Unterallgäu

Eine Trauerfeier als Sonderfall

Trauerfeier Altlandrat Dr. Hermann Haisch.

Trauerfeier Altlandrat Dr. Hermann Haisch.

Bild: Tobias Hartmann

Trauerfeier Altlandrat Dr. Hermann Haisch.

Bild: Tobias Hartmann

Der Steuerzahler hat 5700 Euro für die Trauerfeier von Altlandrat Dr. Hermann Haisch ausgegeben. Gut 5000 Euro davon schulterte der Landkreis. Die Stadt Mindelheim steuerte 650 Euro bei. Nicht mit eingerechnet sind die Arbeitsstunden der Mitarbeiter im Landratsamt, die die prominenten Gäste einluden.

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Von jsto
13.12.2019 | Stand: 16:30 Uhr

Die Trauerfeier war eine der größten der vergangenen Jahre im Unterallgäu überhaupt. Einen Teil der Kosten, die am 23. November angefallen waren, hat der Kreis übernommen. Die Gründe erläuterte Landrat Hans-Joachim Weirather gegenüber derMZ.„Der verstorbene Altlandrat Dr. Hermann Haisch stand 28 Jahre an der Spitze unseres Landkreises. Es war mir ein Bedürfnis, ihm einen Abschied zu bereiten, der seinen Wünschen entsprach“, erklärte er. Für die Trauerfeier im Forum Mindelheim hat der Landkreis rund 4400 Euro aufgewendet. Hinzu kamen die Kosten für den Shuttle-Service vom Parkplatz der Firma Grob bis zur Innenstadt und wieder zurück. Davon hat der Kreis 650 Euro übernommen. Dieselbe Summe trägt die Stadt Mindelheim.

Dem amtierenden Landrat war es wichtig, gemeinsam mit der Familie Haisch, der Pfarrei und der Stadt Mindelheim „durch eine umsichtige Vorbereitung dafür zu sorgen, dass die Trauerfeier in einem würdigen Rahmen stattfindet“. Polizei und Feuerwehr hätten hier ebenfalls einen wichtigen Beitrag geleistet. Für die Mitarbeiterinnen, die auch viele Jahre mit Hermann Haisch zusammengearbeitet haben, sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, bei der Organisation mitzuwirken.

Ein eigenes Regelwerk, wie in solchen Fällen verfahren wird, gebe es im Landkreis und bei anderen Kommunen nicht. „Der Maßstab unseres Handelns bei den Trauerfeierlichkeiten für Dr. Haisch war nicht ein vorgegebener gesetzlicher Rahmen, sondern der Respekt vor dem Verstorbenen und vor seinen Verdiensten für den Landkreis“, so Weirather.

Im Haushalt des Landkreises sind Haushaltsmittel für Ehrungen und Nachrufe vorgesehen. Seit dessen Bestehen gab es keine ähnliche Trauerfeier. Als 1991 Altlandrat Otto Weikmann verstarb, habe der Landkreis genauso Rücksicht auf die persönlichen Wünsche der Familie genommen, betont Weirather. Auch damals hatte der Landkreis einen Teil der Kosten übernommen – auf Anweisung des damaligen Landrats Hermann Haisch.

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