Benefizaktion

Auf nackten Sohlen Gutes fürs Kinderhospiz in Bad Grönenbach tun

Barfuß für das Kinderhospiz unterwegs

Achten Sie auf die Füße von Rainer Graf: Barfuß pilgerte er nach Bad Grönenbach zum Kinderhospiz, wo ihn Marlies Breher empfing.

Bild: Dunja Schütterle

Achten Sie auf die Füße von Rainer Graf: Barfuß pilgerte er nach Bad Grönenbach zum Kinderhospiz, wo ihn Marlies Breher empfing.

Bild: Dunja Schütterle

Rainer Graf nahm 60 Kilo ab und wandert seitdem barfuß durch die Welt. Dabei sucht er das Gespräch am Wegesrand und sammelt Spenden.
28.09.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Freiheit fängt bei Rainer Graf bei den Füßen an. Das sieht man auf den ersten Blick – er ist barfuß unterwegs und so an seinem Ziel am Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach angekommen, wo ihn Vorstandsvorsitzende Marlies Breher herzlich empfängt. Die Vorstandsvorsitzende kennt den 53-Jährigen, der bei seinen Barfuß-Wandertouren mit den Menschen ins Gespräch kommt, um über die wichtige Arbeit der Hospize zu informieren und zum Spenden aufzurufen.

Hospize sind auf Spenden angewiesen

Hintergrund: In Deutschland gibt es keine kostendeckende Finanzierung für Kinderhospize, weswegen diese auf freiwillige Zuwendungen angewiesen sind. „Deswegen möchte ich dafür bei minimaler Geschwindigkeit maximale Aufmerksamkeit erregen“, sagt der bodenständige Schwabmünchner, der nicht nur am liebsten barfuß geht, sondern auch stets in Lederhosen unterwegs ist.

Seine aktuelle Pilgerreise begann er vor acht Tagen in München bei der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz und sie endete nach rund 120 Kilometern in Bad Grönenbach. Vor rund sieben Jahren hat alles bei ihm mit einer radikalen Gewichtsreduktion angefangen. „Ich habe in sieben Monaten 60 Kilogramm abgenommen – das hat mein Leben komplett verändert“, erzählt er fröhlich. Mit der Energie seines neuen Lebensgefühls kam nicht nur die Idee, die Schuhe wegzulassen, sondern auch seiner Dankbarkeit Rechnung zu tragen – und als Multiplikator barfuß für die gute Sache unterwegs zu sein. „Kinder liegen mir schon immer am Herzen“, fügt er an.

Längste Etappe war 90 Kilometer lang

Bis sich seine Füße an die verschiedenen Untergründe gewöhnten, hat es ein wenig gedauert – jetzt aber geht’s Sommer wie Winter blanken Fußes durch die Lande, wie er erzählt. Seine längste Etappe, über 90 Kilometern und 6000 Höhenmeter, führte ihn barfuß über den Meraner Höhenweg. Die einzelnen Wanderungen hält er auf seiner Homepage fest, teilweise auch filmisch.

Immer mit dabei ist die kleine Glückbringer-Stoffkuh „Liesl“ des Kinderhospizes, die an seinem Taschengurt baumelt. Seinen Rücken bedeckt ein weißes Banner. Darauf sieht man eine Fußsohle mit einem Herz und das Bestreben, das Rainer Graf antreibt: „Barfuß für’s Kinderhospiz“ steht darauf und „Ansprechen erwünscht!“.

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Er möchte Menschen emotional berühren, um mit ihnen ins Gespräch kommen. „Mir ist es wichtig, dass die Leute wissen, dass in einem Hospiz das Leben wohnt, dass hier viel Gutes und Positives passiert – besonders auch vonseiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um die Familien mit unheilbar erkrankten Kindern kümmern“, sagt Graf.

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