Mindelheim

Der Meister und sein Maler

Grabowski und Phil Collins

Grabowski und Phil Collins

Bild: Tina Schlegel

Grabowski und Phil Collins

Bild: Tina Schlegel

Kunst Frank Grabowski liebt Musik, Kunst und besonders die Band Genesis. Warum Phil Collins jetzt Fan von ihm ist
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Von Tina Schlegel
22.01.2020 | Stand: 16:04 Uhr

Als Frank Grabowski als 17-Jähriger bei seinem ersten Genesis-Konzert war, da hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt, dass er seinen Musik-Idolen einmal so nahe kommen würde. Obwohl – vielleicht hat der Mindelheimer Künstler es sich ja doch ausgemalt in seinen Träumen und ausreichend daran geglaubt. „Manchmal denke ich selber, dass das alles ganz schön verrückt ist“, erzählt Grabowski jedenfalls jetzt und strahlt dabei.

Die Musik, vor allem jene, die der sogenannten Progressive-Rock-Szene zugerechnet wird, gehört zu seinem Leben. Ebenso die Kunst. Seit 2016 haben diese beiden Welten auf ganz wundersame Weise zusammen gefunden, auf eine solch wundersame und sich gegenseitig ergänzende Weise, dass einem beim Zuhören ganz schwindlig wird. „Es sind Synergien, die entstehen, wenn man sich bewegt. Facebook war dafür sicherlich ein wichtiger Motor“, erklärt Grabowski.

Denn 2016 wurde beim Besuch bei einem Facebook-Freund in der Toscana die Idee geboren, Bilder zu Musik zu malen. Grabowski traf zuvor häufig Steve Hackett, den langjährigen Gitarristen von Genesis, mit dessen Band. Er begann, zahlreiche durch Genesis inspirierte Bilder zu malen, die im Zedernsaal in Kirchheim ausgestellt wurden – in Anwesenheit von Steve Hackett. Seitdem verbindet die Hacketts und die Grabowskis in Mindelheim eine Freundschaft. Und Vieles sollte daraus entstehen. Zum Beispiel die Idee, mit den Bildern, die doch immer etwas mit Musik zu tun haben, auf eine Ausstellungstournee zu gehen. Und wenn man die Idee hört, dann denkt man sofort: Natürlich, das ist die Nische, denn wo hat man ein besseres Publikum für eine Kunst, die Musik in Bildern einfängt, als bei Konzerten der jeweiligen Bands?

Grabowski also malte seine Bilder und stellte parallel zu den passenden Konzerten aus – und knüpfte so weitere Kontakte. Auch für 2020 ist sein Tourneeplan schon reichlich gefüllt. Inzwischen wird er angefragt, um für Bands die Cover zu gestalten oder etwa für das „Night of the Prog“-Festival im Amphitheater auf der Loreley das Plakat zu malen.

Anfang 2019 wuchs in ihm der Wunsch, auch Phil Collins persönlich kennenzulernen und wieder wählte er den Weg über die Kunst. Er wandte sich an Tomas Nydahl, den deutschen Vertreter von Phil Collins’ Stiftung „Little Dreams Foundation“ zur Förderung talentierter Kinder aus sozial schwachen Familien, und erzählte von seiner Idee, Phil Collins porträtieren zu wollen. Der gute Kontakt zu Steve Hackett war da durchaus hilfreich. Schnell wurde die Idee zu einem konkreten Plan und natürlich auch in die Tat umgesetzt. Das Bild wurde in Mindelheim an Nydahl übergeben und in Miami bei einer Wohltätigkeitsgala versteigert. Allerdings kam es noch nicht zu einem persönlichen Treffen, „aber was nicht ist, kann ja noch werden“, sagt Grabowski und freut sich vorerst über die Ehre, dass Phil Collins sein Bild signierte und es bei der Gala auch den gewünschten Betrag erbracht hat. Wo es inzwischen die Wand schmückt, weiß Grabowski leider nicht.

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Momentan beflügelt ihn schon ein weiteres Projekt: Peter Gabriel. Grabowski ist nicht nur zielstrebig und kreativ in der Umsetzung seiner Herzens-Projekte, er ist vor allem eines: unheimlich dankbar dafür, dass sich das alles so entwickelt hat, dass er seine Liebe zu dieser Musikrichtung in seine Kunst integrieren kann und anderen damit sogar noch Freude bereitet, dass sich daraus diese besonderen Verbindungen ergeben haben und immer wieder Neues entsteht und dass er auch selbst immer wieder überrascht wird. „Es lohnt sich, immer an seine Träume zu glauben und nie aufzugeben“, sagt er.

Und sicherlich wird er sowohl Phil Collins als auch Peter Gabriel demnächst einmal persönlich die Hand schütteln und mit ihnen über seine Porträts plaudern.

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