Schon jetzt hohe Zahlen

Auf die Corona-Herbstwelle vorbereitet - Sicherheitstipps für Wallenstein und andere Events

Die Impfzentren in Memmingen und Bad Wörishofen können schnell auf eine zunehmende Nachfrage reagieren, wenn im Herbst die Zahl der Corona-Fälle stark steigen sollte.

Die Impfzentren in Memmingen und Bad Wörishofen können schnell auf eine zunehmende Nachfrage reagieren, wenn im Herbst die Zahl der Corona-Fälle stark steigen sollte.

Bild: Andreas Berger (Archivbild)

Die Impfzentren in Memmingen und Bad Wörishofen können schnell auf eine zunehmende Nachfrage reagieren, wenn im Herbst die Zahl der Corona-Fälle stark steigen sollte.

Bild: Andreas Berger (Archivbild)

Schon jetzt ist die Zahl der Corona-Fälle hoch. Und es wird befürchtet, dass sie im Herbst noch stärker steigen wird. Memmingen und Unterallgäu sind gerüstet.
23.07.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Wie bereiten sich Memmingen und Unterallgäu auf die Corona-Welle im Herbst vor? Zwar stecken wir gerade bereits in einer Sommer-Welle mit recht hohen Inzidenzwerten (Erster Landkreis seit April: Corona-Inzidenz liegt hier über 3000). Doch für den Herbst erwartet das Bundesgesundheitsministerium eine noch schwerere Corona-Welle.

Schon im Frühjahr vorbereitet

Wie schnell kann Memmingen sein? Bei Bedarf kann das Impfzentrum „innerhalb kürzester Zeit hochgefahren werden“, wie es aus dem Impfzentrum heißt. Weitere Impfstraßen können geöffnet und Personal, das auf Abruf bereit steht, kann reaktiviert werden. Die Impfstoffe können mit einem Vorlauf von wenigen Tagen geordert werden. Dank der Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr sei diesmal alles schon im Frühjahr vorbereitet worden, damit im Spätsommer oder im Herbst schnell reagiert werden kann.

Ist das Unterallgäu auf den Herbst vorbereitet? Es seien genug Mitarbeiter da. Zudem habe die Regierung von Schwaben die Verträge der Mitarbeiter verlängert, die für Kontaktnachverfolgung zuständig sind. Das Gesundheitsamt könne im Herbst also auf ein erfahrenes Team zurückgreifen, heißt es beim Landratsamt. Auch die Technik sei weiterentwickelt worden: Positiv getestete Personen können Daten und Meldungen zur Infektion und Symptomatik per Mail und Handy übermitteln. Bescheinigungen werden automatisiert erstellt und versendet. Eine spezielle Software erleichtere dem Gesundheitsamt die Arbeit. Das Impfzentrum in Bad Wörishofen könne jederzeit die Kapazitäten hochfahren. Allerdings schließt es Anfang Dezember, da der Mietvertrag des Freistaats ausläuft. Dann könnten alle Unterallgäuer das Impfzentrum Memmingen nutzen.

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Wie können lange Wartezeiten vermieden werden?

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Kritik an langen Wartezeiten: Kritik hatte es im vergangenen Winter gegeben, weil die Menschen vor dem Memminger Impfzentrum in der Kälte teils lange anstehen und im Unterallgäu recht lange auf Termine warten mussten. Wie kann das künftig vermieden werden? Memmingen: „Die Situation ist nach unserer Einschätzung eine andere als in den Vorjahren, jedoch kann es natürlich bei hoher Nachfrage zu Wartezeiten kommen“, heißt es im Impfzentrum. Hilfreich sei es, wenn sich Impfwillige und Personen, für die bereits eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gilt, sich frühzeitig um eine Auffrischungsspritze kümmern, „idealerweise bis im Spätsommer“.

Unterallgäu: „Ein großer Teil der Bevölkerung ist bereits mehrfach geimpft und zusätzlich genesen. Wir sind also auf einem ganz anderen Stand der Immunisierung als 2021 und 2020. Wir werden daher nicht mehr die Anzahl an Neuimpfungen haben wie vergangenes Jahr“, sagt die koordinierende Ärztin im Unterallgäu, Dr. Carola Winkler.

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Wer sollte sich jetzt impfen lassen? „Bei Personen über 70 Jahren, eventuell auch über 60 Jahren, und chronisch Vorerkrankten jeden Alters macht eine vierte Covid-19-Impfung auf jeden Fall auch Sinn“, sagt Dr. Jan Henrik Sperling, Koordinierender Arzt für Corona für die Stadt Memmingen. Am besten bis spätestens im Spätsommer. „Diese Menschen sind einfach gefährdeter, einen schwereren Covid-19-Verlauf zu bekommen. (...) Alle anderen Personengruppen können sich noch entspannt zurücklehnen und den Infektionsverlauf beobachten.“

Tipps von Ärzten für Veranstaltungen

Verhaltenstipps – auch zu Wallenstein: Wie sollten sich die Menschen mit Blick auf die steigende Zahl an Coronafällen verhalten? „Es ist für alle wichtig, wieder Menschen zu treffen, soziale Kontakte zu pflegen, zu feiern, am Leben teilzuhaben“, sagt Sperling. Er rät: Treffen mit größerer Personenzahl sollten – wenn möglich – im Freien abgehalten werden. „Aber natürlich kann man sich auch bei Festivitäten im Freien anstecken.“ Außerdem sollte sich jeder vor einem Treffen mit mehreren Personen fragen: Bin ich wirklich gesund? Das gelte auch für die Wallenstein-Woche. „Auch bei Halsschmerzen und leichteren Erkältungssymptomen sollte man lieber nicht teilnehmen, (...) sondern im Sinne der Gruppe unbedingt daheimbleiben, um nicht alle anderen anzustecken.“

Vor einem Treffen einen Schnelltest zu machen, schade nicht. „Allerdings sollte dies einen nicht verleiten, sich in falscher Sicherheit zu fühlen. Hat man Krankheitssymptome und einen negativen Schnelltest, sollte man trotzdem Kontakte reduzieren“, so Sperling. Masken, vor allem FFP-2-Masken, böten effektiven Schutz in Menschenansammlungen. „Besonders wichtig ist es, Rücksicht auf vulnerable Gruppen zu nehmen und hier besonders die Hygieneregeln einzuhalten“, so Dr. Bettina Leins-Beierle, ärztliche Leiterin am Gesundheitsamt Unterallgäu.

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