Landratsamt zieht um

Alte Dienststelle des Landkreises Unterallgäu in Memmingen hat bald ausgedient

Die Außenstelle des Unterallgäuer Landratsamts wird nicht in der Herrenstraße in Memmingen angesiedelt bleiben. Noch ist aber unklar, wohin die Kreisbehörde ziehen wird. Aktuell sind noch zwei Mietobjekte im Rennen.

Die Außenstelle des Unterallgäuer Landratsamts wird nicht in der Herrenstraße in Memmingen angesiedelt bleiben. Noch ist aber unklar, wohin die Kreisbehörde ziehen wird. Aktuell sind noch zwei Mietobjekte im Rennen.

Bild: Uwe Hirt

Die Außenstelle des Unterallgäuer Landratsamts wird nicht in der Herrenstraße in Memmingen angesiedelt bleiben. Noch ist aber unklar, wohin die Kreisbehörde ziehen wird. Aktuell sind noch zwei Mietobjekte im Rennen.

Bild: Uwe Hirt

Gremium spricht sich gegen einen Verbleib in der bisherigen Dienstelle in Memmingen aus. Wo das Landratsamt Unterallgäu künftig unterkommt, ist noch unklar.
30.11.2022 | Stand: 16:52 Uhr

Seit vielen Jahren ist die Außenstelle des Unterallgäuer Landratsamts in der Herrenstraße 15 in Memmingen angesiedelt. Dort können Bürgerinnen und Bürger aus dem westlichen Landkreis beispielsweise ihr neues Fahrzeug zulassen. Außerdem hat dort der Landrat ein Büro für Bürgergespräche. Doch damit ist schon bald Schluss. Jedenfalls was den Standort angeht. Denn das Landratsamt wird aus dem Gebäude ausziehen. Das hat der Unterallgäuer Kreisausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen. Wo sich die Kreisbehörde künftig niederlassen wird, ist allerdings noch offen. Fest steht aber: Es wird keinen Neubau geben, wie Landrat Alex Eder nach der Sitzung gegenüber unserer Redaktion erklärt.

Landrat im Unterallgäu: Hohe Investition in Neubau hat manchen Kreisrat wohl abgeschreckt

Die Kreisräte hätten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die Außenstelle in einem Mietobjekt unterkommt. „Einige Räte hat die hohe Anfangsinvestition bei einem Neubau wohl abgeschreckt“, sagt Eder. So sei ins Feld geführt worden, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung in den Behörden sich diese Investition nicht mehr rechne. Eder selbst betont, dass er auch einem Neubau nicht abgeneigt gewesen wäre. Dafür habe man bereits ein Grundstück auf dem Flughafengelände im Auge gehabt. Er sei überzeugt, dass das derzeitige Dienstleistungsangebot auch noch in zehn Jahren angenommen wird. Er könne aber auch mit der jetzigen Lösung leben.

Laut Eder sind noch zwei Standorte für die Außenstelle im Rennen. „Einer befindet sich in Memmingen und der andere knapp außerhalb.“ Für beide Standorte gebe es im Gremium Befürworter. „Die einen finden, dass eine Kreisbehörde auch im Landkreis angesiedelt sein sollte. Die anderen halten Memmingen wegen seiner zentralen Lage weiter für geeigneter.“ Wo genau sich die beiden Gebäude befinden, will Eder noch nicht verraten. Nur so viel: Es handelt sich um einen Neubau und um ein Bestandsgebäude.

Alex Eder verweist auf hohe Kosten für Unterhalt des Dienstgebäudes in Memmingen

Dass das Landratsamt weiterhin eine Außenstelle für den westlichen Landkreise anbieten soll, hatte der Kreisausschuss bereits im Juli beschlossen. Unklar war aber noch, ob dies weiter in der Herrenstraße in Memmingen der Fall sein sollte. Dieser Punkt ist nun geklärt. In diesem Zusammenhang verweist Eder auf die hohen Kosten für den Unterhalt des Altbaus aus dem Jahr 1582. „Er entspricht einfach nicht den Anforderungen an ein modernes Verwaltungsgebäude.“ Eine komplette Barrierefreiheit könne nicht gewährleistet werden. Auch schränke der Denkmalschutz den Spielraum bei einer Sanierung ein. Zumal diese aus finanzieller Sicht wenig Sinne ergeben hätte. Denn das Gebäude gehört nicht dem Landkreis, sondern dem Freistaat Bayern. Dieser hatte das Grundstück und das Gebäude im Jahr 1962 dem damaligen Landkreis Memmingen zur Unterbringung des Landratsamts als Staatsbehörde mittels eines Übereignungsvertrags überlassen. Und der Landkreis ist verpflichtet, das Grundstück an den Freistaat zurückzugeben, sobald es nicht mehr für das Landratsamt genutzt wird. „Wir hätten also in etwas investiert, das wir hinterher wieder abgeben müssen“, erklärt der Landrat.

Zunächst soll es in dem neuen Gebäude das gleiche Angebot geben wie in dem alten. Wie berichtet, sind etwa auch die Sachgebiete „Bauwesen“ sowie „Fahrerlaubnis und Fahreignung“ dort untergebracht. Insgesamt sind derzeit rund 20 Landkreis-Mitarbeiter in der Herrenstraße beschäftigt.

Und wie geht es nun weiter? Eder hofft, dass das Gremium noch in diesem Jahr eine Entscheidung trifft. „Denn die potenziellen Vermieter wollen ja wissen, was los ist.“ Einen Umzug bis Ende 2024 hält der Landrat für möglich.