Fußball-Regionalliga

Antrag abgelehnt: FCM befürchtet „Mini-Kulisse“

FC Memmingen Pokal

Der FC Memmingen befürchtet, am Freitag vor einer „Mini-Kulisse“ spielen zu müssen.

Bild: Olaf Schulze (Archiv)

Der FC Memmingen befürchtet, am Freitag vor einer „Mini-Kulisse“ spielen zu müssen.

Bild: Olaf Schulze (Archiv)

Für die Stadt Memmingen steht die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund. Warum der Verein nochmals das Gespräch mit der Stadt sucht.
19.07.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Das Ordnungsamt der Stadt Memmingen hat den Antrag des FC Memmingen (FCM) abgelehnt, bei Regionalliga-Heimspielen 1500 Zuschauer zuzulassen. Die Behörde beruft sich auf das Memminger Gesundheitsamt, für das eine Genehmigung „infektionsschutzrechtlich nicht vertretbar ist“.

Wörtlich heißt es: „Mit jeder Erteilung einer Ausnahmegenehmigung ist grundsätzlich eine Steigerung der Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung verbunden.“ Damit drohen dem FCM nach eigenen Angaben bei den Heimspielen am Freitag gegen den SC Eltersdorf sowie am 30. Juli im Lokalduell gegen den FV Illertissen und am 3. August gegen den FC Bayern München II „Mini-Kulissen mit nur wenigen Hundert Fans“.

Laut „Rahmenkonzept Sport“ der Bayerischen Staatsregierung können derzeit eigentlich 1500 Personen zu Sportveranstaltungen zugelassen werden – davon 200 auf Stehplätzen, die anderen laut Verordnung auf fest zugewiesenen Sitzplätzen. Ausnahmegenehmigungen sind laut Bayerischem Fußball-Verband (BFV), der die Auskunft aus dem Innenministerium erhalten hat, durch die örtlichen Behörden ausdrücklich möglich.

Der FCM erhält eine vierseitige Stellungnahme des Amtes

Praktiziert wurde dies laut FCM beispielsweise Ende vergangener Woche beim Regionalliga-Eröffnungsspiel in Aubstadt. Dort waren bei einem eigentlichen Fassungsvermögen von 3000 insgesamt 1000 Zuschauer zugelassen, davon 800 auf Stehplätzen. In Buchbach waren ebenfalls 1000 und in Burghausen 1500 Zuschauer erlaubt.

In der vierseitigen Stellungnahme an FCM-Präsident Armin Buchmann und Vereinsanwalt Philipp Hacker verweist das Memminger Ordnungsamt darauf, dass die Kontaktdatenerfassung selbst bei Stehplätzen so erfolgen müsse, dass nachverfolgt werden könne, wo jemand gestanden habe. Außerdem besteht im gesamten Stehbereich auch am Platz FFP-Masken-Pflicht, und der Mindestabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten.

FCM-Vorsitzender Buchmann: „Für uns nicht nachvollziehbar“

Lesen Sie auch
##alternative##
Fußball-Regionalliga

Der FC Memmingen muss Zuschauerbeschränkungen hinnehmen

Dies war laut FCM bei am Wochenende ausgetragenen Regionalliga-Begegnungen nicht zu beobachten, offenbar seien die Vorgaben anderswo weniger stringent. „Dies ist alles für uns nicht nachvollziehbar, völlig unbefriedigend und eine klare Benachteiligung gegenüber anderen Klubs“, betont Buchmann. Der FC Memmingen will nun aber noch einmal das Gespräch mit den Behörden suchen.

Sollte es in Memmingen bei der strengstmöglichen Handhabe bleiben, befürchtet der Verein, dass nur die etwas mehr als 400 Inhaber von Saisonkarten eingelassen werden könnten – verteilt im Sitz- und Stehplatzbereich in der 5000 Besucher fassenden Arena. Bestenfalls könnten es vielleicht insgesamt rund 600 sein, wobei dann zusätzlich nur einige Stehplätze in den freien Verkauf gehen könnten. Bis zur Klärung können deshalb weiterhin keine Tageskarten angeboten werden.

Bei einem Verstoß droht dem Verein eine Geldbuße bis zu 25 000 Euro

In der behördlichen Stellungnahme heißt es ferner, dass der FCM gegen die Zuschauerbegrenzung einen Normenkontrollantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof stellen könne, um prüfen zu lassen, ob dies bei der derzeitigen Infektionslage grundsätzlich noch verhältnismäßig sei. „Rein vorsorglich“ wird zudem darauf hingewiesen, dass ein Verstoß des Vereins gegen die Zuschauerbegrenzung mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden könne.