Kirchenmusik

„Die Renovierung der Gabler-Orgel ist hervorragend gelungen“

100 Besucher lauschten den Klängen bei der Orgelandacht mit Maximilian Pöllner in der Kirche Mariä Schmerzen zu Maria Steinbach.

100 Besucher lauschten den Klängen bei der Orgelandacht mit Maximilian Pöllner in der Kirche Mariä Schmerzen zu Maria Steinbach.

Bild: Horst Hacker

100 Besucher lauschten den Klängen bei der Orgelandacht mit Maximilian Pöllner in der Kirche Mariä Schmerzen zu Maria Steinbach.

Bild: Horst Hacker

Memmingens Chordirektor Maximilian Pöllner spielt an generalüberholter Orgel in Wallfahrtskirche in Maria Steinbach. Königin der Instrument hat glasklaren Klang.
09.01.2022 | Stand: 18:00 Uhr

An die 100 Besucher fanden sich in der Wallfahrtskirche Mariä Schmerzen zu Maria Steinbach (Unterallgäu) ein, um im Rahmen einer Orgelandacht Maximilian Pöllners Konzert auf der in mehreren Monaten generalüberholten Gabler-Orgel zu erleben. Der Chordirektor von St. Josef in Memmingen ist vom neuen Zustand der kleinsten der drei erhaltenen Instrumente des in Ochsenhausen geborenen berühmten Orgelbaumeisters Josef Gabler (1700 bis 1771) sehr angetan.

„Die Renovierung ist hervorragend gelungen, man kann dem Verein dazu nur gratulieren“, schwärmte Pöllner und zollte dem leitenden Leutkircher Orgelbaumeister Hermann Weber für das „tolle Ergebnis“ der Restaurierung ein großes Lob. Mit dem jetzigen Zustand sei eine imposante Einheit erreicht worden. Der Klang der Orgel komme jetzt dem weiten Kirchenraum näher als je zuvor.

Mächtige Akkordfolgen

Das zeigte sich bereits eindrucksvoll bei der Orgelsonate in C des aus Biberach an der Riß stammenden Komponisten Justin Heinrich Knecht (1752 bis 1817), mit der er das Konzert eröffnete. Im Wechsel mit mächtigen volltonigen Akkordfolgen erfüllten auch die quirlig flutenden leiseren Tongirlanden die Weite des Kirchenschiffs dieses Rokoko-Juwels. Die von Gabler 1756 erbaute „Königin der Instrumente“ bezauberte mit glasklarer Reinheit ihres Klangs.

Mit Ausnahme von „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ (BWV 662) aus Johann Sebastian Bachs Sammlung „Leipziger Choräle“ präsentierte Pöllner Werke weniger bekannter Komponisten. Als Finale schließlich auch eine eigene Improvisation.

Doppelten Ohrenschmaus bescherte er dem Auditorium mit zwei Sätzen aus der Sonata VI G-Dur, op. 1 des in Wurzach geborenen und in Ottobeuren verstorbenen Franz Xaver Schnizer (1740 bis 1785). Liedhaft heiter und freudig „flöteten“ die frisch in Schuss gebrachten 1528 Orgelpfeifen im ersten Satz (Pastorella) sehr leichtfüßig und beschwingt eine muntere Klangidylle, die eine naturhaft schöne Umgebung assoziieren ließ. Den schnellen dritten Satz (Presto) vernachlässigend, klang Satz zwei (Andante) gar nicht so langsam durchaus bewegt. Im Hintergrund leise hörbare, dezente Punktierungen und flötistisch wirkende Hauptmotive streichelten die Ohren ebenso wohltuend sanft, wie die echoartig aus der Ferne vernehmbaren Nachklänge.

Erst kraftvoll, dann lieblich

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Die Toccata Septima des in Megéve (Savoyen) geborenen und in Passau gestorbenen Komponisten und Organisten Georg Muffat (1653 bis 1704) präsentierte Pöllner in sechs Abschnitte gegliedert. Nach kraftvoll nachhaltigem und eindringlichem Beginn zeigten sich andere Teile gegenteilig lieblich und liedhaft flüssig, wieder andere schwertonig langsam.

Der Memminger Chordirektor baute auch Motive der Volksweise „In dulci jubilo“ („In süßer Freu-de“) in seine Improvisation ein. Als wolle er sagen: Nun singet und seid froh ob dieser Orgel.