In geheimer Mission

Band "Manowar" gibt drei Geheimkonzerte im Kaminwerk Memmingen

Die Band Manowar trat im Kaminwerk Memmingen auf - als Geheimkonzert.

Die Band Manowar trat im Kaminwerk Memmingen auf - als Geheimkonzert.

Bild: Manowar-Event

Die Band Manowar trat im Kaminwerk Memmingen auf - als Geheimkonzert.

Bild: Manowar-Event

Eine Band namens "The Lords of Steel" meldet sich für Auftritte im Kaminwerk Memmingen. Dann wird klar: Das sind "Manowar"! Eine Woche lang blieb die Band.
23.06.2022 | Stand: 06:56 Uhr

„60 Euro für eine Coverband? Seid ihr noch ganz sauber?“: Solche Vorwürfe bekam Kaminwerk-Leiter Matthias Ressler von Manowar-Fans zu hören, nachdem eine Gruppe unter dem Namen „The Lords of Steel“ in den Vorverkauf ging. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, um wen es sich bei dieser Formation tatsächlich handelte.

Die Geschichte begann Anfang dieses Jahres, als der Produktionsleiter von „The Lords of Steel“ das Kaminwerk kontaktierte und um einen Ort für ein Manowar-Fantreffen nachfragte. Für drei Abende buchte er sich im Juni im Kaminwerk ein. Dass es sich mitnichten um ein Fantreffen handelte, sickerte erst viel später durch.

Als „The Lords of Steel“ Anfang Juni ihr erstes Deutschland-Konzert in Münster spielten, staunten die Fans nicht schlecht, als Manowar höchstselbst die Bühne enterten. Blitzschnell machte auf sozialen Kanälen wie Instagram und Facebook die Runde, wer sich hinter dem Namen „The Lords of Steel“ verbirgt.

Mehrere Deutschland-Termine habe Manowar angesetzt, den zweiten schon in Memmingen.

Manowar: US-Band eine ganze Woche lang im Kaminwerk in Memmingen

Matthias Ressler dämmerte es, als bekannt wurde, mit welcher Entourage die „Coverband“ nach Memmingen kommen würde. Das kann nur das Original sein. Eine ganze Woche spielten und arbeiteten die US-Musiker mit großer Crew im Kaminwerk. „Jeden Vormittag hat Joey DeMaio Videos durchgeschaut“, berichtet Ressler. Insgesamt drei Konzerte waren angesetzt, wobei zum ersten am Donnerstag 400 Fans anreisten, am Freitag 600 und am Samstag war das Kaminwerk ausverkauft.

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Die Konzerte stellten eine Art Probelauf für Festivaltermine und die kommende Tournee „Crushing the Enemies of Metal“. Der neue Schlagzeuger Dave Chedrick wurde eingearbeitet, ein aufwendiges Lichtsetting installiert und an Video-Einspielern gefeilt. Die Videos müssen synchron zur Livemusik im Konzert laufen. Die Woche im Kaminwerk trug für Manowar-Musiker den Charakter eines Arbeitstreffens. Bespielen die Mannen um Joey DeMaio üblicherweise Hallen in der Größenordnung des Zenith in München oder die Grugahalle Essen, so ließen sie ihre kriegerischen, nicht ganz ernst zu nehmenden Metal-Hymnen nun durchs Kaminwerk donnern. Presse und Fotografen waren bei keinem der drei Memminger Geheimkonzerte zugelassen.

Manowar in Memmingen 2022: "Es war geil"

Wie es war? „Geil“, sagt Matthias Ressler. Sänger Eric Adams sei mit seinen 68 Jahren noch fein bei Stimme, und der gleichaltrige Showmann DeMaio beackerte tatkräftig den Bass zu „Kings of Metal“ und „Warriors of the World“. Beide sind von der Urbesetzung übrig geblieben, als Manowar 1980 das bis heute beliebte Subgenre des „True Metal“ erfanden. Übrigens: „The Lords of Steel“ (Stahlherren) sind eine pure Erfindung. Die Band existiert nicht. Unter diesem Namen erschien lediglich Manowars letztes Studioalbum.

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