Im Aufbau

In der Basilika Ottobeuren entsteht die Weihnachtskrippe

Einem Riesen gleich betritt Meinrad Gebele den Palast und ordnet die Figuren an. Echter Sand auf dem Boden macht alles lebensnah.

Einem Riesen gleich betritt Meinrad Gebele den Palast und ordnet die Figuren an. Echter Sand auf dem Boden macht alles lebensnah.

Bild: Josef Diebolder

Einem Riesen gleich betritt Meinrad Gebele den Palast und ordnet die Figuren an. Echter Sand auf dem Boden macht alles lebensnah.

Bild: Josef Diebolder

Auf rund 30 Quadratmetern Fläche wird die Welt aus Holzgebäuden aufgebaut. Die Figuren sind teils Jahrhunderte alt und haben schon einiges „erlebt“.
02.12.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Seit Wochen entsteht im Westflügel der Basilika Ottobeuren die Weihnachtskrippe - in detailreicher Arbeit von Frater Clemens Strobl und Meinrad Gebele. Über Jahrhunderte alte und neuere Figuren stehen bereit. Über das Jahr warten sie in Vitrinen darauf, vor Weihnachten als Darsteller auftreten zu dürfen. Frater Clemens ist dabei der Koordinator. Seit 40 Jahren erlebt er Krippenlandschaften, die je nach Anlass immer wieder neu aufgestellt werden.

So entsteht das Gebilde

Hinter einem blauen Vorhang entsteht das Gebilde. Auf rund 30 Quadratmetern Fläche wird eine ganze Welt gebaut aus Holzgebäuden, die einst sein Vorgänger Bruder Philipp 1920 im Kloster gemacht hat. Schon jetzt leuchten die Augen der Erbauer, wenn sie „an die Heilige Nacht“ denken. Dann wird die Krippe von Licht angestrahlt und im Stall wird es hell. Hirten umsäumen das Szenario und Engel verkünden das Wunder der Christnacht.

Idee: Die Krippe noch etwas ausbauen

Heuer haben Frater Clemens und Meinrad Gebele die Idee, die Krippe noch etwas auszubauen. Dazu hat Künstlerin Lisa Maycook eine extra „hohe Welle auf den See Genezareth“ modelliert. Vorab stellt der Frater ein Schiff in diese gefahrvolle Szene. Dahinter wird dann ein sandgraues Gebirge aufragen, das gerade mit Stoff und Farbe entsteht. Auch die Welle wurde mit Gips zu einem stehenden Kunstwerk geformt.

Was die Figuren schon alles "erlebt" haben

Viel erlebt haben auch die Figuren. Mit Auflösung des Klosters zur Säkularisation standen viele zum Verkauf. Später, so Mesner Clemens, habe 1835 König Ludwig Maximilian I. das Kloster wieder zugelassen und auch die Krippenschau. Seitdem wurden neuere Figuren und Tiere dazugekauft. Bildhauer Sebastian Osterrieder fertigte die Heilige Familie aus Pappmaché an. Sie sollte ab 1914 weiter ausgebaut werden. Doch der Weltkrieg zerstreute die Pläne. Als Bauingenieur hatte Frater Florian Renner die Buschelkapelle gemacht.

Chor bereitet ein Krippensingen vor

Die Spendenbox am Krippenrand dient zum Erhalt des Ensembles. Bis Mariä Lichtmeß am zweiten Februar ist die Ottobeurer Krippenlandschaft ein Anziehungspunkt. Auch der „Cantus Firmus Chor“ unter Leitung von Klaus Pfeiffer wird am Nachmittag von Dreikönig dort ein „Krippensingen“ geben.

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