Angespannte Corona-Lage

Appell an Unterallgäuer: „Wenn die Zahlen nicht runtergehen, können wir nicht öffnen“

Die Zahl der Testzentren im Unterallgäu wird von 31 auf mehr als 40 erhöht, um das Infektionsgeschehen besser durchbrechen zu können.

Wegen der steigenden 7-Tage-Inzidenz im Unterallgäu richtet Landrat Alex Eder einen dringenden Appell an die Bürger.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Wegen der steigenden 7-Tage-Inzidenz im Unterallgäu richtet Landrat Alex Eder einen dringenden Appell an die Bürger.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Wieder drei Plätze schlechter: Das Unterallgäu liegt in der deutschlandweiten Inzidenztabelle auf Platz zehn. Der Landrat appelliert deshalb an die Einwohner.
11.05.2021 | Stand: 13:21 Uhr

Der Inzidenzwert hat sich im Unterallgäu noch einmal verschlechtert. Lag er am Montag bei 237,37, ist er am Dienstag auf 242,9 gestiegen. Somit liegt der Landkreis auf Platz 10 der bundesweiten Inzidenzwerte. Auch in Memmingen ist die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag nochmal gestiegen.

Mit Blick auf die angespannte Corona-Situation im Unterallgäu appelliert Landrat Alex Eder an die Einwohner. Erst wenn die Zahlen sinken, könnten Einzelhandel und Gastronomie wieder öffnen, dürften Kinder wieder in die Grundschule gehen. „Denken Sie an diejenigen, die besonders unter den Einschränkungen leiden - an die Kinder, die Gastronomen, die Einzelhändler, die Tourismusbranche oder die Kulturschaffenden - und achten Sie darauf, sich keiner Gefahr einer Ansteckung auszusetzen. Denn wenn die Zahlen nicht runtergehen, können wir nicht öffnen.“

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Corona-Tests: Testangebot im Unterallgäu wird ausgebaut

Um die Infektionskette besser durchbrechen zu können, wird das Testangebot im Unterallgäu ausgebaut. Aktuell gebe es 31 Testzentren im Landkreis, in Kürze werden es laut Gesundheitsamt mehr als 40 sein. Das Gesundheitsamt hatte vor Kurzem auch die Unterallgäuer Gemeinden aufgerufen, Testzentren einzurichten. Dem sind bisher zehn Kommunen gefolgt. „Ich freue mich, dass die Gemeinden mit im Boot sind und sich so tatkräftig mit einbringen“, sagt Alex Eder.

Darüber hinaus betrieben auch Apotheken, Hilfsorganisationen, Unternehmen und der Landkreis selbst Teststationen. "Damit soll ein ausreichendes Angebot bestehen, sobald die Tests Voraussetzung für den Besuch eines Geschäfts oder Biergartens sind. Ziel ist es aber auch, durch das vermehrte Testen Infektionsketten schneller zu durchbrechen und so letztlich die Corona-Zahlen zu senken. Machen Sie von dem Angebot Gebrauch“, sagt Eder. „Testen ist ein wichtiger Baustein, um mögliche Weiterverbreitungen zu verhindern.“

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Während die Infektionszahlen bundesweit sinken, bewegen sie sich im Unterallgäu nach wie vor auf einem hohen Niveau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200. „Der Einzelhandel, die Gastronomie oder die Tourismusbranche brauchen dringend ein Licht am Ende des Tunnels“, sagt Michael Stoiber, Wirtschaftsförderer des Landkreises. Solange die Zahlen nicht sinken, gebe es hier keine Perspektive. „Viele bangen um ihre Existenz und bitten die Bevölkerung eindringlich darum, durch Beachtung der Regeln aktiv bei der Senkung der Infektionszahlen mitzuhelfen.“

Ein weiterer Baustein im Kampf gegen die Pandemie ist das Impfen. Neben den Impfungen in den Impfzentren und in den Arztpraxen steuert der Impfbus laut Eder nun auch Gemeinden an, die erhöhte Corona-Zahlen haben. „Ziel ist es, mit den Impfungen weiter in die Fläche zu kommen, um ein möglichst gutes Angebot zu schaffen.“

Einen Überblick über die Teststationen des Unterallgäus und weitere Informationen gibt es hier: www.unterallgaeu.de/corona