Bauvorhaben

Diakonie erweitert Zentrum in Memmingen

Derzeit laufen die Abbrucharbeiten in der Gasse „In der Kappel“. Im Innenhof entstehen dort weitere Räume für das sozialpsychiatrische Zentrum der Diakonie, entlang der Gasse sind acht Wohnungen geplant.

Derzeit laufen die Abbrucharbeiten in der Gasse „In der Kappel“. Im Innenhof entstehen dort weitere Räume für das sozialpsychiatrische Zentrum der Diakonie, entlang der Gasse sind acht Wohnungen geplant.

Bild: David Specht

Derzeit laufen die Abbrucharbeiten in der Gasse „In der Kappel“. Im Innenhof entstehen dort weitere Räume für das sozialpsychiatrische Zentrum der Diakonie, entlang der Gasse sind acht Wohnungen geplant.

Bild: David Specht

In der sozialpsychiatrischen Einrichtung in der Memminger Altstadt sind eine neue Kantine und weitere Büros geplant. Wer diese nutzen wird.
08.02.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Am Rand der Altstadt betreibt die Diakonie Memmingen ihr sozialpsychiatrisches Zentrum. Die Einrichtung in der Gasse „In der Kappel“ ist Anlaufstelle für Menschen mit psychischen oder seelischen Erkrankungen sowie deren Angehörige und Freunde. Mitarbeiter der Diakonie beraten die Gäste, helfen bei persönlichen Krisen und vermitteln an andere Stellen weiter. In der Tagesstätte haben Menschen mit einer psychischen Erkrankung zudem die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Das alles braucht Platz. Nicht nur das sozialpsychiatrische Zentrum – auch andere Dienste der Diakonie wachsen stetig. Deshalb wird die Einrichtung am nördlichen Rand der Altstadt nun erweitert. Die Mitglieder des Bauausschusses des Memminger Stadtrats stimmten einem entsprechenden Baugesuch ohne Gegenstimme zu.

Neue Angebote der Diakonie

Im derzeitigen Innenhof des Gebäudes soll eine Art Kantine im Erdgeschoss entstehen, darüber werden weitere Büros errichtet. „Es handelt sich dort nicht um eine öffentliche Gaststätte, sondern um eine Art Aufenthaltsraum, in dem Besucher miteinander Kochen und zu Mittag essen können“, erklärt Stefan Gutermann, Vorstand der Diakonie. Die Büros im Stock darüber wolle man nutzen, um Dienste, die bisher an andere Orte ausgelagert seien, unterzubringen. Künftig sollen dort laut Gutermann auch neue Angebote der Diakonie Platz finden – etwa ein Krisendienst.

Größter Vorteil des Neubaus sei jedoch, dass alle Räume durch einen Aufzug barrierefrei erreichbar werden, betont Gutermann. „Wir haben beispielsweise in der Tagesstätte viele Besucher, die sich derzeit schwertun, die Treppe hochzukommen“, sagt er.

Kantine und Büros sind als zweigeschossiger Zwischenbau im Innenhof geplant. Dadurch überschreitet das Vorhaben die derzeit geltenden Baugrenzen. Da dennoch genug Platz für einen gut nutzbaren Innenhof bleibt, könne der Teilüberbauung des Hofs aber zugestimmt werden, informierte Uwe Weißfloch, Leiter des Stadtplanungsamts, die Mitglieder des Bauausschusses. Der Nachbar werde ebenfalls nicht beeinträchtigt, da der neue Zwischenbau direkt an einer ohnehin bestehenden zweigeschossigen Feuerschutzwand errichtet werde. Die Diakonie nutzt zwar Räume in dem Gebäude, Eigentümer und Bauherr ist allerdings die Siebendächer-Baugenossenschaft. Diese plant, acht Mietwohnungen im südlichen Gebäudeteil zu erbauen. Derzeit reißen Arbeiter einer Baufirma dort den bestehenden zweistöckigem Altbau ab. Der Neubau entlang der Gasse soll ein zusätzliches Stockwerk erhalten. Auch das erfordert eine Befreiung vom Bebauungsplan, auch diese erteilten die Mitglieder des Bauausschusses. „Auch ein dreigeschossiger Neubau fügt sich harmonisch in das nähere Umfeld ein“, befand Weißfloch.

Absprachen mit dem Denkmalschutz

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Im Erdgeschoss entlang der Gasse „In der Kappel“ sind zudem sechs Garagenstellplätze geplant. Damit sich diese in die Altstadt einfügen, schreibt die Stadt dafür Holztore vor. Die genaue Gestaltung sei außerdem mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abzustimmen. Aufgrund der Bauarbeiten könnte es dieses Jahr zu Einschränkungen bei den Angeboten der Diakonie, etwa bei der Tagesstätte, kommen. „Es stehen auch Ausbaumaßnahmen der Stadt in der Krautstraße und der Gießergasse auf dem Programm“, sagt Gutermann.

Möglicherweise werden Gruppenangebote an ander Orte verlegt – das in das alte Gemeindehaus in der Pfaffengasse. „Wir sind dankbar, dass uns die Evangelische Gesamtkirchengemeinde immer wieder diese Räumlichkeiten überlässt“, betont Gutermann. Nicht von den Baumaßnahmen betroffen sollten laut Gutermann die Beratungs- und Betreuungsangebote des sozialpsychiatrischen Dienstes, des ambulant betreuten Einzelwohnens und der Beratungsstelle für Kinder psychisch kranker Eltern sein.

Wie die Diakonie Obdachlosen in Memmingen hilft, lesen Sie hier.