MM-Steinheim

Ein Plan für die Zukunft Steinheims

Steinheim

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Bild: Anna Kabus

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Entwicklung Im Ort sollen Parks und Wohnhäuser entstehen. Insgesamt könnten dort einmal 3500 Menschen leben
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Von von David Specht
19.09.2019 | Stand: 15:38 Uhr

Der Plan füllt fast die gesamte Pinnwand im Steinheimer Schützenheim aus. Auf weißem Papier sind dort die Umrisse des Memminger Ortsteils erkennbar – allerdings verlaufen sie ein bisschen anders als in der Realität. Der Plan zeigt, wo Häuser gebaut, wo Grünflächen, Wohn-und Gewerbegebiete entstehen und wo neue Bäume gepflanzt werden sollen – er zeigt also, wie Steinheim in Zukunft einmal aussehen könnte.

Fast noch wichtiger ist jedoch, dass auf dem Plan auch die Grenzen des Ortsteils eingezeichnet sind. Damit ist klar: Steinheim soll noch ein bisschen wachsen, aber dann ist Schluss. Diesen Rahmenplan, der an der Pinnwand im Steinheimer Schützenheim hängt, haben Bürgerinnen und Bürger zusammen mit einem fünfköpfigen Planerteam in den vergangenen Jahren entworfen und ausgearbeitet. Einer der Wünsche, den die Steinheimer häufig äußerten, war: „Steinheim soll Dorf bleiben“ – deshalb die deutlich eingezeichneten Ortsgrenzen mit Grünstreifen außenrum.

Sollte der Rahmenplan in seiner derzeitigen Form umgesetzt werden, leben einmal 3500 Menschen in Steinheim (derzeit 2900), erklärt Stefan Rettich von Karo-Architekten aus Leipzig. Er moderierte die Veranstaltung zum Abschluss der zweiten Stufe der „Vorbereitenden Untersuchung“ im Schützenheim. Mehrere Hundert Menschen nahmen dort auf den Biergarnituren und Stühlen Platz.

„Es werden nicht alle Flächen entwickelt werden, die auf dem Rahmenplan eingezeichnet sind“, stellt Rettich klar. Viele der Äcker und Wiesen, auf denen Wohnhäuser, Parkanlagen und Gewerbebetriebe entstehen sollen, sind in Privatbesitz. Erfahrungsgemäß könne etwa ein Drittel der Flächen bebaut werden, sagte Rettich.

Definitiv nicht bebaut werden soll ein Acker, der im Rahmenplan als „Grüne Lunge“ Steinheims bezeichnet ist. Dieser Acker verläuft südlich des Unteren Buxheimer Wegs fast bis in den Ortskern und endet hinter dem Raiffeisenzentrum. Landschaftsarchitektin Gabriele Seelemann erklärt, die Bürger hätten großen Wert darauf gelegt, dass dieser „Einschnitt“ der Bebauung erhalten bleibe. Die Pläne sehen deshalb vor, dass an der Rückseite des Raiffeisenzentrums zunächst eine Parkanlage mit Spielplätzen angelegt wird. Diese soll bis zum Steinheimer Stadtweg reichen, westlich davon werden die Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt. „Wir würden uns da Dauergrünland wünschen und nicht Mais, über den keiner mehr gucken kann“, sagt Seelemann.

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Neben dem Unteren Buxheimer Weg sollen Steinheimer und Besucher künftig ihre Autos abstellen – statt auf dem derzeitigen Parkplatz vor dem Gebäudekomplex, der somit umgestaltet werden kann. Die Dorfmitte um Raiffeisenzentrum und Kirche soll durch ein einheitliches Kopfsteinpflaster hervorgehoben und verkehrsberuhigt werden. Ein Zuhörer befürchtet jedoch, dass Pflaster könnte dort bei Regen und Verkehr sehr laut sein.

Neue Wohnhäuser sieht der Rahmenplan vor allem in drei Gebieten vor: nördlich des Sportplatzes, auf einer Wiese neben der Heimertinger Straße und nordöstlich der Gebäude der Firma Relius. Zwischen dem Betrieb und der neuen Siedlung „Gänshalde“ soll ein Grünstreifen angelegt werden. Inmitten eines Rings aus Mehrfamilienhäusern soll dort laut Seelemann eine „Hochbebauung, angelehnt an die alte Bebauung“, entstehen. Grundriss und Gebäudeaufteilung orientieren sich also an den alten Bauernhöfen. Wohnen sollen dort Senioren, Familien und Alleinstehende.

Das Planerteam entwickelte spezielle Nutzungsmöglichkeiten für die bestehenden ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude im Ort. „Diese alten Höfe haben das größte Potenzial, sind aber am schwierigsten zu aktivieren“, stellt Rettich mit Blick auf die Besitzverhältnisse fest. Möglich sei etwa, dort Einzelhandel anzusiedeln. Unter den Steinheimern gibt es Zweifel, ob sich so ein Laden angesichts des nahen Real-Marktes in der Fraunhoferstraße durchsetzen kann.

Zwischen den Wohngebieten und den landwirtschaftlichen Flächen um Steinheim herum soll ein grüner Rahmen geschaffen werden. „Der Ort braucht eine Fassung, zum Schutz der Wohnbebauung gegenüber der Landwirtschaft“, erklärt Seelemann. Dieser bestehe etwa aus Streuobstwiesen und Blühstreifen.