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Initiative setzt sich für Bike-Anlage auf dem Fußballplatz ein

Auf einem nicht mehr benötigten Fußballplatz soll nach dem Wunsch der „Bike Initiative Trunkelsberg“ ein Fahrrad-Parcours entstehen. Dazu sollen - ähnlich wie hier auf dem Bild beim Bikepark Eschach - Erdhügel aufgeschüttet werden.

Auf einem nicht mehr benötigten Fußballplatz soll nach dem Wunsch der „Bike Initiative Trunkelsberg“ ein Fahrrad-Parcours entstehen. Dazu sollen - ähnlich wie hier auf dem Bild beim Bikepark Eschach - Erdhügel aufgeschüttet werden.

Bild: Martina Diemand (Archiv)

Auf einem nicht mehr benötigten Fußballplatz soll nach dem Wunsch der „Bike Initiative Trunkelsberg“ ein Fahrrad-Parcours entstehen. Dazu sollen - ähnlich wie hier auf dem Bild beim Bikepark Eschach - Erdhügel aufgeschüttet werden.

Bild: Martina Diemand (Archiv)

Einige Gemeinderäte in Trunkelsberg äußern Bedenken. Bürgermeister Roman Albrecht will die Haftungsfrage geklärt wissen. Wann die Entscheidung fallen soll.
29.04.2021 | Stand: 10:42 Uhr

Soll Trunkelsberg eine Bike-Anlage bekommen? Mit dieser Frage beziehungsweise einem entsprechenden Antrag der „Bike Initiative Trunkelsberg“ hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auseinandergesetzt. Die Entscheidung, Teile des zweiten, nicht mehr benötigten Fußballplatzes fünf Jahre lang an die Initiative kostenfrei zu verpachten, hat der Gemeinderat nach kontroverser Diskussion verschoben: Ungeklärt sind etwa die Haftungsfrage, das Gesamtkonzept, die Finanzierung und wer möglicherweise den Rückbau übernimmt, „falls der Verein keine Lust mehr hat“, so Bürgermeister Roman Albrecht in der Sitzung.

Verein will Bike-Anlage bauen und hofft auf Zuschuss der Gemeinde Trunkelsberg

Wie es Bastian Dörr in seinem, auch von fünf Gemeinderäten mit unterzeichneten Antrag formuliert, möchte der Verein auf „maximal 50 Prozent der Fläche“ eine Bike-Anlage errichten. Die genaue Lage auf dem Fußballplatz wollte der Verein erst mit der Gemeinde im Zuge der Gesamtplanung absprechen. Zum Aufbau der Anlage beantragte die Initiative bei der Gemeinde zudem einen Zuschuss von 9500 Euro. Weiter heißt es in dem Antrag: „Der Verein selbst wird sich um Sponsorengelder und Vereinszuschüsse bemühen.“

Da die reine Arbeitsleistung von den Vereinsmitgliedern geleistet werde, sei „eine vernünftige Kostenschätzung und Zeitplanung im Moment nicht leistbar“. Daher soll zunächst nur ein sehr kleiner Teil des Sportplatzes mit zwei bis drei Hügeln auf eigene Kosten umgestaltet werden. Unterstützt durch Gemeinderat Daniel Friedrich würde sich hieraus dann „eine tragbare Kosten-, Zeit- und Flächenplanung“ ergeben. Wartung und Unterhalt der Anlage würde der Verein übernehmen. Abgesehen von festen Trainingszeiten, heißt es in dem Antrag, wäre die Bike-Anlage auch von allen anderen Interessenten nutzbar.

Bürgermeister Roman Albrecht: "Es muss ein Gesamtkonzept vorliegen"

Laut Gemeindechef Albrecht muss jedoch vorab die Haftungsfrage geklärt sein und ein Gesamtkonzept vorliegen, wie das Ganze umgesetzt werden soll. Derzeit sei nur klar, dass die Baufirma Kutter kostenlos unbelasteten Aushub anliefern werde. Einig waren sich die Räte dahingehend, dass beim Aufschütten der Hügel die im Fußballplatz befindlichen Drainagen kaputt gehen und anschließend nicht mehr funktionstüchtig wären.

Albrecht befürchtet zudem, dass der Verein über keinerlei Vereinsvermögen verfügt und die Kommune auf den Entsorgungskosten der Hügel nach einer möglichen Liquidation des Vereines (oder Kündigung durch die Gemeinde) sitzen bleiben werde. Zudem forderte er: „Bei den Sponsoren muss man Ross und Reiter nennen.“ Schließlich solle die Anlage etwa 25 000 Euro kosten.

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Rat Daniel Friedrich machte deutlich, dass die Gemeinde immer für die Entsorgungskosten geradestehen müsse: Entweder jetzt beim Grabenaushub bei den derzeit im gesamten Gemeindegebiet laufenden Baumaßnahmen oder möglicherweise später bei der Entsorgung der Erdhügel, falls diese nicht mehr genutzt würden.

TB Bike-Anlage
TB Bike-Anlage
Bild: Franz Kustermann

Laut Wolfgang Herbst, der als Nachfolger von Yvonne Derks zu Beginn der Sitzung vereidigt wurde, ist die Initiative grundsätzlich zu begrüßen. Der neue Gemeinderat gab allerdings zu bedenken: „Wenn die Finanzierung nicht gesichert ist, fällt das auf die Gemeinde zurück.“ Zu bedenken sei zudem, dass mit der Beschädigung der Drainagen „Gemeindevermögen zerstört wird“. Frank Ebenhoch wünschte sich dagegen, dass auch der Bürgermeister sowie eine breite Mehrheit des Gemeinderates hinter dem Projekt stehen.

„Einen einheitlichen Beschluss für oder gegen das Projekt werden wir nicht bekommen“, befürchtet dagegen Bürgermeister Albrecht. Der Rathauschef versicherte jedoch, den Beschluss – egal wie er auch ausfallen sollte – auf jeden Fall umzusetzen. Die Haftung aber wolle er weder der Gemeinde, noch sich selber persönlich aufgebürdet wissen.

Was ein Alternativvorschlag der Gemeinderäte vorsieht

Einige Räte machten den Vorschlag, die zunächst nur zwei bis drei geplanten Erdhügel im Bereich des Parkplatzes aufzuschütten, bis feststeht, ob es tatsächlich bis zu 25 Hügel werden sollen. Dann sehe man ja, wie das Ganze angenommen werde. So würden auch die Drainagen zunächst nicht zerstört.

Die Initiatoren und die den Antrag unterstützenden fünf Gemeinderäte Frank Ebenhoch, Anita Baumann, Marcel Keller, Daniel Friedrich und Anita Herringer haben nun bis zur nächsten Sitzung Zeit, die umstrittene Haftungsfrage zu klären und ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen.

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