Abschiedsfest

Die letzten Tage des Freibads in Memmingen sind gezählt

Voller Körpereinsatz beim Aqua-Zumba am Beckenrand und im Wasser: Beim bunten Abschiedsfest im Memminger Freibad war einiges zum Mitmachen geboten.

Voller Körpereinsatz beim Aqua-Zumba am Beckenrand und im Wasser: Beim bunten Abschiedsfest im Memminger Freibad war einiges zum Mitmachen geboten.

Bild: Uwe Hirt

Voller Körpereinsatz beim Aqua-Zumba am Beckenrand und im Wasser: Beim bunten Abschiedsfest im Memminger Freibad war einiges zum Mitmachen geboten.

Bild: Uwe Hirt

Das Freibad wird abgerissen und durch ein Kombibad ersetzt. Kurz vor Abschluss der letzten Saison steigt eine bunte Abschlussparty. Was den Spaß getrübt hat.
##alternative##
Von Milena Eberhard
29.08.2022 | Stand: 10:15 Uhr

Lachen, planschen, umhertollen und in der Sonne liegen: So sieht ein typischer Tag im Freibad aus. Motor- und Paddelboote, Sauerstoffflaschen und laute Zumbamusik gehören da eher nicht dazu. Doch all das war am Samstag im Memminger Freibad geboten. Mit einer letzten Feier – und bei freiem Eintritt – hatten die Memmingerinnen und Memminger Gelegenheit, sich von ihrem Bad zu verabschieden, das bald abgerissen und durch ein Kombibad ersetzt wird (wir berichteten). Dazu boten die DLRG und die Wasserwacht Memmingen, der TV Memmingen und der SV Amendingen oder die „Diverholics“ zahlreiche Aktivitäten rund ums Thema Wassersport an. Schon im Vorfeld abgesagt wurde allerdings wegen der schlechten Wetterprognose die geplante abendliche DJ-Pool-Party.

Aqua-Zumba, Rettungsboote und Schnuppertauchen

Für jeden war etwas geboten an diesem bunten Familientag. Wer Lust hatte, einen Einblick in die Ausrüstung der DLRG und Wasserwacht zu bekommen, konnte sich bei ihrer Fahrzeugausstellung verschiedene Rettungsboote ansehen oder auch selbst aktiv werden und damit einige Bahnen im Sportbecken ziehen. Besonders Sportliche maßen sich beim Zeitschwimmen und durften danach eine letzte Urkunde aus dem Freibad mit nach Hause nehmen. Regen Zulauf hatten Aqua-Zumba oder Wassergymnastik zu flotter Musik. Auch für kleine Wasserratten war einiges geboten. Wer sich schon sicher im Schwimmerbecken fühlte, durfte sich ein Seepferdchen-Abzeichen verdienen. Ein Spaß für alle war das Wurfsackwerfen auf der Liegewiese. Ein Highlight für Kinder war aber das Schnuppertauchen der DLRG. Angehende Tauchlehrer führten die mit Flossen, Taucherbrille und einem Lungenautomaten ausgerüsteten Kinder durch das Familienbecken und ließen sie so in die Welt unter Wasser eintauchen.

Sanierung würde nicht reichen

Der Spaß an diesem Tag wurde aber auch von weniger schönen Gefühlen begleitet: „Es ist natürlich eine gewisse Wehmut da“, stellte Oberbürgermeister Manfred Schilder in seiner Begrüßungsrede fest – und drückte damit die Stimmung vieler Bürgerinnen und Bürger aus, die ihr Freibad, das sie teils schon seit Jahrzehnten kennen und lieben, bald missen werden. Viele hätten sich, wie zu hören war, gewünscht, dass man das Bad lediglich repariert und nicht komplett ersetzt. Aber Schilder musste sie endgültig enttäuschen: „Das Bad ist so alt wie der Oberbürgermeister“, sagte er. Es könne technisch selbst durch gründliche Sanierungen nicht mehr auf einen modernen Stand gebracht werden.

Auf dem neuesten Stand werde aber das geplante Kombibad sein, das dann Hallen- und Freibad vereint. Das Ganz-Jahres-Bad sei vor allem auf den sportlichen Aspekt eines Bades ausgelegt, sagte Schilder. Es soll im Passivhausstandard gebaut werden und trage so auch etwas zum Energiesparen und Klimaschutz bei. Auch wenn manche noch mit der großen Veränderung haderten, der Oberbürgermeister ist sich sicher: „Ein Neubau ist der richtige Weg, davon bin ich vollkommen überzeugt.“

Wasserball-Spiel mit 5-Meter-Schießen

Er selbst hat in früheren Jahren unzählige Stunden als Wasserballer im Freibad verbracht. Ein Wasserball-Showspiel des TV Memmingen stand schließlich zum Abschluss des Tages auf dem gelungenen Programm. Wer wollte, durfte sich dann sogar selbst im 5-Meter-Schießen üben.

So war das Abschlussfest eine willkommene Chance für Groß und Klein, das Freibad ein letztes Mal in vollen Zügen zu erleben, noch einmal das kühle Wasser, die Rutsche, die heißen Pommes oder die legendären Süßigkeitentüten zu genießen – und in Erinnerungen an vergangene Besuche zu schwelgen. Und sogar der Wettergott hat einigermaßen mitgespielt und das Nass von oben in Zaum gehalten.