Eishockey-Oberliga

Eishockey-Oberliga: ECDC unterliegt auch im zweiten Play-off-Spiel

Der Schwede Linus Svedlund ist in dieser Saison bester Scorer der Memminger Indians – und das als Verteidiger. Er gab auch im zweiten Spiel im Play-off-Viertelfinale gegen Regensburg wieder alles für sein Team. Doch das reichte nicht. Was blieb, war Niedergeschlagenheit.

Der Schwede Linus Svedlund ist in dieser Saison bester Scorer der Memminger Indians – und das als Verteidiger. Er gab auch im zweiten Spiel im Play-off-Viertelfinale gegen Regensburg wieder alles für sein Team. Doch das reichte nicht. Was blieb, war Niedergeschlagenheit.

Bild: Siegfried Rebhan

Der Schwede Linus Svedlund ist in dieser Saison bester Scorer der Memminger Indians – und das als Verteidiger. Er gab auch im zweiten Spiel im Play-off-Viertelfinale gegen Regensburg wieder alles für sein Team. Doch das reichte nicht. Was blieb, war Niedergeschlagenheit.

Bild: Siegfried Rebhan

Die Memminger Indians versuchen im zweiten Play-off-Spiel gegen Regensburg erneut alles. Warum sie trotzdem mit 2:5 verlieren.
28.03.2021 | Stand: 14:48 Uhr

„Alles geben! Wir stehen hinter Euch!“ In knallig roten, nicht zu übersehenden Lettern prangt dieser Schriftzug auf einem Transparent vor der menschenleeren Fankurve des ECDC Memmingen. Das ist alles, was der Eishockey-Oberligist in der Eissporthalle am Hühnerberg von seinen Fans hat. So ist es an diesem Abend, so ist es schon die ganze Corona-Saison über.

Dass sie alles würden geben müssen, ist den Spielern der Indians vor dem Spiel bewusst. Nach der knappen 2:3-Niederlage im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinales in Regensburg müssen sie im zweiten Spiel gewinnen, um die Serie auszugleichen und im Rennen um den Einzug ins Halbfinale der Oberliga Süd zu bleiben.

Doch das gelingt ihnen nicht. Obwohl sie – wie schon drei Tage zuvor in der Oberpfalz – alles geben, behält der Favorit auch am Hühnerberg die Oberhand. Am Ende steht ein 2:5 auf der Videowall. Die „Eisbären“ aus Regensburg gehen in der Serie mit 2:0 in Führung und brauchen nach dieser Begegnung nur noch einen weiteren Sieg, um in die Runde der letzten Vier einzuziehen.

Die Indians gehen mit Goalie Joey Vollmer ins Spiel

Die Memminger gehen mit Joey Vollmer im Tor in die Partie. Im ersten Spiel in Regensburg verzweifelten die Regensburger Top-Stürmer noch an dem „Mann mit den acht Armen“. An diesem Abend hätte „Oktopus“ Vollmer aber noch einen neunten Arm benötigt, oder wie die indische Göttin Durga sogar zehn, um sein Team im Spiel zu halten. Doch um es klar zu sagen: Es sind nur zwei. Und die reichen auch einem erfahrenen Goalie wie Joey Vollmer jetzt nicht aus. Eiskalt, abgezockt und präzise nutzen die Eisbären ihre Chancen. In der 34. Spielminute, gerade haben die Eisbären das 4:0 erzielt, fährt Vollmer entnervt zur Bank und macht Platz für seinen Arbeitskollegen Lukas Steinhauer.

Auf der anderen, der Regensburger Seite steht Peter Holmgren zwischen den Pfosten. Während sein Team 37 Schüsse auf das Memminger Tor abfeuert, muss der Deutsch-Schwede 29 Versuche der Indians abwehren. In den meisten Fällen bereitet ihm das nicht allzu große Mühe. Denn: Der ECDC rauscht zwar meist wie die Feuerwehr in die gegnerische Verteidigungszone. Dort mit hoher Geschwindigkeit angekommen, scheint die Memminger Angreifer aber teilweise der Mut, teilweise die Kreativität zu verlassen.

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Memmingen

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Eine Schwäche, welche die Indians – im Gegensatz zur magischen Vorsaison – schon die ganze Spielzeit über offenbaren. Falls sie in der kommenden Runde wieder ganz oben mitspielen wollen, müssen sich die Team-Verantwortlichen der Memminger hier dringend etwas einfallen lassen.

Bilderstrecke

Eishockey: ECDC Memmingen - Eisbären Regensburg - Fotos vom Playoff-Viertelfinale am 26.3.2021

Dem ECDC Memmingen fehlt ein Knipser

Dazu kommt: Die Indians erzielen zwar in doppelter Überzahl den Anschlusstreffer zum 1:4. Aber das Powerplay erscheint – wie schon die ganze Saison über – oftmals zu einfallslos, zu berechenbar. Wenn zum Beispiel die Memminger „Scharfschützen“ Linus Svedlund und Myles Fitzgerald an der blauen Linie gut zugestellt werden, wird dem ECDC 20/21 viel von seiner Überzahl-Power genommen. Außerdem: Einem Hochgeschwindigkeits-Vorbereiter wie Fitzgerald fehlt im Sturmzentrum ein Knipser, der seine filigrane Vorarbeit schnörkellos vollendet.

Dennoch: „David“ Memmingen rackert, rennt immer wieder gegen „Goliath“ Regensburg an und gibt nicht auf. Und muss doch insgesamt 57 Minuten und zwölf Sekunden einem Rückstand hinterherrennen. Das sagt viel, das kostet Kraft – körperliche und mentale. Auch mit diesem Problem kämpfen die „Indianer vom Hühnerberg“ schon die ganze Saison über.

Und so bietet sich nach Spielende dieses aussagekräftige Bild: Während alle anderen Spieler beider Teams bereits das Eis verlassen haben, steht der beste Mann der Memminger, der Schwede Linus Svedlund, niedergeschlagen an der Bande. Er und seine Mannschaftskameraden haben wieder alles gegeben. Und stehen – wie schon so oft in dieser Saison – mit leeren Händen da.

Das Spiel gegen Regensburg in der Zusammenfassung

Ergebnis: ECDC – Eisbären Regensburg 2:5 (0:2; 1:2; 1:1).

Tore: 0:1 (02:48) Geigenmüller (Herrmann, Vogel), 0:2 (12:48) Divis (Heider, Gajovsky; PP 1), 0:3 (29:01) Divis (Gajovsky), 0:4 (33:57) Ontl (Heger, Tippmann) 1:4 (39:28) Schmid (Svedlund; PP 2), 2:4 (48:23) Hofmann (Ledlin, Svedlund), 2:5 (59:54) Keresztury (Flache, Tippmann; ENG).

Aufstellung: Für die Memminger Indians spielten gegen die Eisbären aus Regensburg: Torhüter: Vollmer (33:57), Steinhauer (26:03) – Verteidigung: Meier, Svedlund; Kittel, Kasten; de Paly, Stange; Stobbe – Angriff: Herm, Ledlin, Fitzgerald; Grözinger, Schmid, Hofmann; Miettinen, Huhn, Pfalzer; Abstreiter, Ahlroth, Wolter.

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