Bilder der modernisierten Schule

So sieht das Bernhard-Strigel-Gymnasium nach dem Total-Umbau aus

Das Bernhard-Strigel-Gymnasium in Memmingen erstrahlt in neuem Licht: Schulleiter Dr. Thomas Wolf in der sanierten BSG-Aula mit Bühne (sie wird in Coronazeiten als zusätzliches Klassenzimmer genutzt). Oben die gläserne Bibliothek.

Das Bernhard-Strigel-Gymnasium in Memmingen erstrahlt in neuem Licht: Schulleiter Dr. Thomas Wolf in der sanierten BSG-Aula mit Bühne (sie wird in Coronazeiten als zusätzliches Klassenzimmer genutzt). Oben die gläserne Bibliothek.

Bild: Uwe Hirt

Das Bernhard-Strigel-Gymnasium in Memmingen erstrahlt in neuem Licht: Schulleiter Dr. Thomas Wolf in der sanierten BSG-Aula mit Bühne (sie wird in Coronazeiten als zusätzliches Klassenzimmer genutzt). Oben die gläserne Bibliothek.

Bild: Uwe Hirt

Im Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen haben seit 1967 Zigtausende gelernt und Abitur gemacht. Hier Bilder des für 21,4 Millionen Euro generalsanierten BSG.
08.04.2021 | Stand: 07:26 Uhr

„Das ist der schönste Blick“, sagt Schulleiter Dr. Thomas Wolf, als er aus seinem neuen Büro im ersten Stock im generalsanierten Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen tritt. Schweifen lassen kann er ihn von der neuen gläsernen Bibliothek auf der gleichen Etage, hinaus durch zusätzlich eingebaute Fenster und durch große Scheiben hinunter in die weitläufige Aula, die sich über zwei Stockwerke bis unter ein gewölbtes Glasdach erstreckt.

Alles ist freundlich, großzügig, lichtdurchflutet, barrierefrei – und typisch für den frischen Wind, der jetzt durch das Schulhaus weht. Nach vier Jahren Bauzeit und einer Investition von 21,4 Millionen Euro ist der Bau an der Memminger Wielandstraße kaum wiederzuerkennen.

Schulleiter Thomas Wolf: Die Generalsanierung ist gut gelungen

Wolf ist übrigens bereits zum zweiten Mal in ein neues Strigel gezogen: Er war 1967/68 im ersten Fünftklass-Jahrgang im damals nagelneuen – und hochmodernen – Bernhard-Strigel-Gymnasium. Seine älteren Brüder verbrachten ihre ersten Oberschuljahre noch in der ehemaligen Realschule in der Buxacher Straße, die damals Gymnasium und jetzt drei Jahre lang Ausweichquartier während der Bauphase war. So schließt sich ein Kreis.

Einige Nerven gekostet und viel abverlangt haben von Schulleitung, Lehrerkollegium und Verwaltung natürlich die Bauzeit, der Aus- und Wiedereinzug. Aus den geplanten zwei Jahren Auslagerung, Pendelverkehr und Unterricht an zwei Standorten sind schließlich drei geworden. Doch davon spricht Wolf nur am Rande, um zu betonen, wie vorbildlich sein Team da miteinander funktioniert hat. Viel lieber erzählt er davon, wie gut gelungen die Generalsanierung ist.

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Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen: Bilder nach dem Umbau

Mehr als Renovierung: Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen jetzt mit moderner Aufteilung und Technik

„Tadellos“ sei jetzt alles ausgestattet, mit modernster Technik wie etwa den digitalen Lernwänden in den Klassenzimmern. Ein echter Fortschritt sei aber auch die neue Raumaufteilung. Jetzt sind zum Beispiel alle Naturwissenschaften auf einem Stockwerk vereint oder im Fachbereich Kunst die Klassenzimmer im Gegensatz zu früher direkt neben den Werkräumen. Sehr kompetente und kreative Architekten seien mit dem Büro Obel Architekten aus Donauwörth mit der Planung beauftragt gewesen, betont Wolf.

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So richtig ins Schwärmen geraten lassen den Schulleiter zwei neue Bereiche, die er als „Herzstück“ und „wunderschönes Zentrum“ der Schule bezeichnet: die komplett verglaste Bibliothek, die mit gemütlichen Leseecken geradezu einlädt, darin zu stöbern, und die Aula samt Bühne. Dabei ist eine Bühne gar nicht vorgesehen im Raumprogramm für Gymnasien.

„Wir hatten aber als musisches Gymnasium keine Aufführungsmöglichkeiten“, erklärt Wolf, warum er gerade darum lange und hartnäckig gekämpft hat. Mit Rückendeckung der Regierung von Schwaben fand man schließlich die Lösung: das Bühnenpodest und die Aula wurden insgesamt als Pausenfläche und Mehrzweckraum deklariert. Jetzt spielen manchmal sogar Ganztagsschüler am Nachmittag Federball darin.

BSG Memmingen: Darüber ärgert sich Schulleiter Wolf sogar im renovierten Gebäude

Als einziges übernommen aus der alten, niedrigen, dunklen und viel kleineren Aula des BSG wurde übrigens der nach über 50 Jahren noch intakte Natursteinbelag – und jetzt sogar ergänzt und auch in Treppenhaus und Gängen verlegt. Dazu wurde viel helles Holz verbaut.

