Der etwas andere Fischertag

Ein Hauch von Fischertag weht durch Memmingen

Fischertagsgefühle auf der Grimmelschanze in Memmingen: Etwa 300 Zuschauer freuten sich im Park neben der Stadthalle über die Auftritte verschiedener Akteure des Fischertagsvereins – darunter der Büttel samt Stadtgarde (Foto), die Trommlerbuben und Oberfischer Jürgen Kolb.

Fischertagsgefühle auf der Grimmelschanze in Memmingen: Etwa 300 Zuschauer freuten sich im Park neben der Stadthalle über die Auftritte verschiedener Akteure des Fischertagsvereins – darunter der Büttel samt Stadtgarde (Foto), die Trommlerbuben und Oberfischer Jürgen Kolb.

Bild: Thomas Weigert

Fischertagsgefühle auf der Grimmelschanze in Memmingen: Etwa 300 Zuschauer freuten sich im Park neben der Stadthalle über die Auftritte verschiedener Akteure des Fischertagsvereins – darunter der Büttel samt Stadtgarde (Foto), die Trommlerbuben und Oberfischer Jürgen Kolb.

Bild: Thomas Weigert

Das Memminger Heimatfest fällt erneut Corona zum Opfer. Um etwas Fischertagsflair aufkommen zu lassen, gibt es eine „Heimatstunde“ mit besonderen Auftritten.
24.07.2021 | Stand: 16:22 Uhr

Der Memminger Fischertag musste wegen der Corona-Pandemie erneut abgesagt werden. Dennoch lässt es sich der Fischertagsverein nicht nehmen, zumindest ein bisschen Fischertagsflair in die Stadt zu bringen – und zwar mit einer „besonderen Heimatstunde“ auf der Grimmelschanze. Dort zaubern an diesem Samstagmittag verschiedene Akteure des Vereins knapp 300 Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht. Sogar der Höh-Ruf der Stadtbachfischer hallt mehrfach über den Park bei der Stadthalle.

Oberbürgermeister: "Egal, ob mit oder ohne Weiber"

Allen voran ruft gleich zu Beginn Oberbürgermeister und Stadtbachfischer Manfred Schilder der Menge ein begeisterndes „Höh“ zu. Auch wenn das Stadtoberhaupt den Fischertag in seiner gewohnten Form vermisst, findet der OB es „großartig, dass auf der Grimmelschanze so etwas wie ein Fischertagsgefühl aufkommt“. Gleichzeitig betont Schilder: „Ich hoffe sehr, dass man im nächsten Jahr wieder in den Bach jucken darf.“ Dabei sei es ihm eigentlich egal, „ob mit oder ohne Weiber“. Der OB spielt auf die für Mittwoch, 28. Juli, angesetzte Urteilsverkündung am Landgericht an. Es geht um die Frage, ob künftig auch Frauen beim Bachausfischen mitmachen dürfen.

Bilderstrecke

Fotos von der „Heimatstunde“ des Fischertagsvereins in Memmingen.

Für musikalische Unterhaltung sorgen anschließend die Trommlerbuben des Fischertagsvereins sowie eine kleine Besetzung der Heimertinger Musikkapelle. Die Lacher auf ihrer Seite haben Stadtbüttel Gottfried Voigt und die Stadtgarde beim ungewöhnlichen Ausrufen des nicht stattfindenden Fischertags. Voigt geht unter anderem auf coronabedingte Sprachschöpfungen ein. So halte sich etwa die Stadtgarde bereits für den nächsten Fischertag fit – und zwar mit „Home-Garding“. Dazu hat die Garde sogar einen Film gedreht und auf ihrer Homepage veröffentlicht. Einen Vorgeschmack auf das humorvolle Video gibt „die strammste Truppe der Welt“ zur Freude der Zuschauer auf der Grimmelschanze zum Besten (hier geht’s zum Film).

Oberfischer schlägt auch ernte Worte an

Auch der traditionelle Fischerspruch von Jürgen Kolb darf an diesem Nachmittag nicht fehlen. Der Oberfischer geht neben Fischertag und Corona und auch auf gesellschaftliche Dinge ein. Dabei schlägt Kolb auch ernste Worte an und verweist auf die sprachliche Verrohung im Internet. So würden manche Zeitgenossen nur noch an sich denken und andere im Netz beleidigen – und zwar anonym, dumm, ahnungslos und faktenfrei. Indes wirbt der Oberfischer im Dialekt für ein besseres Miteinander: „Zemat halta, zupacka, schtütza, anstatt bloß sich selber nütza.“

Mit ihrer besonderen Heimatstunde gibt der Fischertagsverein an diesem Nachmittag ein unterhaltsames Lebenszeichen in der Corona-Pandemie von sich. Oder wie Vereinsvorsitzender Michael Ruppert es formuliert: „Es ist wie das Aufwachen aus einem langen Dornröschenschlaf.“

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