Nach Brandstiftung in Buxheim

Buxheim: Was passiert mit dem Vereinsheim des FC Viktoria?

Vereinsheim des FC Viktoria Buxheim brennt ab, 200.000 Euro Schaden, Polizei geht von Brandstiftung aus

Das Vereinsheim geht in der Nacht des 22. Oktobers 2020 in Flammen auf. Schuld daran sind zwei jugendliche Brandstifter.

Bild: Thomas Weigert

Das Vereinsheim geht in der Nacht des 22. Oktobers 2020 in Flammen auf. Schuld daran sind zwei jugendliche Brandstifter.

Bild: Thomas Weigert

Das Vereinsheim des FC Viktoria Buxheim ist komplett abgebrannt. Nun steht die Planung eines Neubaus an. Was auf den Verein zukommt und wie er unterstützt wird.
05.06.2021 | Stand: 07:19 Uhr

Christian Bittner blickt in Richtung der schuttübersäten Fläche am Rande des Fußballplatzes. Wo jetzt nur noch steinige Baureste den Boden bedecken, stand das Vereinsheim des FC Viktoria Buxheim. In der Nacht des 22. Oktober 2020 ist es komplett abgebrannt. Der Grund: Brandstiftung. Mittlerweile sind die jugendlichen Einbrecher gefasst und rechtskräftig verurteilt worden.

Viktoria Buxheim: Starke Partner für den Neubau

Nun steht der Verein vor der Herkulesaufgabe des Wiederaufbaus. Ein Gutachten schätzt den Wert des Vereinsheims auf rund 600.000 Euro. „Wir haben Glück, weil wir eine Versicherung abgeschlossen hatten, die auf jeden Fall Kosten übernimmt“, sagt Christian Bittner. Zusätzlich stellt auch der Bayerische Landes- und Sportverband (BLSV) Fördermittel zur Verfügung. „Wir haben auch in der Gemeinde eine starken Partner“, lobt der Vorsitzende des FC Viktoria die Zusammenarbeit mit der Kommune.

„Wir unterstützen den FC Viktoria vollumfänglich, damit dem Verein baldmöglichst wieder ein schönes Heim zur Verfügung steht“, bekräftigt Bürgermeister Wolfgang Schmidt. Dafür stellt die Gemeinde bis zu 750.000 Euro bereit. Auch ihn habe der tragischen Brand sehr erschüttert: „Es war eine fordernde Situation und ich bin sehr erleichtert, dass der Fall aufgeklärt werden konnte.“

Misstrauen im Verein nach Brandstiftung

„Nach so einem Vorfall schläft man nicht mehr gut“, sagt der Vorsitzende des FC Viktoria Buxheim mit düsterer Miene. „Immer macht man sich Gedanken, wer es gewesen sein könnte und ob es irgendwas Persönliches war.“ Über mehrere Monate war nicht klar, wer das Feuer angezündet hatte und da eine Sanierung bereits geplant war, geriet der Verein selbst unter Verdacht. Die Täter hatten letztlich keine Verbindung zum FC Viktoria.

Der Vorsitzende Christian Bittner auf dem Bauplatz, auf dem einst das Vereinsheim des FC Viktoria in  Buxheim stand
Der Vorsitzende Christian Bittner auf dem Bauplatz, auf dem einst das Vereinsheim des FC Viktoria in Buxheim stand
Bild: Theresa Osterried

Der Neubau des angezündeten Vereinsheim verzögert sich allerdings noch. Erst einmal müssen die Pläne für das neue Vereinsheim vom Bauamt abgesegnet werden. Dann dürfen die sogenannten Eingabepläne dem BLSV wegen Zuschüssen vorgelegt werden. „Wir hoffen, dass die Pläne bis Anfang Juli genehmigt werden“, sagt Vereinsvorsitzender Bittner.

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Und wie geht es im FC Viktoria sportlich weiter? „Corona war in diesem Fall ein Glück für uns“, sagt der 48-Jährige. Durch die ausgefallenen Spiele musste sich der Verein wenig Gedanken zur Situation in den Umkleiden machen. Wenn doch Spielbetrieb war, durfte der Verein die Buxheimer Turnhalle sowie die Container des TSV 1980 Buxheim als Umkleideort nutzen. Sanitäre Anlagen seien fürs erste durch zwei Dixi-Klos ersetzt worden. Und für den Sommer plant der Verein laut Bittner das Aufstellen zweier Container, damit sich die Mannschaften wenigstens vor Ort umziehen können. „Ideal wäre es, wenn zumindest die Umkleiden und die Sanitärbereiche baldmöglichst fertig gestellt werden könnten“, sagt der 48-Jährige.

Solidarität und Spenden stützen den Sportverein

Unterstützung für den Aufbau des Heims kommt von allen Seiten: Für den Aufbau spendet die Buxheimer Feuerwehr 1500 Euro. Auch „Pele“ Hofmann, der zweite Vorsitzende des TSV Buchenberg, hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen, an der sich zahlreiche Fußballvereine beteiligten. Alle Spenden werden in den Wiederaufbau des neuen Vereinsheims sowie in die Anschaffung benötigter sportlicher Ausstattung investiert.

Für eine verbesserte Sicherung des Gebäudes ist der FC Viktoria mit der Polizei in Kontakt

„Die Angst vor einem erneuten Einbruch ist natürlich schon da“, sagt Christian Bittner. Bürgermeister Wolfgang Schmidt sagt dazu: „Bei dem Neubau müssen viele Dinge beachtet werden. Gerade das Thema Einbruchsschutz ist uns sehr wichtig“, betont Rathauschef Wolfgang Schmidt, „Dafür sind wir auch schon mit der Polizeiberatungsstelle in Kontakt.“

Das Vereinsheim der Zukunft soll teilweise zweigeschossig werden, um die Anforderungen des Vereins erfüllen zu können. „Am Schönsten wäre es, wenn das Vereinsheim zum 100-jährigen Bestehen im April 2022 fertig ist“, wünscht sich Bittner.

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