Bauernhofmuseum

Heimatdienst verkauft Häuser im Museumsdorf

KB Heimatdienst

Der Heimatdienst Illertal verkauft seine Häuser im alten Museumsdorf an den Zweckverband Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren. Der aus dem Jahr 1791 stammende Krugzeller Zehentstadel (Bild) dagegen soll zum Vereinsdomizil des Heimatdienstes werden. Die Kosten des Umbaus trägt der Zweckverband.

Bild: Franz Kustermann

Der Heimatdienst Illertal verkauft seine Häuser im alten Museumsdorf an den Zweckverband Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren. Der aus dem Jahr 1791 stammende Krugzeller Zehentstadel (Bild) dagegen soll zum Vereinsdomizil des Heimatdienstes werden. Die Kosten des Umbaus trägt der Zweckverband.

Bild: Franz Kustermann

Der Verein will damit für seine Eigentumsverhältnisse Rechtssicherheit schaffen. Käufer ist der Zweckverband Schwäbisches Bauernhofmuseum. Vorsitzende nennt Gründe
07.09.2021 | Stand: 12:09 Uhr

73 Jahre nach seiner Gründung stellt der Heimatdienst Illertal (HDI) seine Eigentumsverhältnisse nun auf rechtssichere Beine: Er verkauft seine Häuser im alten Museumsdorf an den Zweckverband Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren. Im Gegenzug erhält er dafür 30 Jahre lang einen jährlichen Betrag von 5230 Euro.

Anders als bei der Gründung des seit 1982 bestehenden Zweckverbandes leistet die Gemeinde Kronburg nur noch einen Verwaltungskosten-Anteil von 0,3 Prozent, der im Jahr 2019 rund 6000 Euro betragen hätte. Für künftige Investitionen bei Bauten und Renovierungen muss die Kommune keinen Beitrag zahlen. Eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse war notwendig geworden, weil Bezirk und Landkreis nicht in Häuser investieren dürfen, die faktisch dem HDI gehören. Wie die HDI-Vorsitzende Simone Zehnpfennig-Wörle bei einer Informationsveranstaltung im Krugzeller Zehentstadel betonte, wäre die Bezahlung der dringend notwendigen Sanierungen der alten Häuser eine „Investition in fremdes Eigentum“ und damit unrechtmäßig. Mit dem formellen Verkauf der im Besitz des Vereins befindlichen Häuser sei die Rechtsunsicherheit beendet.

Vorsitzende: Keine Nachteile für Verein und Gemeinde Kronburg

Dem Verein, seinen Mitgliedern und der Gemeinde entstünden dadurch keine Nachteile, betonte die Vorsitzende. Und der ausdrückliche Wunsch des Museumsgründers Hermann Zeller, „das Museum für die Nachwelt zu erhalten“, könne so rechtssicher gewährleistet werden, ohne dass einer der Beteiligten finanziell überfordert werde.

Beim Uttenhof etwa ist die Dach- und Schadstoffsanierung (Kosten 125 000 Euro) bereits abgeschlossen; ebenso die Fassaden- und Schadstoffsanierung des Grieshofs (200 000 Euro). Der Zehentstadel, der auch weiterhin im Besitz des HDI verbleibt und dessen Vereinsdomizil werden soll, muss in einem weiteren Schritt für 350 000 Euro instandgesetzt werden. Die zwingend notwendige Dachinstandsetzung der Sankt Ulrich-Sölde bezifferte die Vorsitzende auf 350 000 Euro. Ebenso sind Investitionen in die Lobacher Schmiede (100 000 Euro), das Göppelhaus (25 000 Euro) und das Feuerwehrhaus (65 000 Euro) geplant.

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Gemeinde Kronburg erhält Mitspracherecht

Laut Kronburgs Bürgermeister Hermann Gromer wäre die Gemeinde bei einer Zweckverbands-Beteiligung von zehn Prozent überfordert gewesen: Kronburg hätte allein für die Verwaltung jährlich einen Betrag von 200 000 Euro beisteuern müssen, dazu wäre noch der Anteil an den Investitionen gekommen. Mit der jetzigen Vereinbarung bekomme die Gemeinde (zusammen mit dem HDI) ein Mitspracherecht im Zweckverband, werde im Gegenzug nun aber mit einer 0,3-prozentigen Beteiligung an den Verwaltungskosten „trotzdem nicht finanziell überfordert“. Laut Zehnpfennig-Wörle wird der HDI nach wie vor über Umbauarbeiten informiert und in Ausstellungskonzepte eingebunden. Zudem bekomme er mit dem Zehentstadel erstmals ein eigenes Vereinsdomizil, dessen Umbauten und Sanierungen der Zweckverband finanziert. Das dem HDI gehörende, sehr wertvolle Inventar in den Häusern verbleibt weiterhin in dessen Eigentum.

Laut Karl Frieß ist geplant, dass der Zehntstadel in seiner ursprünglichen Form umgebaut wird: Das Gebäude soll dabei zwar nicht mit einer Heizung ausgestattet werden. Angedacht ist aber eine Werkstatt, in der „Personen, die nicht mehr so im Arbeitsleben stehen“, in einem abgetrennten Bereich für die anderen Aufgaben des Vereines, wie etwa die Restaurierung von Flurkreuzen und die Reparatur von Bänkchen aktiv werden können. Alten Plänen des Zehntstadels zufolge waren im Erdgeschoss zwei Tore und im oberen Bereich sogar Wohnräume vorhanden. Diese sind nun für den HDI als Büro angedacht.