Firmen an der Europastraße

Gewerbegebiet-Nord in Memmingen wächst um über 20 Hektar

Erweiterung Gewerbegebiet

Um über 20 Hektar wachsen soll das Gewerbegebiet-Nord in Memmingen in den nächsten Jahren. Schon bald geht es auf der Fläche zwischen Europastraße und Autobahn A7 los – und in ein paar Jahren auch östlich der Europastraße, wo sich jetzt noch eine Kiesgrube befindet.

Bild: Thomas Weigert

Um über 20 Hektar wachsen soll das Gewerbegebiet-Nord in Memmingen in den nächsten Jahren. Schon bald geht es auf der Fläche zwischen Europastraße und Autobahn A7 los – und in ein paar Jahren auch östlich der Europastraße, wo sich jetzt noch eine Kiesgrube befindet.

Bild: Thomas Weigert

Entlang der Europastraße in Memmingen können sich in den nächsten Jahren neue Firmen ansiedeln. In den Bauvorschriften gibt es auch ökologische Aspekte.
23.05.2021 | Stand: 09:35 Uhr

Das Industriegebiet-Nord in Memmingen kann wachsen. Immer wieder bekommt die Stadt Memmingen Anfragen nach Grundstücken von Firmen, die sich dort neu ansiedeln wollen. Und auch im Stadtgebiet ansässige Betriebe, die erweitern wollen, würden gerne dorthin umziehen. Momentan ist allerdings kein Platz mehr vorhanden. Deshalb weist die Stadt jetzt 21,4 Hektar weitere Gewerbeflächen aus. Den Weg dafür geebnet hat der Bauausschuss des Stadtrats: Er hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, das Industriegebiet-Nord beidseitig der Europastraße um die Fläche „Europastraße-West“ zu erweitern.

Für einen Teil der Fläche – rund 14 Hektar – die zwischen der Europastraße und der A7 liegt, wurde in der Sitzung bereits ein Bebauungsplan abgesegnet. Bisher war das lang gezogene Grundstück als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Eine Änderung des Flächennutzungsplans macht es nun zu Gewerbeflächen. Später soll auch die Kiesgrube östlich der Europastraße Richtung Steinheim als Gewerbefläche entwickelt werden, wenn sie umgesiedelt und rekultiviert ist. Befürwortet wurde die Erweiterung des Gewerbegebiets auch im ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) und in der Fortschreibung des Regionalplanes Donau-Iller, erläuterte Uwe Weißfloch, Leiter des Stadtplanungsamts, in der Sitzung.

Europastraße Memmingen: Stadtplanung schließt Logistik aus

Der Stadtplaner informierte, dass in dem neu ausgewiesenen Gebiet zwischen Europastraße und Autobahn Logistik-Betriebe ausgeschlossen werden, weil es bereits „genügend andere Standorte gibt“. Für die Firmengebäude gibt es genaue Vorschriften: Bürogebäude sollen Richtung Europastraße ausgerichtet sein und lange Baukörper müssen nach 50 Metern gegliedert werden. In die Höhe darf höchstens 20 Meter gebaut werden – im „alten“ Gewerbegebiet waren es 16 Meter. Wer mehr als 100 Stellplätze für Mitarbeiter braucht, muss eine Park- oder Tiefgarage einplanen – bei Autohäusern gilt das erst ab 150 Stellplätzen.

Direkte Zufahrtswege in die Europastraße soll es laut Planung nur an drei Stellen geben, damit der Verkehr auf der stark befahrenen Straße besser fließen kann. Ein Grundstücksbesitzer hat dagegen bereits Position bezogen. Bei der Anzahl der Einmündungen bleibt Weißfloch hart, die genaue Lage sei aber noch variabel. „Wir sind im Gespräch“, sagte er. Zu Wort gemeldet hat sich im Beteiligungsverfahren auch die Gemeinde Buxheim: Sie regt den Bau von Fuß- und Radweg im Bereich des Unteren Buxheimer Wegs an. Das wurde laut Weißfloch berücksichtigt.

Gewerbegebiet Nord in Memmingen: Dachbegrünung ist vorgeschrieben

Ausdrücklich berücksichtigt wurden im Bebauungsplan auch ökologische Aspekte. So wird zum Beispiel auf Flachdächern eine Dachbegrünung festgeschrieben. „Das war uns ein sehr wichtiges Anliegen für das Mikroklima“, sagt Weißfloch. Außerdem sollen Grünzäsuren Richtung A7 entstehen und an der Europastraße entlang der ganzen Länge ein Grünstreifen, der zwischen vier und sechs Metern breit sein wird. „Das Gartenbauamt will dort Bäume pflanzen und Blühwiesen anlegen“, berichtete Weißfloch. Bereits jetzt wurde auch an die Uferseeschwalben-Kolonie in der Kiesgrube auf der anderen Straßenseite gedacht. Sie soll später umgesiedelt werden, wenn es dort mit der Bebauung los geht.

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Grundsätzlich bemängelt hatte der Bund Naturschutz an der Planung, dass zu viel Fläche verbraucht wird, angesichts der Tatsache, dass im Unterallgäu ein Überangebot an Gewerbeflächen bestehe. Dazu sagte Weißfloch: „Wir wollen den Wirtschaftsstandort Memmingen stärken, das steht uns als Oberzentrum zu und wir sehen keine andere Möglichkeit zu erweitern.“ Die Lage zum bestehenden Gewerbegebiet-Nord und die Anbindung an die Autobahn seien dafür ideal.

Stadtrat Rupert Reisinger (Linke) fragte nach, ob es ein Gesamtkonzept gibt, welche Art von Betrieben langfristig in Memmingen angesiedelt werden sollen. „Das ist ein Thema für unseren Wirtschaftsförderer, das muss noch folgen“, antwortete Weißfloch. Im Herbst sei zudem eine Klausurtagung zum Thema Gewerbeflächen geplant, bei der der Bedarf für die nächsten 15 Jahre ermittelt wird.