Fischertag in Memmingen

Stadtbüttel ruft den Fischertag in Memmingen aus

Die Memminger Stadtgarde präsentiert ihre Ideen für einen völlig neuen Stadtverkehr mit Rikschas und speziellen Bänken.

Die Memminger Stadtgarde präsentiert ihre Ideen für einen völlig neuen Stadtverkehr mit Rikschas und speziellen Bänken.

Bild: Maike Scholz

Die Memminger Stadtgarde präsentiert ihre Ideen für einen völlig neuen Stadtverkehr mit Rikschas und speziellen Bänken.

Bild: Maike Scholz

Büttel Gottfried Voigt nimmt zur Freude der Zuschauer gekonnt die Stadtpolitik aufs Korn und wirft einen verschmitzten Blick auf den nahenden OB-Wahlkampf.
22.07.2022 | Stand: 21:30 Uhr

Einen weiten und heiteren Bogen spannte Stadtbüttel Gottfried Voigt am Freitagabend beim traditionellen Ausrufen des Memminger Fischertags auf dem Marktplatz. Dabei nahm der Mann mit der Mütze neben der Corona-Pandemie auch in bewährter Weise die Stadtpolitik aufs Korn und warf zugleich einen Blick auf den nahenden Oberbürgermeister-Wahlkampf.

Angesichts des Umstands, dass heuer erstmals auch Frauen in den Bach jucken dürfen, passte der Büttel seine Ansprache selbstverständlich gendergerecht an: „Wenn um achte da Böller kracht, derfet dia Fischer – Schrägstrich – In in da Stadtbach neijucka. Und ma hot da Forella- und Forellinnenpreis fiar da Samstig so lossa wia in de letzde Joahr au.“ Wer mehr verlange, werde am Marktplatz von den Memminger „Scharfrichtendendenden“ aufgehängt.

Klopapier mit Sonnenblumenöl frittieren

Zudem richtete Voigt der Menge gleich mehrere Gebote von OB Schilder aus: So sei es immer noch verboten, Sonnenblumenöl zu hamstern. Das Gleiche gelte für Klopapier. Zugleich beantwortete der Büttel die Frage, warum ausgerecht Öl und Klopapier gehortet werden: „Es Klopapier wird mit dem Öl frittiert, damit es noh länger hält. Es schmeckt dann au a bissle besser; wenn ma gar nix meh zom Fressa hot.“

Wer Geld übrig hat, kann es nach Voigts Worten jetzt an eine neue Stiftung spenden, die sich um den Erhalt der Kramerzunft als historischer Ort der Bauernversammlung von 1525 kümmert. Die Stadt rechne damit, dass innerhalb eines halben Jahres 30 Millionen Euro zusammenkommen. Wenn das funktioniere, werde es laut OB Schilder weitere Stiftungen geben – zum Beispiel für ein neues Klinikum, ein neues Freizeitbad, eine neue Edith-Stein-Schule sowie einen ECDC-Anbau und einen kostenlosen Stadtbusverkehr.

Stadtbüttel Gottfried Voigt ruft in heiterer Manier den Fischertag auf dem Marktplatz aus.
Stadtbüttel Gottfried Voigt ruft in heiterer Manier den Fischertag auf dem Marktplatz aus.
Bild: Maike Scholz

Beim Oberbürgermeister kostenlos in den Pool jucken

Darüber hinaus wusste der Büttel noch von mehreren Wahlversprechen des amtierenden Rathauschefs zu berichten: „Wer OB Schilder im nägschda März wählt, darf bis zum Neubau vom Freibad emmer in sein privada Pool in Hart zum Bada komma.“ Einen Zugang gebe es von der Buxach her. Dort sei kein Zaun vorhanden. „Also oifach neijucka“, regte der Büttel an. Und wer Durst bekomme, solle einfach bei Schilders Frau Karin klingeln. Allerdings gebe es einen Nachteil: „Die Regelung gilt nur vom 1. November bis zum 5. März.“

Gedicht zur OB-Wahl in Memmingen

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Und noch ein Wahlversprechen: Wenn im Winter bei den Stadtwerken das Gas ausgehen sollte, dann dürfen alle Schilder-Wähler zum Aufwärmen beim OB in Hart vorbeikommen.

Am Ende las der Büttel noch ein von Schilder selbst verfasstes Wahl-Gedicht vor, an dem das Stadtoberhaupt mehrere Wochen gearbeitet habe:

„Lieber Bürger – sei id bled!

Wähle richtig – wähl’ Manfred.“

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