Projekt

Die Iller soll wieder wilder werden

Die Iller soll wieder mehr von ihrem ursprünglichen, natürlichen Charakter zurückerlangen: Dazu soll auf Höhe der Gemeinde Fellheim der Einbau von zwei „Rauen Rampen“ und zwei Seitenarmen beitragen. Letztere dienen auch dazu, Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.

Die Iller soll wieder mehr von ihrem ursprünglichen, natürlichen Charakter zurückerlangen: Dazu soll auf Höhe der Gemeinde Fellheim der Einbau von zwei „Rauen Rampen“ und zwei Seitenarmen beitragen. Letztere dienen auch dazu, Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.

Bild: Armin Schmid

Die Iller soll wieder mehr von ihrem ursprünglichen, natürlichen Charakter zurückerlangen: Dazu soll auf Höhe der Gemeinde Fellheim der Einbau von zwei „Rauen Rampen“ und zwei Seitenarmen beitragen. Letztere dienen auch dazu, Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.

Bild: Armin Schmid

Schluss mit dem kanalartigen Verlauf: Bei Fellheim sind neue Seitenarme des Flusses geplantsowie „raue Rampen“. Warum das Tieren und Pflanzen nutzt, aber auch den Menschen.
03.12.2020 | Stand: 17:45 Uhr

Die Iller soll mehr Fließgeschwindigkeit erhalten und wieder stärker zu dem Fluss werden, der sie ursprünglich einmal war. Darauf will das Projekt „Agile Iller“ hinwirken. Weitere Ziele bestehen darin, mehr Laichplätze für unterschiedliche Fischarten zu schaffen und die Iller als Naherholungsraum erlebbar zu machen. Verbesserungen sind auch für den Abschnitt zwischen Fellheim und Pleß angedacht.

Auf einem relativ langen Teilstück der Iller sollen laut Jonas Meinzer vom Wasserwirtschaftsamt Kempten mehrere ökologische Verbesserungen umgesetzt werden. Nach den Worten von Bürgermeister Reinhard Schaupp gehört dazu, dass zwei Querbauwerke im Iller-Bereich von Fellheim und Pleß entfernt und durch sogenannte „Raue Rampen“ ersetzt werden. Dieser Begriff bezeichnet die Gestaltung einer Gefällestrecke im Verlauf eines Gewässers, die der Natur nachempfunden ist. Die Durchgängigkeit des Flusses soll sich dadurch verbessern. Daran knüpfe sich die Hoffnung, dass „das kanalartig ausgebildete Flussstück“ wieder mehr von seinem ursprünglichen, natürlichen Charakter zurückerhält und so „zu einem lebendigeren Gewässer wird“. Schaupp zufolge steht der Gemeinderat dem Vorhaben positiv gegenüber.

Grundstück verkaufen

Im nächsten Schritt geht es darum, dass auf der Westseite der Iller zwei Seitenarme angelegt werden. Schaupp erläuterte, dass sich der dafür benötigte Uferstreifen auf der württembergischen Seite der Iller im Besitz der Gemeinde Fellheim befindet. Letztlich seien es knapp 20 000 Quadratmeter Fläche, die für die Umsetzung benötigt werden und die der Gemeinderat verkaufen müsste. Der Bürgermeister sieht darin allerdings kein Hindernis und geht davon aus, dass nichts gegen einem Grundstücksverkauf spricht. Der Beschluss des Gemeinderats steht aber noch aus.

Die neuen Seitenarme der Iller sollen das Fließgewässer als Lebensraum erweitern – zum Nutzen von Tieren und Pflanzen. Anfangs waren laut Schaupp beide Seitenarme auf der östlichen Illerseite vorgesehen – dies habe sich aber nicht umsetzen lassen.

Vorangekommen ist das Vorhaben auch im Bereich von Pleß. Dort musste Schaupp zufolge eine Lösung für einen Grundstücksbereich gefunden werden, der sich in anderem Besitz befand. Erfreulicherweise habe die Gemeinde Fellheim eine Tauschfläche von rund 2000 Quadratmetern Größe und damit eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung anbieten können.

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Derzeit wird die Iller bei Buxheim umgestaltet. Das Projekt der beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg läuft unter dem Namen "Agile Iller". Zunächst fanden Voruntersuchungen des Baugrundes statt. Darum wurden dort Kieswege aufgeschüttet, die bis ins Flussbett der Iller hineinreichten.
Buxheim

Großprojekt soll Iller agiler machen

Bürgermeister Reinhard Schaupp machte deutlich, dass Grunderwerb und Planung für das Gesamtprojekt seiner Einschätzung nach einige Zeit erfordern werden. Erfreulich sei jedoch, dass der Gemeinde Fellheim durch die „Agile Iller“ keine Kosten entstünden. Mit der Umsetzung rechnet er erst in rund vier bis fünf Jahren.

Noch keine konkreten Pläne existieren laut Schaupp für eine Fischaufstiegsanlage, die beim Kirchdorfer Wehr entstehen soll.

Das Projekt

Beim Projekt „Agile Iller“ haben der Freistaat Bayern und das Land Baden-Württemberg für die kommenden zehn Jahre 70 Millionen Euro bereitgestellt, um aus der Iller wieder ein lebendiges Fließgewässer zu machen. Das Projekt erstreckt sich auf eine Länge von rund 57 Kilometern – von Aitrach im Landkreis Ravensburg bis Wiblingen bei Ulm. Insgesamt sollen 59 Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässer-Ökologie und Durchgängigkeit der Iller umgesetzt werden.