Fußball

Fußball: Drei Trainer müssen gehen

Memmingen

Fußball-Landesligist FC Memmingen II hat sich von Trainer Serdar Kul (Foto) getrennt. Auch der SV Egg und der TSV Ottobeuren haben sich mit ihren Coaches zu diesem Schritt entschlossen.

Bild: Olaf Schulze (Archiv)

Fußball-Landesligist FC Memmingen II hat sich von Trainer Serdar Kul (Foto) getrennt. Auch der SV Egg und der TSV Ottobeuren haben sich mit ihren Coaches zu diesem Schritt entschlossen.

Bild: Olaf Schulze (Archiv)

Warum der FC Memmingen II, der SV Egg und der TSV Ottobeuren die Reißleine gezogen haben.
12.11.2021 | Stand: 16:26 Uhr

Es ist Herbst. Die Blätter fallen, die Trainer gehen – oder „werden gegangen“. Und das nicht nur beim Fußball-Regionalligisten FC Memmingen, sondern auch in der Landes- und in der Bezirksliga. Die aktuellen Fälle: Die Landesligisten FC Memmingen II (FCM), SV Egg (SVE) und Bezirksligist TSV Ottobeuren (TSVO) haben sich in dieser Woche von ihren Coaches getrennt.

  • FC Memmingen II: Für Serdar Kul hat Besim Miroci die U 21-Fußballer des FCM übernommen. Der 46-Jährige wird das Team bereits am Samstag ab 12 Uhr im BBZ-Stadion gegen den FC Garmisch-Partenkirchen betreuen. Co-Trainer bleibt Oliver Greiner. Miroci trainierte bislang das U 19-Team des FCM und hat dieses in die Aufstiegsrunde zur A-Junioren-Bundesliga geführt, die im Frühjahr ausgetragen wird. Miroci kennt die meisten seiner künftigen Schützlinge.

FCM: Sportlicher Leiter Thomas Meggle hofft auf neue Impulse

Thomas Meggle, Sportlicher Leiter der U 21, sagte zur Personalrochade: „Wir hoffen, dass wir mit dem Wechsel neue Impulse setzen können und der Umschwung gelingt.“ Er hoffe, so Meggle, dass Kul dem FCM erhalten bleibe. Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte Kul, dass Meggles Hoffnung berechtigt sei: „Der FCM ist mein Verein. Ich werde ihm auf jeden Fall treu bleiben.“ Kul sagte unserer Redaktion, dass die Entscheidung der Sportlichen Leitung in enger Absprache mit ihm getroffen worden sei. „Wir waren immer im Austausch und uns einig, dass jetzt unbedingt etwas geschehen muss.“ Denn das Team sei spielerisch gut in die Saison gestartet. Doch im weiteren Verlauf habe die Mannschaft durch Unerfahrenheit und auch mit viel Pech immer mehr Punkte liegen lassen. Der Druck sei dadurch größer geworden. Das wiederum habe zu diversen Disziplinlosigkeiten und in der Folge zu zwei Suspendierungen geführt.

Der neue Trainer will das Schlusslicht zum Klassenerhalt führen: „Am liebsten direkt. Und wenn das nicht gelingt, über den Umweg der Relegation.“ Der scheidende Coach Kul traut dem Team zu, dass es das schaffe: „Denn die Qualität ist da.“ Kul hofft, dass mit Miroci jetzt ein Ruck durch die Mannschaft gehe – und dadurch auch das nötige Glück zurückkomme, das Punkte bringe. Der Abstand zu einem Nicht-Abstiegsplatz beträgt neun Punkte, der erste Relegationsplatz ist lediglich zwei Punkte entfernt. Miroci sagte: Die Konstellation mit der Ersten Mannschaft in der Regionalliga, der U 21 in der Landesliga und der A-Jugend in der Bayernliga sei einmalig und müsse unbedingt erhalten werden.

