Inklusion

Die Regens-Wagner-Stiftung hat in Bad Grönenbach Neubaupläne

RegensWagner will sich in Bad Grönenbach ansiedeln

Die Regens-Wagner-Stiftung Lautrach hat Neubaupläne in Bad Grönenbach. Unser Bild zeigt, wie das Gebäudeensemble künftig an der Herbisrieder Straße aussehen soll.

Bild: Armin Schmid

Die Regens-Wagner-Stiftung Lautrach hat Neubaupläne in Bad Grönenbach. Unser Bild zeigt, wie das Gebäudeensemble künftig an der Herbisrieder Straße aussehen soll.

Bild: Armin Schmid

In der Marktgmeinde soll Wohnraum für Menschen mit Behinderung entstehen. Auch eine Förderstätte und eine Werkstatt sind geplant. Was der Gemeindrat dazu sagt.
04.11.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Eine größeres Bauprojekt bahnt sich im Innerortsbereich von Bad Grönenbach direkt an der Herbisrieder Straße an. Die Regens-Wagner-Stiftung will drei Gebäudetrakte errichten und als Förder- und Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung nutzen.

Der Gesamtleiter der Stiftung Lautrach, Christian Konrad, stellte dem Bad Grönenbacher Ratsgremium die Neubaupläne für das Grundstücksareal, das Regens Wagner auch bereits erworben hat, vor. Konrad erläuterte, dass das jetzige Gebäude in Lautrach sanierungsbedürftig ist. Da es schwierig sei, den Brandschutz herzustellen, habe man begonnen, Wohnangebote auszulagern. Beispielsweise nach Memmingen, Mindelheim oder Legau.

Derzeit sei es so, dass man noch rund 100 Wohnplätze auslagern muss. Hierfür habe man lange nach einem Grundstück gesucht und sei nun in Bad Grönenbach fündig geworden. „Aufgrund der Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten und medizinischen Versorgungsmöglichkeiten wäre Bad Grönenbach ein idealer Standort“. Das Grundstück sei groß genutzt, um mehrere Angebote umsetzen zu können.

Entstehen soll in einem der drei Gebäude ein Wohnheim für 24 Menschen mit Behinderung. Es handelt sich dabei um vier Wohngruppen mit je sechs Bewohnern mit gemeinschaftlich genutzten Wohn- und Essensbereichen.

Beratungsbüro und Gruppenräume

Im zweiten Baukörper sollen inklusives Wohnen mit acht Plätzen, sowie betreutes Wohnen mit Apartments umgesetzt werden. Im dritten Gebäude ist eine Förderstätte beziehungsweise ein Werkstattbereich geplant. Diese Tagesstätte für Menschen mit Behinderung soll zudem ein Beratungsbüro beherbergen und Gruppenräume für drei Betreuungsgruppen.

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Das Wohnheim wird zweigeschossig und teilunterkellert ausgeführt und eine Höhe von 7,6 Metern erreichen. Ein dreigeschossiger Baukörper mit einer Höhe im Bereich von 10,85 Meter und zweigeschossigem Anbau wird das betreute Wohnen beherbergen. Eingeschossig wird die Förderstätte werden, in deren Tiefgeschoss Platz zum Parken vorgesehen werden soll.

Das geplante Bauareal liegt gegenüber dem Kurklinikgelände und grenzt an einen Parkplatz und einen ortsbildprägenden Baumbestand an. Aufgrund der Hanglage fällt das Grundstück um sieben Meter ab. Im Moment wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Die Gebäude sollen möglichst gut in den Hangbereich integriert werden. Baubeginn wäre laut Konrad in rund drei Jahren. Die Gebäude sollen nach und nach gebaut werden. Beginnen würde Regens Wagner voraussichtlich mit dem Appartmenthaus. Die Regens-Wagner Mitarbeiterin Birgit Steinle berichtete, dass sich Regens Wagner dezentral ansiedeln und im ganzen Landkreis Wohnangebote installieren möchte.

In Lautrach habe man Wohngruppen mit zehn bis zwölf Bewohnern. Dies sei sehr viel und sehr fordernd. Insgesamt seien 20 bis 30 Mitarbeiter eingeplant.

Sorge wegen Verkehrsituation

CSU-Ratsmitglied Markus Schönmetzler meinte, dass er das Konzept sehr gut findet, dass er aber mit Blick auf die Verkehrssituation an der Kreisstraße Probleme und Gefahren sieht und dass es für die Bewohner ein weiter Weg in die Ortsmitte ist. Konrad antwortete, dass man auch andere Wohnobjekte an vielbefahrenen Straßen habe und dass das Wohnobjekt eher ein Rückzugsort sein wird. Daher sei die abgelegene Lage eher positiv.

CSU-Rat Gerhard Trunzer betonte, dass er das Projekt auf einem anderen Grundstück lieber gesehen hätte, dass die Nutzung durch Regens Wagner aber gut zu Grönenbach passt. Der Ort habe eine lange Tradition bei der Beherbergung von Menschen mit Behinderung. Kritisch ist laut Trunzer die massive Bebauung. Mit der Sondernutzung und dem guten Zweck könne man dies aber rechtfertigen.

Der Marktrat befürwortete eine Änderung des Flächennutzungsplans, mit Änderung der landwirtschaftlichen Fläche in ein Sondergebiet „Förder- und Wohngebiet für Menschen mit Behinderung“ und die Aufstellung des Bebauungsplans „Westlich der Herbisrieder Straße“ einstimmig.