Überhaupt nicht zufrieden ist Wolf dagegen mit einem anderen Boden: Der Estrich in den Klassenzimmern wurde nur ausgebessert und ist jetzt nicht hundertprozentig eben. „Da wurden so viele Millionen ausgegeben und dann fehlt es ausgerechnet an etwas, was im Alltag sehr ärgerlich ist“, schüttelt er den Kopf über wackelnde Pulte. „Wenn wir das früher gewusst hätten, hätten wir wenigstens höhenverstellbare Tische bestellt.

Gymnasium in Memmingen hat jetzt Sitznischen auf den Gängen

Umso mehr loben Wolf oder auch Lehrerin Barbara Meßmer die neuen, fest verbauten Sitzgelegenheiten auf den Gängen. „Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten für moderne, offene Lernformen, bei denen ein Teil der Schüler auch außerhalb des Klassenzimmers arbeiten kann“, sagt die Englisch-, Sport- und Ethiklehrerin, die auch für die Ganztagsklassen zuständig ist.

So kennen viele Memminger das "alte" BSG: der bauliche "Charme" der 60er Jahre.
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Überhaupt hebt sie das Flexible, Durchlässige am sanierten Schulhaus hervor. Viele Räume lassen sich multifunktional nutzen. Zum Beispiel ein zusätzlicher Raum für die Ganztagsbetreuung, in dem auch ein Küchenblock steht: Daran können Kochprojekte stattfinden, man kann dort Pausensnacks für Schulaufführungen zubereiten oder der Elternbeirat kann seine Sitzungen darin abhalten.

Oder das Lehrerzimmer: Neben dem üblichen großen Raum gibt es jetzt ein kleines PC-Arbeitszimmer, in dem man in Ruhe arbeiten kann – und eine Teeküche für ungezwungene Gespräche. Praktisch ist auch, dass dank des eigenen Schulnetzes Arbeiten, die am PC oder Whiteboard im Klassenzimmer begonnen wurden, im Lehrerzimmer fortgeführt werden können.

Seit 2017 lief die Generalsanierung des Strigel-Gymnasiums in mehreren Bauabschnitten, ein letzter fehlt noch: Jetzt wird noch der erst 1999 dazugekommene Erweiterungsbau auf Vordermann gebracht, in den auch die neuen Musiksäle kommen. Zusammen mit den Außenanlagen soll bis Herbst alles fertig sein für die 720 Strigel-Schüler.

Bernhard Strigel-Gymnasium: Lehrer und Schüler loben gelungene Sanierung

Fragt man ein paar dieser Schüler, wie die Sanierung des Bernhard-Strigel-Gymnasiums gelungen ist, fällt das Ergebnis eindeutig aus: Sie sind begeistert von ihrer „neuen“ Schule.

„Alles ist sehr modern und richtig schön gemacht“, sagt etwa Wanja Hartmann aus der 8def. Er fand die früheren Kreidetafeln zwar nicht so schlecht, sieht aber jetzt die Vorteile der neuen digitalen: „Es ist praktisch, wenn man was drauf projizieren kann“, sagt er. „Und es ist ganz lustig, wenn die anderen, die daheim sind, auf der Tafel zu sehen sind.“ Er selbst ist froh, dass er wieder in die Schule gehen darf, „weil man da besser lernen kann und alles besser versteht, wenn es die Lehrer persönlich erklären.“

Nun hofft er, dass bald auch die Außenanlagen fertig sind. Genauso schwärmt Carla Bous aus der gleichen Klasse vom renovierten Schulhaus mit jetzt viel mehr Fenstern, der tollen Aula und den gemütlichen Nischen auf den Gängen. „Vorher war die Schule ein alter, dunkler Kasten“, sagt sie, „jetzt ist alles viel heller“. Nur eines gefällt ihr nicht: „Die Tische wackeln manchmal, der Boden könnte gerader sein.“

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Auch die älteren Schülersprecherinnen Buket Caplan und Iris Beller (beide Q11) nennen als erstes das Moderne und Helle, wenn man sie nach ihren Eindrücken vom Schulhaus fragt. Sie sind froh, dass die Zeit in der engen Realschule, in der sie zu den Sportstunden in die Strigel-Turnhallen laufen mussten, zu Ende ist. Buket fallen als erstes die Whiteboards, die Bühne, die grünen Sofa-Sitzecken in der Aula und die Mensa als gelungene Verbesserungen ein. Dass dort jetzt alles bargeldlos mit Chips bezahlt wird, mache alles einfacher und sei besonders jetzt in der Corona-Zeit besser. „Und die PC-Räume funktionieren jetzt besser, weil sie einheitliche Rechner haben und weil wir jetzt ein gutes Netz haben“, sagt sie.

Auch Iris weint der „alten“ Schule mit ihren düsteren Gängen keine Träne nach und fühlt sich in den jetzt „megahellen“ Räumen und Fluren mit vielen Sitznischen ausgesprochen wohl. Gut findet sie auch, dass es funktionierende WLAN-Codes für eine bestimmte Zeit gibt, wenn man zum Beispiel mal etwas auf dem Handy für den Unterricht recherchieren muss – normalerweise müssen Handys im Schulhaus ausgeschaltet bleiben. Was beiden fehlt: ein Q-Aufenthaltszimmer – es soll in den noch zu sanierenden Anbau kommen.