3. Allgäuer Skulpturensommer

Große Kunst im kleinen Pfarrdorf Frickenhausen

Wieder dabei beim 3. Allgäuer Skulpturensommer ist der Maler und Bildhauer Diether Kunerth (rechts). Malerei gibt es im Dorfgemeinschaftshaus von Peter Krusche zu sehen (im Hintergrund).

Wieder dabei beim 3. Allgäuer Skulpturensommer ist der Maler und Bildhauer Diether Kunerth (rechts). Malerei gibt es im Dorfgemeinschaftshaus von Peter Krusche zu sehen (im Hintergrund).

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Wieder dabei beim 3. Allgäuer Skulpturensommer ist der Maler und Bildhauer Diether Kunerth (rechts). Malerei gibt es im Dorfgemeinschaftshaus von Peter Krusche zu sehen (im Hintergrund).

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Vom 29. bis 31. Juli verwandelt der 3. Allgäuer Skulpturensommer Frickenhausen wieder in eine große Galerie. Zehn Künstler stellen drinnen und draußen aus.
28.07.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Das kleine Pfarrdorf Frickenhausen – ein Ortsteil von Lauben im Unterallgäu – verwandelt sich am kommenden Wochenende wieder in eine Kunstgalerie: Der Bildhauer, Maler und Karikaturist Horst W. Wendland organisiert an seinem Arbeits- und Wohnort bereits zum dritten Mal den „Allgäuer Skulpturensommer“. Dabei bespielen zehn Künstlerinnen und Künstler von Freitag, 29. Juli, bis Sonntag, 31. Juli, täglich von 11 bis 18 Uhr das Dorfgemeinschaftshaus und den Weg von Wendlands Haus dorthin. Er selbst präsentiert eine große Auswahl seiner Werke in seinem Galerieraum und dem angrenzenden Skulpturengarten – mit einer spektakulären Aussicht auf das Unterallgäu.

Nur professionelle Künstler kommen zum Zug

Dabei war es auch bei der dritten Auflage des von Anfang an erfolgreichen Ausstellungskonzepts kein Problem, große Kunst mitten in die Unterallgäuer Provinz zu holen. Im Gegenteil, erzählt Wendland, von überall her kämen inzwischen Bewerbungen für seinen Skulpturensommer. Doch er wählt ganz genau aus, wer ihn bestücken darf. Denn er will nur qualitätvolle Kunst von Kolleginnen und Kollegen zeigen, die wie er selbst von ihrer Arbeit leben können. „Das ist die beste Referenz“, betont er. Vertreten sind diesmal Diether Kunerth (Ottobeuren), Peter Krusche (Osterzell), Nikos W. Dettmer (München), Remo Leghissa (Wölflau), Christine Perseis (Mondsee/Österreich), Reinhard Osiander (Bremen), Anette Bley (München), Robert Habauer (Buchendorf) und Cornelia Brader. Die Memminger Holzbildhauerin ist zum ersten Mal dabei – und stieß erst dazu, als der Flyer schon gedruckt war.

Gemeinde stellt Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung

Ebenfalls Premiere in Frickenhausen feiert der Maler Peter Krusche. „Ich habe vor einigen Jahren ein Bild von ihm gekauft und finde, er passt hervorragend in mein Konzept“, sagt Wendland. Nun bespielt Krusche sogar alle drei Wände im Herzstück der Ausstellung, den hellen, hohen Saal mit Satteldach und Oberlichtern im Dorfgemeinschaftshaus, der sich bestens eignet für eine Kunstausstellung (die vierte Wand ist eine Falttür). Den Saal stellt wieder die Gemeinde zur Verfügung, davor bewirtet der Heimatverein Frickenhausen die Besucherinnen und Besucher.

Fast 40 Bilder aus den vergangenen vier, fünf Schaffensjahren zeigt Krusche, dabei platziert er sie thematisch geordnet an den einzelnen Wänden. Wer gleich neben der Eingangstür beginnt, kann an Stillleben, Menschenbildern, Häusern und Landschaften vorbeispazieren bis hin zu Krusches neuestem Sujet: seinen Köpfen.

Peter Krusche spricht mit seinen Bildern

Krusche ist genau wie alle anderen Künstler während der Ausstellung vor Ort. Es lohnt sich, sie anzusprechen, um mehr über den Entstehungsprozess der Exponate zu erfahren. Krusche wird dann vielleicht erzählen, wie er sich mit seinen Bildern während des Malprozesses unterhält. Wirst du etwas oder nicht? fragt er sie zum Beispiel. „Dann reagiert das angefangene Werk“, sagt er. Es stehen stets zehn bis 20 halb fertige Bilder in seinem Atelier in Osterzell (Ostallgäu), die weiterentwickelt werden wollen. „Sie sagen es mir, wie“, beschreibt der Künstler den inneren Dialog, den er mit ihnen führt. Manche schaffen es dabei nicht, ihn zu überzeugen, die werden wieder übermalt. Andere geben ihm Signale, dass Farbe und Malduktus stimmen, oder ob es – wie bei den Köpfen – noch einen Schatten braucht, irgendwo einen bestimmten Strich oder vielleicht Punkte auf dem Revers. Wenn alles stimmig ist, gibt es ein stummes Lob für Krusche.

In Konkurrenz – oder besser: in Korrespondenz – treten die Ölbilder im Saal mit Plastiken von Kunerth, Dettmer, Bley und Wendland. Breit gefächert ist übrigens auch diesmal die Auswahl an bildhauerischen Werken, es lassen sich die unterschiedlichsten Materialien von Holz über Keramik bis Bronze, von Stahl und Eisen bis zu Edelstahl entdecken.

Wendland rechnet auch diesmal damit, dass Kunstliebhaber und Kulturinteressierte nicht nur aus dem ganzen Allgäu auf diese Entdeckungsreise gehen werden. 2020 und 2021 sind sie nämlich von weit darüber hinaus angereist. Er hatte schon Gäste aus Bremen oder dem Wendland, aus ganz Bayern und dem angrenzenden Baden-Württemberg.

Künstler, Ort und Zeit

Der 3. Allgäuer Skulpturensommer rund um die Daxberger Straße 9 in Frickenhausen findet von Freitag bis Sonntag, 29. bis 31. Juli, statt. Zu sehen sind Werke von Horst W. Wendland, Diether Kunerth, Peter Krusche, Cornelia Brader, Nikos W. Dettmer, Remo Leghissa, Christine Perseis, Reinhard Osiander, Anette Bley und Robert Habauer. Geöffnet ist jeweils von 11 bis 18 Uhr. Parkplätze sind ausgewiesen.