Corona-Hotspot Memmingen

Corona-Hotspot Memmingen: Wie der Alltag der Kitas eingeschränkt wird

Memmingen ist momentan der Corona-Hotspot im Allgäu. Besonders Kitas leiden unter den Auflagen.

Memmingen ist momentan der Corona-Hotspot im Allgäu. Besonders Kitas leiden unter den Auflagen.

Bild: Jens Kalaene, dpa (Symbolfoto)

Memmingen ist momentan der Corona-Hotspot im Allgäu. Besonders Kitas leiden unter den Auflagen.

Bild: Jens Kalaene, dpa (Symbolfoto)

Die Stadt Memmingen hat den Corona-Frühwarnwert überschritten. Es gibt neue Regeln - Schulen und Kitas sind davon betroffen. Wie die Stadt damit umgeht.
08.10.2020 | Stand: 11:56 Uhr

Schulen, Kitas, Veranstaltungen: Die Stadt Memmingen hat den Corona-Frühwarnwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten und strenge Regeln für öffentliche Einrichtungen festgelegt. Besonders betroffen sind Schüler ab der fünften Klasse, Lehrer und Erzieher/-innen. Was nun gilt.

Wer ist von den strengen Auflagen betroffen?

Insbesondere gelten die Corona-Regelungen für öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten. Schüler von weiterführenden Schulen, Lehrer und Erzieherinnen müssen Masken tragen. Dies gilt auch während des Unterrichts. Kinder, die Klassen unterhalb der fünften Jahrgangsstufe besuchen, sind von der Maskenpflicht nicht betroffen. (Auch im Unterallgäu wurde der Warnwert überschritten - hier gibt es keine neuen Maßnahmen)

Wer kontrolliert die Einhaltung der Maßnahmen und was passiert bei Verstößen?

Schulen und Kindergärten sind selbst dafür verantwortlich, dass sich alle an die Maskenpflicht halten. Die Polizei wird die Einhaltung der Maskenpflicht in den Einrichtungen nicht überprüfen. Allerdings kann es bei mehrfachen Verstößen innerhalb der Einrichtungen durchaus zu Abmahnungen kommen.

Öffentliche Veranstaltungen sind zudem auf 50 Personen beschränkt. Private Feiern kontrolliert die Polizei nicht verstärkt. Hinweisen von Zeugen gehen die Beamten nach, heißt es vonseiten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Weitere Regeln zu den Corona-Maßnahmen in Memmingen lesen Sie hier.

Wie wirken sich die Maßnahmen in den Kitas aus?

Ihr Personal sei "am Limit", berichtet Randa Titz, Leiterin des Kindergartens im Memminger Stadtteil Steinheim. Sie spricht von einer angespannten Situation, weil Kinder aus unterschiedlichen Gruppen keinen Kontakt miteinander haben dürfen - die Gruppen also den ganzen Tag unter sich bleiben müssten. Um alle Kinder-Gruppen auch am Nachmittag führen zu können, sei jedoch nicht genügend Vollzeit-Personal vorhanden. Eine Gruppe muss deshalb früher nach Hause. Zudem müssen besondere Veranstaltungen wie die Vor- oder Musikschule bis auf weiteres ausfallen.

Welche Auswirkungen spüren die Kinder?

"Die Kinder haben die Änderungen gut aufgefasst", sagt Titz. Allerdings kommt es durchaus vor, dass Kinder im ersten Augenblick von Erzieherinnen mit Maske verschreckt werden. Kinder fingen dann vereinzelt zu weinen an oder verstecken sich. Auch deshalb wurde mit allen Eltern Gespräche geführt. Eine neue Gruppe, die es erst seit Oktober gibt, ist jedoch anders gestartet: Diese Kinder kennen Erzieherinnen nur mit Maske.

Titz empfiehlt Eltern grundsätzlich, Kindern die Umstände genau zu erklären. Auch Gespräche zwischen Eltern und Erzieherinnen seien möglich, erklärt Titz. Es sei immer auch eine Frage, wie es der Familie in der Corona-Krise ergangen ist. Zukunftsängste können sich auf Kinder übertragen. Ohne die gute Zusammenarbeit von Eltern, Elternbeirat und den Erzieherinnen des Kindergartens sei die Einhaltung der Regeln ohnehin nie möglich gewesen, so Titz.