Memmingen

FC Memmingen: Nachwuchskicker trainieren wieder

FCM-Nachwuchs

Da kommt Freude auf: Die U 12-Kicker des FC Memmingen durften nun – unter zahlreichen Corona-Auflagen – wieder ins Training einsteigen.

Bild: FC Memmingen

Da kommt Freude auf: Die U 12-Kicker des FC Memmingen durften nun – unter zahlreichen Corona-Auflagen – wieder ins Training einsteigen.

Bild: FC Memmingen

Die U12-Mannschaft des Fußball-Regionalligisten durfte nach monatelanger Zwangspause erstmals wieder auf den Platz. Warum die Älteren wohl noch länger darauf warten müssen.
18.03.2021 | Stand: 14:03 Uhr

„Isch des geil, wieder auf dem Platz zum schdau.“ Wer aus dem Pulk der Nachwuchsfußballer des FC Memmingen (FCM) diesen Ruf übers Stadiongelände schallen ließ, konnte Thomas Neudecker nicht ausmachen. „Aber dass die Freude riesengroß ist, nach mehr als vier Monaten wieder trainieren zu dürfen, war allen deutlich anzusehen“, sagte der Sportliche Leiter des FCM-Nachwuchses. Er sah ausschließlich lachende Gesichter, als die Masken der U 12-Kicker fielen. Sie durften nun als Erste wieder ran. Die anderen FCM-Teams bis runter zu den Kleinsten, den Bambini, folgten. 20 Kinder unter 14 Jahren dürfen in Bayern aufgrund der Corona-Lockerungen aktuell wieder gleichzeitig auf die Sportplätze (in Baden-Württemberg übrigens bis einschließlich 14 Jahre). Wenn auch nur unter strengen Auflagen.

Der FCM-Nachwuchs muss zuhause duschen

Neudecker hat für den Verein, angelehnt an den Restart im vergangenen Jahr, wieder ein entsprechendes Trainings-/Sicherheit-Hygiene-Konzept erstellt. Was wieder einmal nicht ganz so einfach war, denn „von oben“ wurde zwar die Trainingsfreigabe für die Kinder zum Stichtag 8. März erteilt. Konkrete Vorgaben, was und wie genau möglich sein würde, gab es zunächst nicht. Sie tröpfelten erst nach und nach herein. Es wird nun gruppenweise kontaktlos trainiert, auf 1,5 bis zwei Meter Mindestabstand penibel geachtet. Gegrüßt wird auf Distanz. Auch die Kleinsten müssen Masken tragen, vom Stadioneingang bis zum Platz, komplett umgezogen erscheinen und verschwitzt wieder den Heimweg antreten. Geduscht werden muss zuhause, die sanitären Einrichtungen sind bis auf die Toiletten geschlossen. Kabinen und Sportheime dürfen nicht genutzt werden. Alles was im Training gebraucht wird, von den Bällen über Hütchen und Stangen bis zu Torwart-Handschuhen, muss hinterher desinfiziert werden. Und natürlich gibt es viel Papier: Bestimmungen schriftlich aushändigen, von den Eltern unterschreiben lassen, Teilnehmerlisten zur möglichen Kontaktnachverfolgung führen ...

Kein Stillstand im Memminger Nachwuchs

Aber der Ball ist wieder im Spiel. Und das ist das Wichtigste nach monatelangem Stillstand. Wobei Stillstand im Fall der FCM-Jugendabteilung ganz und gar nicht trifft. Es wurde viel gemacht, nicht nur, um die Jugendfußballer bei Laune zu halten, sprich: die Bindung zur eigenen Mannschaft und zum Verein zu erhalten. Es ging auch um den Erhalt einer gewissen Grundfitness.

Die ganzen Lockdown-Wochen über gab es fortlaufend Online-Einheiten – nicht nur mit den engagierten Jugendtrainern. Von der Regionalliga-Truppe wurden Cheftrainer Esad Kahric für die Jüngeren, Spieler Thilo Wilke für die Älteren und Torwart-Trainer Mario Spendel gewonnen. Den Kräftigungs- und Stabilisationspart übernahm die lizenzierte Fitness- und Kinder-Reha-Trainerin Kathrin Fleschhut (AllgäuSporty/MAMAfit Allgäu). Die Kids waren mit großer Beteiligung und Begeisterung bei den Angeboten für die verschiedenen Altersklassen dabei. Abgerundet wurde alles mit verschiedenen Geschicklichkeits-Wettbewerben, die per Video dokumentiert wurden. Die Jugendtrainer wiederum nahmen an eigenen Online-Workshops zur Ernährungsberatung mit Fitness-Partner H3O oder zu Sportverletzungen im Juniorenbereich mit FCM-PhysiotherapeutUgur Eren teil.

Es kommt auf die Corona-Zahlen in Memmingen an

Neudecker hat zumindest für den FCM noch nicht ausgemacht, dass Kinder und Jugendliche an die Playstation verloren worden seien, wie viele befürchtet hatten. Das vielfältige Engagement auch in der Zwangspause habe sich herumgesprochen und scheine sich auch für die nähere Zukunft auszuzahlen. Es kämen bereits viele Anfragen von Jugendspielern und ihren Eltern für die nächste Saison herein.

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Aber zunächst einmal dürfen die Kids bis 14 also wieder auf den Platz, solange die maßgebende Sieben-Tage-Infektionsinzidenz in Memmingen unter 100 je 100 000 Einwohner liegt. Beim FCM betrifft dies allerdings nicht einmal die Hälfte der rund 300 Jugendfußballer. Alle anderen ab 14 Jahren aufwärts und auch die Erwachsenen dürfen noch nicht und können frühestens bei einer stabilen Inzidenz unter 50 ins Mannschaftstraining einsteigen. Und die ist in den kommenden Wochen wohl eher nicht zu erwarten.

Und ab wann wieder reguläre Fußballspiele möglich sind, darüber wurde in der Politik noch gar nicht ernsthaft gesprochen. Aufgrund der steigenden Zahlen ist sogar eher zu erwarten, dass die eigentlich verkündeten nächsten Lockerungsschritte wieder zurückgenommen werden.