Spende

Dieser Absolventenbund löst sich auf – und möchte Gutes tun

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Bei der Spendenübergabe (von links): Brigitte Baeßler, Hans Fuchsschwanz, Werner Malycha, Clown Reinhard Böhm sowie Dr. Henry Fehrenbach.

Bild: Maike Scholz

Bei der Spendenübergabe (von links): Brigitte Baeßler, Hans Fuchsschwanz, Werner Malycha, Clown Reinhard Böhm sowie Dr. Henry Fehrenbach.

Bild: Maike Scholz

Das Vereinsvermögen des Absolventenbundes Memmingen 1896 – MAV/Vandalia geht an die Klinikclowns für deren Einsatz in Memmingen. Warum die Spende dorthin geht.
16.11.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Der Traditionsverein „Absolventenbund Memmingen 1896“ ist aufgelöst worden. Um Wehmut in Freude umzuwandeln, beschlossen die verbleibenden Mitglieder, das Vereinsguthaben in Höhe von 1570 Euro zu spenden – und zwar an die Klinikclowns, die im Memminger Klinikum zum Einsatz kommen.

So entstand der Absolventenbund

Der Hintergrund: Das Schulwesen verändert sich. 1877, so erzählt Werner Malycha vom Absolventenbund, wurde die Memminger Realschule gegründet, aus der die Realschule mit Progymnasium, die Oberrealschule und schließlich das heutige Bernhard-Strigel-Gymnasium hervorgingen. Gemeinsame Studienjahre und gemeinsame Erlebnisse an diesen Schulen führten im Jahr 1896 zu einem geselligen Zusammenschluss der ehemaligen Schüler.

In einem Nebenzimmer des Gasthauses „Zur Blauen Traube“ wurde eine Vereinigung mit dem Namen „Realschul-Absolvia Memmingen“ gegründet. Dieser Name wurde dann in „Realschul-Absolventen-Vereinigung Memmingen“ umgeändert, nach dem Ersten Weltkrieg entstand die Mittelschule-Absolventen-Verbindung „Vandalia“ Memmingen. In der Zeit des Nationalsozialismus seien wiederum die Vereine aufgelöst worden. Im Jahr 1948 wurde der Absolventenbund wieder gegründet – unter dem Namen „Absolventenbund Memmingen 1896 – MAV/Vandalia“.

Die Ziele: Zusammenführung ehemaliger Absolventen der weiterführenden Schulen, Kontakte zu den Schulen, Erhalt von Schul- und Jugendfreundschaften, Pflege von Bildung, Kultur und Geselligkeit.

Der Blick zurück und voraus

Werner Malycha erinnert sich zurück: „Ich wurde 1965 Mitglied in diesem Verein, es war das Jahr, in dem auch die Mädels der Parallelklassen erstmals aufgenommen wurden. Die Vandalia hatte damals 697 Mitglieder – Politiker, Unternehmer, Freiberufler – und ich mit meinen 16 Jahren mittendrin. Die offizielle Anrede war das ,Du’. Und es war die Zeit der legendären Faschingsbälle in der Burg, es gab Theaterfahrten nach München, Maiausflüge, Floßfahrten auf der Isar. Es war schon etwas Besonderes, Mitglied der Vandalia zu sein. Die späteren Jahrgänge hatten da leider eine andere Meinung. Bei unserem 100-jährigen Stiftungsfest waren wir noch 265 Mitglieder, bei der letzten Jahreshauptversammlung am 25. September noch 18 Aktive. Es war an der Zeit, den Verein ordnungsgemäß aufzulösen.“

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Brigitte Baeßler und Hans Fuchsschwanz stimmen zu: Es würden keine neuen Mitglieder dazukommen, den älteren Mitgliedern würden Aktionen zunehmend schwerfallen. Es sei dennoch traurig, dass es dieses „Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Schulklassen“ nicht mehr geben werde.

Klinikclowns freuen sich über Unterstützung

Dennoch wollte man zum Abschluss noch etwas Gutes tun: mit der Spende. Die komme bei den Klinikclowns an der richtigen Stelle an. Clown Reinhard Böhm bedankt sich: „Wir waren aufgrund der Corona-Pandemie länger nicht im Klinikum. Das Geld wird direkt für die Auftritte in Memmingen genutzt.“

Lobende Worte für die Clowns

Lobende Worte gibt es auch von Dr. Henry Fehrenbach, dem ärztlichen Leiter der Kinderdialyse am Klinikum in Memmingen: „Die Klinikclowns sind immer freitags bei uns im Klinikum und immer gefragt. Sie sind für die Kinder, aber auch deren Eltern, ein Höhepunkt der Woche. Die Klinikclowns machen ihre Aufgabe mit viel Herz und viel Ambitionen.“