Gewalt gegen Polizeibeamte

Junge Frau (18) nach Übergriff auf Polizisten verurteilt

Nach einem Angriff auf Polizisten im Oktober 2020 in Mindelheim wurde nun eine junge Frau verurteilt.

Nach einem Angriff auf Polizisten im Oktober 2020 in Mindelheim wurde nun eine junge Frau verurteilt.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

Nach einem Angriff auf Polizisten im Oktober 2020 in Mindelheim wurde nun eine junge Frau verurteilt.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Mindelheim im Oktober 2020 hat eine junge Frau eine Polizistin krankenhausreif geschlagen. Sie wurde nun verurteilt.
12.03.2021 | Stand: 12:44 Uhr

Am 8. Oktober 2020 hat eine damals 18-Jährige bei einer Wohungsdurchsuchung in Mindelheim heftigen Widerstand geleistet und eine Polizistin verletzt. Jetzt wurde sie zu einer Jugendstrafe, ausgesetzt auf Bewährung, verurteilt, teilt die Polizei mit. Neben der Jugendstrafe wurde ein drei Wochen langer Arrest verhängt.

Polizistin bei Wohnungsdurchsuchung in Mindelheim verletzt

Auf richterlichen Beschluss hin haben Beamte der Polizei Mindelheim die Wohnung der damals 18-Jährigen nach Drogen durchsucht. Dagegen wehrte sich die junge Frau und trat einer Polizistin mehrfach mit dem Fuß in den Bauch. Die Beamtin begab sich nach dem Vorfall zur Behandlung in ein Krankenhaus und war laut Polizei zwölf Tage lang krank geschrieben.

Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Polizisten eine kleine Menge Marihuana und stellten es sicher. Nach Abschluss der Ermittlungen ging das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Memmingen, die Anklage gegen die 18-Jährige erhob.

Mitte Februar 2021 fand die Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Memmingen statt. Wegen des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte wurde die junge Frau nach Jugendstrafrecht verurteilt. Sie erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung für die Dauer von drei Jahren. Zudem wurde ein dreiwöchiger Jugendarrest verhängt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Fälle wie dieser werden von der Polizei und der Staatsanwaltschaft in einem priorisierten Verfahren bearbeitet. Die Zahlen der Gewalttaten gegen Einsatzkräfte steigen laut Polizei an. Und das trotz einer Strafverschärfung im Jahr 2017. „Wir nehmen Gewalt gegen Polizeibeamte nicht hin, sondern führen die Ermittlungen konsequent und zügig. Verfahren gegen ermittelte Tatverdächtige leiten wir schnellstmöglich an die Justiz weiter“, sagt Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner. (Lesen Sie auch: Das waren die häufigsten Straftaten 2020 im Allgäu)

Lesen Sie auch
##alternative##
29-Jähriger erneut im Gefängnis

Nach Mord an Dominik Brunner: Täter erneut zu Haftstrafe verurteilt

Das Ziel eines priorisierten Verfahrens ist es, die Verantwortlichkeiten zu bündeln. Dafür gibt es in beiden Ermittlungsbehörden, bei Polizei und Staatsanwaltschaft, spezielle Ansprechpartner. So sollen kurze Wege geschafft werden, um die Dauer der Verfahren zu straffen. Damit läuft laut Polizei das Strafverfahren effektiv ab und noch ausstehende Ermittlungen werden in gegenseitiger Absprache zügig eingeleitet und durchgeführt. „Bei der Staatsanwaltschaft kümmern sich spezialisierte Staatsanwälte um Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte. Übergriffe auf Einsatzkräfte bringen wir entschlossen zur Anklage,“ betont Dr. Christoph Ebert, Leiter der Staatsanwaltschaft Memmingen.

Lesen Sie auch: Flasche ins Gesicht geschlagen: 17-Jähriger schwer verletzt