wiederum einen Tag später begannen dann die offiziellen Wettkämpfe der Nationen: Vormittags zogen Raphael Kunz, Thomas Wegmann und Julia Frieß in der Kategorie „Mix 580 Kilo“. Das deutsche Team schlug sich in der Vorrunde gut und erreichte das Halbfinale, wo es auf die schwedische Mannschaft traf, der sie sich aber geschlagen geben musste. Im Kampf um Platz drei zeigte die Schweizer Mannschaft den längeren Atem und sicherte sich Bronze. Die deutsche Mannschaft erreichte Rang vier. Erster wurden die Niederlande, gefolgt von Schweden und der Schweiz.

Am letzten Wettkampftag startete Julia Frieß mit sieben weiteren deutschen Athleten in der Kategorie „Frauen 540 Kilo“ unter dem deutschen Adler. Nach der Vorrunde mit starken Konkurrentinnen teilten sich die deutschen Frauen mit der Schweizer Nationalmannschaft Platz vier, hinter „Chinese Taipei“, Niederlande und Schweden.

Bei Punktgleichheit der Tauzieher entscheidet die Anzahl der Verwarnungen

Bei Punktgleichheit entschied die Anzahl der Verwarnungen, wodurch die Schweizerinnen ins Halbfinale einzogen. Am Ende gewann hier das Team „Chinese Taipei“, gefolgt von den Niederlanden und Schweden.

Die Männer in der 640-Kilo-Klasse mit Raphael Kunz, Markus Frieß, Thomas und Martin Wegmann lieferten sich in der Vorrunde erbitterte Kämpfe, mussten sich dann aber harter Konkurrenz aus der ganzen Welt geschlagen geben und erreichten den sechsten Platz.