Beim FC Garmisch-Partenkirchen gelang dem FCM II in der Hinrunde der bisher einzige Auswärtssieg. Die Werdenfelsener gehören zu einem Sextett, das in der umkämpften Abstiegszone je 24 Punkte aufweist. 2021 stehen für den FCM II noch zwei weitere Partien auf dem Programm, beim FC Kempten und gegen den VfR Neuburg.

  • SV Egg an der Günz: Der Landesligist teilte jetzt mit, dass der Verein und Trainer Christian Möller ab sofort getrennte Wege gingen. Das sei das Ergebnis einer Besprechung, die vonseiten des Trainers nach der 1:7-Niederlage am vergangenen Samstag beim 1. FC Sonthofen gewünscht worden sei, erläuterte SVE-Abteilungsleiter Thomas Fackler.

Der SV Egg will den Abwärtstrend stoppen

Und weiter: „Das Gespräch zwischen Christian Möller und uns verlief jederzeit beidseitig konstruktiv und fair. Am Ende stand die einvernehmliche Entscheidung, dass wir durch einen Trainerwechsel neue Impulse setzen wollen, um den Abwärtstrend zu stoppen.“ Lediglich ein Sieg in den jüngsten neun Partien steht für den SVE zu Buche, wodurch er auf den zwölften Tabellenplatz durchgereicht wurde und sich unmittelbar vor den Relegationsplätzen eingefunden hat.

Abteilungsleiter Fackler: „Allen Beteiligten ist die schwierige Personallage in dieser Zeit bewusst. So muss unsere Mannschaft seit Wochen unter anderem die langfristigen Ausfälle der beiden Leistungsträger Christian Jehle und David Schropp kompensieren.“

Nichtsdestotrotz stünden bis zum Winter noch drei wichtige Partien an, in denen gepunktet werden müsse. Am Sonntag, im Heimspiel gegen den TSV Gilching-Argelsried (Anpfiff: 14 Uhr), wird die Mannschaft von Thomas Fackler betreut. Wie es danach weitergehe, sei noch offen, sagte er. „Christian Möller und ich hatten während seiner gesamten Zeit bei uns ein sehr enges und freundliches Verhältnis“, so Fackler. „Er ist ein super Trainer, der menschlich wie fachlich absolut zu uns gepasst hat. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, er ist in Egg jederzeit willkommen.“ Im kommenden Sommer wäre laut Fackler für Möller ohnehin Schluss gewesen. Nach 16 Jahren als Trainer habe er eine Pause einlegen und den Fokus auf die Familie richten wollen. Unsere Redaktion versuchte, Möller für eine Stellungnahme zu gewinnen, erreichte ihn allerdings nicht.

  • TSV Ottobeuren: Der Bezirksligist hat am Freitag gegenüber unserer Redaktion entsprechende Gerüchte bestätigt: Der Verein und Trainer Karlheinz Schabel gehen ebenfalls getrennte Wege. In einer gemeinsamen Antwort auf eine Anfrage unserer Redaktion betonen die TSVO-Abteilungsleitung und Schabel: „Aufgrund der momentan nicht zufriedenstellenden sportlichen Entwicklung und des ausbleibenden Erfolgs war eine weiterführende Zusammenarbeit zum jetzigen Zeitpunkt aus Sicht des Vereins nicht mehr möglich.“

Der TSV Ottobeuren spricht von gegenseitigem Respekt

Deshalb habe die Vereinsführung zusammen mit dem scheidenden Trainer in einem mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geführten Gespräch entschieden, das Engagement zu beenden. Es sei eine Trennung, „die uns schwergefallen ist, da wir nach wie vor von Schabels fachlichen und menschlichen Qualitäten sehr überzeugt sind“. Mit der Entscheidung stellte die Abteilungsleitung nach eigenen Worten sicher, dass die Mannschaft für den Rest der Saison neue Impulse erhalte. Der Trainingsbetrieb werde zunächst „mit einer Interimslösung weitergeführt. Wir bedauern die Entwicklung, bedanken uns bei Karlheinz Schabel und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“